Handball-Bundesliga SG BBM verliert das Spiel und Claus

Von Niklas Braiger
Mit einer Kopfverletzung und einer blutenden Nase kann Dominik Claus (am Ball) in der Schlussphase nicht wie gewohnt seine Qualität auf die Platte bringen. Foto: /Martin Herbst/Eibner

In Eisenach ist Bietigheim offensiv zu unsauber, hat eine grausige Wurfquote von lediglich 51 Prozent und befürchtet nun auch noch den Ausfall von Dominik Claus.

Es ist ein gebrauchter Donnerstagabend für die SG BBM Bietigheim. Denn nicht nur verliert der Handball-Bundesligist am vierten Spieltag das Auswärtsspiel beim ThSV Eisenach mit 25:31, sondern im schlimmsten Fall auch Dominik Claus. Der Linkshänder prallt Mitte der zweiten Halbzeit hart mit Dominik Solak zusammen, der ungestüm aus der Abwehr stürmt und Claus heftig erwischt. Der Halbrechte der SG bleibt liegen, muss behandelt werden, verletzt sich am Nacken und kommt in der Schlussphase auch nicht mehr auf die Platte. Eine eigentlich folgerichtige Zeitstrafe gegen Solak – die die dritte gewesen wäre und damit die Rote Karte bedeutet hätte – bleibt aus.

Die Schiedsrichter haben mit der zerfahrenen Partie generell Probleme, doch auch die SG zeigt sich nicht von der Sahneseite. Am Ende sind es nur 51 Prozent Wurfquote, von den vier Siebenmetern verwerfen sie alle. Hinzu kommen sieben technische Fehler

Guter Beginn der Gäste

Dieses zerfahrene Spiel ist es bereits in Durchgang eins. Marcus Norrbrink darf beim Aufsteiger nach einer guten Leistung am vergangenen Wochenende gegen Lemgo an Stelle von Maxim Orlov beginnen. Offensiv findet Bietigheim auch dank ihm gut rein und geht durch Mathias Larson bereits nach zehn Minuten mit 5:2 per Siebenmeter-Abpraller-Nachwurf in Front. Eisenach hat Anfangs noch Probleme mit dem Tempospiel und der zweiten Welle der SG, findet dann aber defensiv besser ins Spiel, auch, weil die Gäste vorne hektisch werden.

Je länger die erste Halbzeit dauert, desto härter wird die Gangart. Insgesamt sieben Zeitstrafen sind es in den ersten 30 Minuten allein. Dadurch – und auch durch viele anderweitige Unterbrechungen – kommt auf beiden Seiten kaum Spielfluss auf. Nach dem 10:10 durch Stefan Seitz sieht sich SG-Coach Hartmut Mayerhoffer zur Auszeit gezwungen, die Schwaben sind in der Folge auch wieder griffiger, können das Momentum aber nicht mit bis zum Pausenpfiff mitnehmen. Denn die Hausherren kämpfen sich zurück, profitieren auch von einer grausigen Wurfquote der SG (58 Prozent, 0/3 vom Siebenmeterstrich zur Halbzeit) und gehen mit 14:14 in die Pause.

Claus mit klarem Halbzeitfazit

Als „von technischen Fehlern geprägt“ bezeichnet Dominik Claus am Halbzeit-Mikrofon bei DYN den ersten Durchgang, der nach den vielen Unterbrechungen 50 Minuten Brutto-Spielzeit hat. „Es gilt ein bisschen die Ruhe zu bewahren und bei uns zu bleiben, da bin ich optimistisch für die zweite Halbzeit“, macht Claus als Marschroute für Halbzeit zwei klar und ergänzt: „Die Handbremse ziehen, einen klaren Spielaufbau machen, da müssen wir ansetzen.“

Doch das gelingt nicht sofort. Felix Aellen bringt Eisenach kurz nach der Pause erstmals mit zwei Toren in Front, auch, weil ThSV-Keeper Matija Spikic immer besser in die Spur kommt. Martin Tomovski auf der Gegenseite, der zwar zu Spielbeginn noch drei Paraden sammelte, bekommt inzwischen kaum eine Hand an den Ball. Jan Hrdlicka, der normalerweise mit ihm das Torhüter-Gespann bildet, ist weiterhin mit den Nachwirkungen einer Gehirnerschütterung zum Zuschauen verdammt.

Von Claus’ angesprochener Ruhe ist derweil nichts zu sehen. Bietigheim ist vorne weiterhin zu hektisch und ungenau, werfen gleich mehrfach freie Chancen weg und auf Spikic. Lediglich dank der weiterhin solide agierenden Defensive bleiben die Gäste im Spiel. In der nächsten Mayerhoffer-Auszeit beim Stand von 17:19 (39.) bemängelt er nur die Effizienz und sagt: „Die Chancen die wir uns rausgespielt haben sind super.“

Zwei schnelle Auszeiten der SG

Doch das geht seinen Männern wohl ins eine Ohr rein und aus dem anderen sofort wieder heraus. Unnötige Ballverluste, weitere Zeitstrafen und eine immer lauter werdende Werner-Aßmann-Halle sorgen dafür, dass Bietigheim eine Viertelstunde vor Schluss mit 20:25 in Rückstand liegt und Mayerhoffer wieder auf den Buzzer hauen muss. Wirkliche Besserung ist allerdings nicht in Sicht.

Nach der Verletzung von Claus bleibt eine wirkliche Schlussoffensive aus – auch aufgrund der weiterhin zu unsauberen Spielweise. Beim 25:27 (56.) ist Bietigheim zwar noch in Schlagdistanz, den Schwaben gelingt es jedoch nicht, noch einen Punkt mitzunehmen. Denn weiterhin ist Spikic im Tor in den wichtigen Momenten zur Stelle (14 Paraden) und vorne zeigt Aellen mit zwölf Treffern eine Top-Leistung. So geht die SG BBM am Ende mit 25:31 als Verlierer von der Platte. „Es war ein hartes Spiel mit viel Aggressivität“, resümiert SG-Rückraumshooter Norrbrink und ergänzt: „Ich bin mit unserer Spielweise ein enttäuscht.“

 
 
- Anzeige -