Nach dem Überraschungserfolg gegen Spitzenreiter SKV Unterensingen unterlagen die Handballer des TSV Bönnigheim in ihrem letzten Auswärtsspiel in der Oberliga Baden-Württemberg beim TV Hardheim mit 27:33 (11:16). Allerdings mussten die Gäste nicht nur auf Robin Mack und David Track verzichten, sondern auch mit dem Handicap fertig werden, dass David Müller bereits nach zehn Minuten mit einer Gehirnerschütterung ausfiel und ins Krankenhaus transportiert werden musste.
Handball Oberliga Bönnigheim verliert das letzte Auswärtsspiel in der Oberliga
Beim 27:33 in Hardheim agiert der als Absteiger feststehende TSV zu lange unkonzentriert. Auch eine kurze Aufholjagd ändert nichts an der Niederlage.
Müllers Ausfall schwächt den TSV
Dadurch wurde den Bönnigheimern zusätzliche Torgefahr aus dem Rückraum sowie auch bessere Stabilität im Abwehrzentrum genommen. „Wir haben die letzten zehn Minuten vor der Pause und die zehn Minuten danach völlig verschlafen, haben dann aber Moral bewiesen und uns nochmals heran gekämpft. Dann aber haben wir leider wichtige freie Chancen nicht im Tor untergebracht“, ärgerte sich Interimstrainer Philipp Dröse. Dazu kam wieder einmal eine unnötige Disqualifikation für Jaron May in der 50. Minute, der bei einem Konter einen Hardheimer Spieler im Gegenstoß zu Fall brachte. Trotz seines zum wiederholten Male gesehenen Aussetzers konstatierte ihm Dröse ein gutes Spiel, er war immerhin mit neun Treffern bester Schütze seines Teams.
In der Startphase taten sich die Gäste in der rappelvollen Hardheimer Schulsporthalle gegen die äußerst robusten und kräftig zupackende Abwehr der Einheimischen sehr schwer. Bis zum 4:3 nach elf Minuten waren erst sieben Tore gefallen, was auch an der guten TSV-Abwehrleistung inklusive Torhüter Felix Kerber lag. Im Angriff fehlten nach dem Ausfall von Davis Müller die Alternativen, sodass Hardheim nach dem 11:9 durch Levin May in den verbleibenden sieben Minuten bis zur Pause auf 16:11 davonziehen konnte. Dieses Halbzeitresultat hatten sich die Bönnigheimer ob der vielen einfachen Ballverluste selbst zuzuschreiben.
Äußerst schläfrig und unkonzentriert kamen sie auch aus der Kabine und so wuchs der Rückstand innerhalb von nicht einmal vier Minuten nach einem 5:0-Lauf der Gastgeber beim 21:11 gar auf einen Zehn-Tore-Rückstand. Dieser Abstand hatte auch noch in der 40. Minute beim 25:15 Bestand. Symptomatisch für den Auftritt des TSV bis dahin war, dass sogar ein Einwurf beim Gegner landete, der sich nach diesem Geschenk nicht lange bitten ließ.
Bönnigheimer 6:0-Lauf
Der erste Schnellangriff des TSV im ganzen Spiel führte durch Benedikt Qual zum 25:16, und das war endlich auch die Initialzündung zur einer Aufholjagd, die bis zur 25:21-Annäherung (47.) führte. Das Momentum hatten die Bönnigheimer jetzt auf ihrer Seite. Doch als gleich zwei Mal hintereinander Güngör Cakar frei am Kreis den Ball nicht im Hardheimer Tor unterbringen konnte, fanden die Hausherren wieder das Gaspedal. Auch die Rote Karte gegen Jaron May spielte ihnen natürlich in die Karten, sodass der TVH bis zum Ende nicht mehr ernsthaft in Bedrängnis geriet, und über 28:21 und 29:24 (55.) einen verdienten 33:27-Heimsieg einfahren konnte.
TSV Bönnigheim: Schultz, Kerber; Qual (6/4), Haug (1), Müller, Levin May (2), Jaron May (9/3), Galluccio, Herter, Zundel (2), Cakar, Horst (3), Tingler (4).
