Handball-Bundesliga Technische Fehler brechen Bietigheim das Genick

Von Niklas Braiger
Nur selten bekommt Fabian Wiederstein am Kreis mal den Ball. Zu oft ist der Ball bei den Rückraumspielern schon weg. Foto: /Max Krause /Rohdiamant

Gegen den TBV Lemgo ist für die Ellentäler nichts zu holen. Die Gäste profitieren von einfachen Fehlern der Hausherren. 

Das kräftezehrende Spiel gegen den THW Kiel am vergangenen Donnerstag scheint der SG BBM Bietigheim noch in den Knochen zu stecken. Denn am Sonntagnachmittag gibt es gegen den TBV Lemgo eine 29:36-Niederlage, die Ellentäler wirken schon früh in der Partie müde, Trainer Hartmut Mayerhoffer rotiert früh insbesondere im Rückraum.

„Wir hatten gesehen, dass wir im Rückraum ein paar Schwierigkeiten hatten und versucht haben, andere Optionen auf das Spielfeld zu bekommen“, erklärt der Coach nach der Partie, der anstelle des Youngsters Quirin Oßwald auf der Rechtsaußenposition wieder Jona Bader in den Kader beruft. Moritz Strosack (muskuläre Probleme) und Jan Hrdlicka (Gehirnerschütterung) werden nicht rechtzeitig fit für das Spiel mit den Lippischen.

Ungenau und hektisch im Angriff

Doch auch ohne die beiden starten die Hausherren noch ebenbürtig, leisten sich aber direkt einige technische Fehler. Nach rund zehn Minuten ist dann aber endgültig ein Bruch im SG-Spiel, beim Stand von 6:9 greift Mayerhoffer zur Auszeit, die aber auch erst einmal nicht den gewünschten Erfolg bringt. Denn der Rückraum der Schwaben ist zu hektisch und schludrig, schmeißt zu oft unüberlegt den Ball weg und gibt so die Möglichkeit für den TBV, in das gefährliche Tempospiel zu kommen. So ist es auch nicht hilfreich, dass Bietigheim beim Angriff-Abwehr-Wechsel regelmäßig zu langsam ist und Lemgo daher mit einer 20:15-Pausenführung in die Kabine geht.

Auch in Durchgang zwei bekommen die Bietigheimer in der Defensive nicht den Zugriff, den sie sich wünschen würden, die Gäste spielen offensiv über weite Strecken mit vier Spielern im Rückraum und cleveren Einläufern, womit die SG kaum klarkommt. Im Angriff können sie immerhin etwas die Anzahl der technischen Fehler abstellen, am Ende sind es dennoch elf im Vergleich zu Lemgos sechs. So verhindert die Mayerhoffer-Sechs aber, dass der Abstand weiter wächst.

Doch wie schon gegen Kiel: Je länger die Partie andauert, desto schwieriger wird es für die Gastgeber Fuß zu fassen und sich noch einmal zurückzuarbeiten. Der Tank, der ohnehin schon auf Reserve läuft, scheint vollends geleert zu sein, beim 20:27 versucht Mayerhoffer mit einer Auszeit noch einmal neue Kräfte freizusetzen (43.).

Die TBV-Anhänger machen Lärm

Da Lemgo nun auch einen Gang herunterschaltet, bleibt es bei Schadensbegrenzung. Zweistellig wird der Rückstand der Ellentäler nicht, eine Aufholjagd bleibt aber auch aus. In der Schlussphase sind in der Ege-Trans-Arena phasenweise nur noch die rund 40 mitgereisten Fans aus dem Lippischen Land zu hören. Die dürfen sich dann dreieinhalb Minuten vor Schluss auch sicher sein, dass der Sieg sicher ist, als Niels Versteijnen das 34:28 erzielt und alles klar macht.

Schön zu sehen ist aber dennoch, dass Jan Kanters schon eine Viertelstunde vor Schluss für einen Siebenmeter ins Tor kommt und zweieinhalb Minuten vor Ende dann sogar dort die restliche Spielzeit über bleibt. Es sind die ersten Bundesliga-Minuten des Eigengewächses, der eigentlich in Liga drei bei Horkheim zwischen den Pfosten steht. Am Einschlag des letzten Wurfes kann er auch nichts mehr ändern, mit 29:36 geht die Partie an die Gäste.

„Wir haben das Spiel in der ersten Halbzeit verloren, weil wir zu viele technische Fehler hatten, bei denen der Gegner die einfachen Tore gemacht hat“, resümiert Mayerhoffer, der nun bereits auf Donnerstag schauen muss. Dann geht es auswärts gegen Eisenach.

 
 
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