Handball-Bundesliga Ausrufezeichen gesetzt: SG gewinnt trotz Verletztenlage

Von Niklas Braiger
Jubelstürme in Wetzlar, auch bei Martin Tomovski. Die SG BBM Bietigheim gewinnt am 1. Spieltag in der Handball-Bundesliga mit 35:33, auch dank der 15 Paraden des nordmazedonischen Torhüters. Foto: /Marco Wolf

Zum Auftakt der Handball-Bundesliga-Saison gewinnt die SG BBM Bietigheim gegen Wetzlar mit 35:33 und sammelt direkt wichtige Zähler.

Dass Jona Bader noch einmal in der Handball-Bundesliga auflaufen wird, hätte er wohl selbst nicht gedacht. Dass der Linkshänder für die SG BBM Bietigheim dann auch noch gleich eine wichtige Rolle beim ersten Spieltag der neuen Saison gegen die HSG Wetzlar eine wichtige Rolle übernimmt und entscheidende Tore in der Schlussphase wirft gleich zwei Mal nicht. Doch genau so kommt es: Der Mann, der sonst im Rückraum der Bietigheimer Zweitvertretung in der Oberliga zu Gange ist, muss nach zahlreichen verletzungsbedingten Ausfällen bei der Profimannschaft auflaufen und ist am 35:33-Auftaktsieg nicht unbeteiligt.

Zweieinhalb Jahre ist es her

Im Februar 2024 traf Bader letztmals in einem Spiel für die SG-Erste, damals in Liga zwei gegen den TV Großwallstadt. Drei Tore steuerte er damals, so viele sind es auch bei der Rückkehr auf die größte Bühne gegen die Hessen. Doch er muss auf seine Treffer warten. Bader, der wegen der Ausfälle von Moritz Strosack und Nico Bacani auf Rechtsaußen hochgezogen wird, sitzt zunächst nur auf der Bank, Quirin Oßwald aus der eigenen Jugend bekommt den Vorzug in Durchgang eins.

Und in diesem entwickelt sich schon früh ein munteres Hin und Her. Die SG startet gut in die Partie, geht durch Oßwald in der 12. Minute mit 10:8 in Front, müssen dann aber vier Minuten auf ein weiteres Tor warten. Bis dahin hat Wetzlar kurzzeitig die Führung inne (11:10). Bis zur Halbzeitpause bleibt es eng, Martin Tomovski im SG-Kasten sticht seinen Gegenüber Bart Ravensbergen klar aus und ist mit seinen 15 Paraden am Ende ebenfalls einer der Matchwinner für das Team von Trainer Hartmut Mayerhoffer.

Larson dreht auf

Motor und Kopf der Offensive ist derweil Mathias Larson. Der Neuzugang von den Rhein-Neckar Löwen schaltet und waltet auf der Mitte, macht viel und teilweise auch zu viel. Er und seine Nebenleute im Rückraum kommen primär über die Rückraumwürfe, die HSG auf der Gegenseite trifft häufig per Durchbruch auf den Halb-Positionen. Zur Pause steht es 18:18, das ausgeglichene Spiel geht auch ausgeglichen in die Kabine. „Man kann mit der ersten Halbzeit sehr, sehr zufrieden sein“, sagt auch Abwehrchef Nikola Vlahovic in der Halbzeit am Mikrofon bei DYN

Aus dieser kommen die Gäste aber besser, ein 4:1-Lauf und eine stark aufspielende Deckung sorgen für die Auszeit von Wetzlars Trainer Rúnar Sigtryggsson (36.) Und die fruchtet. Marti Soler stellt zwei Minuten später schon wieder auf Pari, dieses Mal ist Mayerhoffer zu einem Time-Out gezwungen. Fortan bleibt es weiterhin beim wilden Katz-und-Maus-Spiel. Mal zieht Bietigheim auf drei Tore weg, dann ist die HSG aber prompt wieder auf Unentschieden voll in der Verlosung. Einzig eine Führung der Hausherren gibt es nicht, dafür trifft die SG BBM vorne zu abgeklärt.

Doch die Hessen haben die Halle auf der eigenen Seite, Laszlo Bartucz, der inzwischen für Ravensbergen im Kasten steht, zündet die 3895 Zuschauer nach einem gehaltenen Siebenmeter an. Doch auch dieser Druck scheint den Schwaben egal zu sein. Denn die lassen sich davon nicht beirren, führen zehn Minuten vor Schluss wieder mit 29:26 dank des wiedergenesenen Djibril M’Bengue und gehen mit Momentum in die Crunchtime. Da Wetzlar nun mehr und mehr an Tomovski verzweifelt, scheint Bader schon für die Vorentscheidung zu sorgen, als er das 34:31 mit etwas mehr als zwei Minuten auf der Uhr erzielt. Doch Wetzlar legt in den letzten Momenten noch einmal den Schalter um, ist nun im Angriff schnell zur Stelle und beantwortet jedes Tor der Gäste mit einem eigenen.

So verkürzt Doruk Pehlivan noch einmal auf 33:34, doch beweist allen voran Larson mentale Stärke. Bei drohendem Zeitspiel tankt er sich 35 Sekunden vor Schluss durch, versenkt mit seinem neunten Tor des Abends zum 35:33 und da Tomovski den letzten Versuch von Dominik Mappes pariert, kennt der Jubel keine Grenzen mehr. Wie schon vor zwei Jahren gewinnt Bietigheim auch in dieser Bundesliga-Saison das Auftaktspiel gegen einen möglichen direkten Konkurrenten um den Abstieg (damals gegen Potsdam).

Jetzt wartet der Rekordmeister

„Wir haben 60 Minuten um jeden Ball gekämpft, alles hat super funktioniert heute“, resümiert Matchwinner Larson nach der Partie. Der Neuzugang fühlt sich in Bietigheim schon wohl, „Es macht Spaß hier Handball zu spielen, wenn es so läuft.“ Nun steht den Ellentälern am nächsten Donnerstag bereits der THW Kiel vor der Tür. „Wir wissen, Kiel ist ein anderer Gegner. Aber jetzt haben wir die ersten zwei Punkte als Aufsteiger geholt, wir können uns nichts besseres für heute wünschen“, macht Larson klar.

 
 
- Anzeige -