Handball-Oberliga Bönnigheimer Aufholjagd wird am Ende nicht belohnt

Von bz
Jaron May war erfolgreichster Bönnigheimer Torschütze in Lauterstein. Nach der Niederlage zeigte er sich jedoch enttäuscht. Foto: /Oliver Bürkle

Beim 32:35 in Lauterstein leistet sich der TSV zu viele Fehler, um im Kellerduell die Punkte mit nach Hause zu nehmen.

Im Kellerduell der Handball-Oberliga Baden-Württemberg zwischen dem SG Lauterstein und dem TSV Bönnigheim behielten die Gastgeber in der Kreuzberghalle von Lauterstein-Nenningen mit einem letztlich verdienten 35:32-Erfolg die Oberhand. Wie schon zu oft in dieser Saison standen sich die Bönnigheimer einmal mehr selbst im Weg. Der Tabellenletzte, der von Beginn an einem Rückstand hinterher lief, kämpfte sich zwar nach einem Sechs-Tore-Rückstand Mitte der zweiten Hälfte in der 58. Minute noch auf 30:31 heran, doch letztlich fehlte dann entweder die Cleverness oder das nötige Glück. Chancen, dem Spiel in den Schlussminuten eine Wende zu geben, waren sicherlich da, doch schließlich profitierten die ein bisschen abgezockter auftretenden Lautersteiner von individuellen Fehlern des TSV, hatten aber auch das nötige Quäntchen Glück, dass gleich zwei Abpraller von Torhüter Mario Schulz direkt in ihre Hände fielen.

Klassenerhalt rückt in immer weitere Ferne

Durch diese Niederlage im Abstiegskampf gegen einen unmittelbaren Tabellennachbarn rückt der Abstieg aus der Oberliga bedenklich nahe. Noch stehen jedoch neun Begegnungen aus. „Es hat zeitweise gewirkt, als ob wir uns um den Ernst der Lage nicht bewusst wären“, sagte ein sichtlich enttäuschter und unzufriedenen Jaron May, der mit acht Toren bester Torschütze seines Teams war.

Aber auch Bönnigheims Interims-Coach Philipp Dröse, der nach dem überzeugenden Heimsieg gegen Flein auf einen weiteren Schub gehofft hatte, haderte mit der Niederlage: „Wir haben Moral bewiesen und uns nach der Schwächephase zu Beginn der zweiten Halbzeit gut ran gekämpft, aber ich hadere vor allen Dingen mit den vielen freien Chancen, die wir vergeben haben“, meinte er. Sicherlich mit ausschlaggebend für die schmerzhafte Niederlage war auch die Rote Karte für David Müller, der in einer Abwehraktion einen Gegenspieler im Gesicht traf.

Lauterstein, das ebenfalls wie der TSV nach nur zehn Punkten aus 16 Spielen mit dem Rücken zur Wand steht, wirkte von Anfang an voll fokussiert und immer wieder einen Hauch wacher als die Gäste. Die Bönnigheimer brauchten fast sieben Minuten, um durch David Müllers verwandelten Siebenmeter zum 2:1 ein Tor zu erzielen. Jaron May gelang eine Viertelstunde später nach einem Konter der Ausgleich zum 9:9 (20.), aber erneut legten die Gastgeber vor und gingen mit einem 17:15-Vorsprung in die Kabine, weil sich auf Gästeseite immer wieder Flüchtigkeitsfehler einschlichen.

Bönnigheim agiert häufig zu unkonzentriert

Unkonzentriert und sicherlich auch etwas geschockt durch die Disqualifikation ihres bis dahin besten Werfers David Müller begannen die TSVler nach dem Wechsel. So konnte die SG Lauterstein innerhalb von sieben Minuten auf 22:16 (37.) davonziehen und diesen Vorsprung bis zum 26:20 (46.) auch halten, weil die Gästen auch in Überzahl gleich zwei Mal hintereinander die Kugel nicht ins gegnerische Tor befördern konnten.

Schlussendlich war die Aufholjagd zu wenig, um am Ende die Halle als Sieger verlassen zu können. Am nächsten Samstag (20 Uhr), empfängt der TSV in eigener Halle zum Lokalderby die SG BBM Bietigheim 2.

TSV Bönnigheim: Kerber, Schultz; Qual (4), Müller (6/2), May (8), Galluccio (1), Herter (2), Mack (4), Vogelmann, Zundel, Schmid, Track (1), Cakar (1), Horst (2), Tingler (3/2).

 
 
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