Handball Oberliga Frauen SG-Frauen verlangen Topteam alles ab

Von Manuel Schust
Immer wieder gelang es den SG-Frauen, wie hier Carolin Vogt, durch gut herausgespielte Angriffe zu vielversprechenden Wurfchancen zu kommen. Foto: /Oliver Bürkle

Rund 45 Minuten können die Frauen der SG BBM Bietigheim dem Oberliga-Spitzenreiter TG 88 Pforzheim Paroli bieten, müssen sich dann aber mit 26:35 geschlagen geben.

Bis Mitte der zweiten Halbzeit lag am Samstag in der Bissinger Jahnhalle eine kleine Sensation in der Luft. Die Handballerinnen der SG BBM Bietigheim spielten gegen den in dieser Saison ungeschlagenen Tabellenführer aus Pforzheim groß auf und lagen lange in Schlagdistanz. Doch die schwindenden Kräfte und die Verletzung einer Spielerin ließen das Pendel dann endgültig zu Gunsten der Gäste ausschlagen. Im Stile eines Spitzenteams zog Pforzheim in der Schlussviertelstunde davon und fügte den Ellentälerinnen beim 26:35 die erste Heimniederlage seit Anfang November zu. Für die Goldstädterinnen war es der 17. Sieg in Folge.

Am Ende geht die Kraft aus

„Unser Ziel war es, Pforzheim so lange wie möglich zu ärgern, die stehen schließlich nicht umsonst ganz oben – und das ist uns gelungen“, zeigte sich SG-Trainer Nico Gassner trotz der Niederlage zufrieden mit der Leistung seiner Spielerinnen. „Uns ist in den letzten zwölf, dreizehn Minuten einfach ein bisschen der Dampf ausgegangen, aber das war auch so zu erwarten.“

Denn bei den Bietigheimerinnen stand nach den Ausfällen von Lillian Roith und Stefanie Schulz nur eine etatmäßige Außenspielerin im Aufgebot. Da die A-Juniorinnen parallel beim Auswärtsspiel in Kinzigtal im Einsatz waren, konnten die SG-Frauen auch nicht aus der Jugend Spielerinnen rekrutieren.

Die dünne Personaldecke auf der Außenposition sollte aber zunächst keine Rolle spielen. Denn die Bietigheimerinnen waren von Anfang an gut in der Partie drin und wollten sich nicht wie beim Hinrundenspiel (17:32) überrennen lassen. Zwar versuchten die Gäste immer wieder durch Schnellangriffe das für sie so typische Erfolgsrezept anzuwenden. Doch die SG-Frauen rannten nach Angriffen schnell zurück in die Defensive und ließen Pforzheim so nicht ins Rennen kommen. Den 3:5-Rückstand verwandelte das Team von Nico Gassner binnen drei Minuten in eine 7:5-Führung.

Die Gäste mussten ihr Spiel umstellen, um offensiv in einen neuen Rhythmus zu kommen. Durch Emily Haar und Mareike Ast glich Pforzheim zwar wieder aus. Aber die Ellentälerinnen blieben durch eine starke Einzelleistung von Leni Höhn und dem vollendeten Schnellangriff von Carolin Vogt weiter vorne (10:8). Nach einer Auszeit der Gäste trumpfte die überragende Noemi Hoefs mit kraftvollen Würfen aus dem Rückraum auf. Pforzheim eroberte die Führung zurück und verteidigte diese bis zur Halbzeit (17:19). Aber die SG BBM hatte in Durchgang eins schon so viele Tore erzielt wie im gesamten Hinrundenspiel.

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Bietigheimerinnen im Angriff geduldig und in der Abwehr diszipliniert. Nachdem in der ersten Halbzeit Janina Berner das Tor der SG gehütet hatte, stand nun Celina Gasior zwischen den Pfosten. Zwar lagen die SG-Frauen weiter in Schlagdistanz (21:22). Doch die Kraftreserven waren langsam erschöpft und der Ball lief nicht mehr so gut durch Bietigheims Reihen.

Verletzung überschattet Ende

Als dann Leni Höhn umknickte und das Spielfeld verletzt verlassen musste, entwickelte sich die Partie zur Einbahnstraße. Pforzheim erzielte sieben Tore hintereinander und feierte einen zu deutlichen 35:26-Sieg.

„Wenn am Ende Pforzheim mit vier oder fünf Toren gewinnt, hätte das eher dem Spielverlauf entsprochen“, betonte Nico Gassner nach dem Spiel.

Für die achtplatzierte SG steht am Samstag (19.30 Uhr) das Auswärtsspiel beim Tabellenzweiten TSV Birkenau an.

SG BBM Bietigheim: Gasior, Berner; H. Roith (1), Bäuerle (1), Schäufele (1), Vnucec, C. Vogt (4), C. Höhn, Jooß (6/5), L. Vogt (4), Walter (5), L. Höhn (4).

 
 
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