Handball-Bundesliga Jürgen „Krake“ Müller kehrt ins SG-Tor zurück

Von Niklas Braiger
Jürgen Müller (in gelb) erarbeitete sich in seiner aktiven Laufbahn den Spitznamen „Krake“. Nun kehrt er nach sechs Jahren ohne Profihandball zurück ins Tor. Foto: /Marco Wolf

Nach sechs Jahren ohne Profihandball ist der ehemalige Torhüter der Bietigheimer zurück. Er hilft aufgrund von Personalnot aus.

Vor acht Jahren stieg Jürgen Müller als Torhüter der SG BBM Bietigheim mit den Ellentälern in die Bundesliga auf. Von 2003 bis 2020 war die „Krake“ im Profihandball aktiv und spielte unter anderem auch in Magdeburg oder Hamburg. Nach einigen Saisons in Liga drei beendete Müller 2024 seine Karriere und schloss sich 2025 der SG als Torwarttrainer an. An diesem Samstag schnürt er allerdings noch einmal die Hallenschuhe. Beim Heimspiel um 19 Uhr gegen die TSV Hannover-Burgdorf springt er als Notfall-Keeper ein.

Zwei Keeper fehlen

Denn ansonsten könnte Trainer Hartmut Mayerhoffer nur auf Martin Tomovski zurückgreifen. Der nordmazedonische Nationaltorhüter ist aktuell der einzige im Bietigheimer Kader, der spielbereit für das Duell mit dem Vorjahreselften ist. Jan Hrdlicka, der eigentlich sonst das Gespann mit Tomovski bildet, zog sich im Pflichtspielauftakt beim Pokalspiel in Pforzheim eine Gehirnerschütterung zu und ist noch nicht fit. Bislang war Jan Kanters, der selbst in der Jugend bei der SG spielte und nun eigentlich bei der TSB Heilbronn-Horkheim den Kasten sauber hält, als Aushilfs-Option eingeplant. Der Youngster hat aber mit den Hunters selbst am Samstagabend ein Heimspiel gegen die Zweitvertretung der HBW Balingen-Weilstetten und steht nicht zur Verfügung.

Daher gibt es das große Comeback des Jürgen Müller. An der Ausgangslage ändert das für Chefcoach Mayerhoffer aber nichts: „Für uns wird es wichtig sein, von der ersten Minute an mit hoher Intensität und Konzentration zu spielen. Gleichzeitig wollen wir den Mut haben, unser eigenes Spiel auf die Platte zu bringen. Mit der Energie unserer Zuschauer im Rücken wollen wir zeigen, dass wir auch gegen einen solchen Gegner konkurrenzfähig sein können.“

Mehrere Nationalspieler im Team

Denn mit den Recken kommt ein Team, das in der Vorsaison hinter den Erwartungen geblieben ist und in diesem Jahr gut in die Spielzeit startete. Das weiß auch Mayerhoffer: „Hannover gehört seit Jahren zu den konstantesten Mannschaften der Bundesliga und hat sich mehrfach für den internationalen Wettbewerb qualifiziert. Durch die hohe Kontinuität im Kader hat die Mannschaft eine große Stabilität und Eingespieltheit entwickelt.“ Kreisläufer Justus Fischer ist offensiv wie defensiv ein Dreh- und Angelpunkt der Mannschaft und wechselt in der kommenden Saison zum Rekordmeister nach Kiel. Auch Nationalmannschaftskollege Renars Uscins hat unfassbare Klasse, fehlte jedoch zuletzt beim Heimspiel gegen den THW Kiel mit einer Schulterverletzung. Ob er spielen wird, bleibt abzuwarten.

Doch trotz der Qualität der Hannoveraner muss sich die SG BBM nicht verstecken. Bislang spielte man acht Mal gegeneinander, vier Duelle gingen an die TSV, drei an Bietigheim. Beim letzten Aufeinandertreffen in der Ege-Trans-Arena vor zwei Saisons gab es zudem das bislang einzige Unentschieden beim 28:28. Am prägendsten im Kopf wird den Ellentälern wohl das Pokalspiel 2023/24 geblieben sein, als Bietigheim in der dritten Runde – damals als Zweitligist – den Favoriten mit 31:29 aus dem DHB-Pokal kegelte.

 
 
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