Sie hat eine Ära in der schwäbischen Handball-Welt geprägt. Antje Döll wechselte 2015 aus Bensheim zur SG BBM Bietigheim in die Bundesliga der Frauen, wurde sechs Mal Deutsche Meisterin, vier Mal Pokalsiegerin, gewann sechs Mal den Supercup, ein Mal die European League und machte den Umzug nach Ludwigsburg mit. Nach der Insolvenz der HBL im Sommer 2025 ist Döll nun seit einem Jahr bei der Sport-Union Neckarsulm und hat sich dort gut eingelebt.
Handball-Bundesliga Döll hat bei der Sport-Union eine neue Heimat gefunden
Die langjährige Linksaußen der SG BBM Bietigheim ist nach der Insolvenz der HB Ludwigsburg in Neckarsulm untergekommen.
Die 37-Jährige fühlt sich in der Ballei mittlerweile pudelwohl, doch muss sie zugeben: „Das erste Jahr war teilweise ein bisschen hart oder anders, aber die Mädels sind super toll, es ist ein gutes Team, es macht sehr viel Spaß und das ist für mich immer die Hauptsache“, erklärt Döll. In der vergangenen Saison schloss die Sport-Union auf Rang sechs in der Hauptrunde ab und kam in den Playoffs auf Rang fünf.
Mindestens einmal pro Woche zurück nach Ludwigsburg
Etwas, dass sich im Vergleich zur Zeit in Ludwigsburg und Bietigheim nicht verändert hat, ist Dölls Arbeitsplatz. Die Kriminaloberkommissarin ist weiterhin in Ludwigsburg stationiert, allerdings inzwischen deutlich seltener vor Ort in der Barockstadt. „Ich hab den Luxus, dass ich von daheim aus arbeiten kann. Das kommt aktuell öfter vor, denn mit zwei Mal am Tag Training in Neckarsulm bleibt nicht viel Zeit um nach Ludwigsburg ins Büro zu fahren“, schildert die Außenspielerin, die dennoch versucht, ein Mal pro Woche in der Zentrale zu sein.
Kontakt zu ihren ehemaligen Mitspielerinnen hat sie nicht so häufig, dennoch versucht Döll so gut es geht, mit den Mannschaftskolleginnen aus Bietigheim und Ludwigsburg in Kontakt zu bleiben. Viele Spielerinnen sieht sie noch als Kapitänin bei der Nationalmannschaft. „Das ist immer richtig schön, das ist wie ein Familientreffen“, schwärmt die gebürtige Sachsen-Anhalterin. Jenny Behrend, Mareike Thomaier, Julia Maidhof, Viola Leuchter und Nicole Roth sind dort regelmäßig Teil des Aufgebots.
Auch Xenia Smits wäre im Normalfall dabei, doch Dölls langjährige Mitspielerin pausiert aktuell schwangerschaftsbedingt. „Xenia ist öfter zuhause, die sehe ich öfter mal, das ist sehr schön“, erzählt die Silbermedaillen-Gewinnerin der WM 2025. Doch nicht nur mit den Deutschen hat Döll noch zu tun, auch, als der Wechsel von Schwedin Sofia Hvenfelt nach Brest Bretagne öffentlich wurde und die Kreisläuferin nach ihrer Baby-Pause einen neuen Verein gefunden hat, tauschte man sich aus: „Es ist auf jeden Fall immer schön, die Mädels wiederzusehen.“
Für die Neckarsulmerinnen geht die neue Saison mit Döll auf Außen am 29. August mit einem Heimspiel gegen den Vorjahres-Dritten und Vize-Pokalsieger HSG Bensheim/Auerbach los.
