Handball Oberliga Männer Abstiegsangst trifft Aufstiegshoffnung

Von Niklas Braiger
Das Hinspiel zwischen Bietigheim und Bönnigheim war eine Schlacht mit insgesamt 14 Zeitstrafen. Foto: Julia Rahn/Baumann

Bönnigheim erwartet am Samstag (20 Uhr) die SG BBM Bietigheim 2 zum handballerischen Tanz.

Nur 11,5 Kilometer und eine Fahrtzeit von nicht einmal 20 Minuten trennt die Halle am Viadukt in Bietigheim und die Alte Sporthalle in der Bönnigheimer Schulstraße. Nicht verwunderlich, dass beim direkten Duell in der Handball-Oberliga der Männer eine heiße Atmosphäre erwartet wird. Beim hitzigen Hinspiel im Ellental inklusive sieben Zeitstrafen pro Seite und einer roten Karte setzte sich die SG BBM Bietigheim am Ende gegen den TSV mit 37:30 durch. Nun bekommen die Bönnigheimer an diesem Samstag (20 Uhr) ihre Chance auf Revanche.

Doch so geografisch nah sich die beiden Lokalrivalen auch sind, so weit sind sie in der Tabelle auseinander. Gastgeber Bönnigheim ist Schlusslicht der Liga, verlor vergangene Woche das direkte Duell mit der SG Lauterstein und muss nun hoffen, nicht wieder den Anschluss zu verlieren. Nach einer katastrophalen zur Saisonmitte ist nun Philipp Dröse am Steuer des TSV-Kahns und soll das Ruder noch herumreißen. Gegen Lauterstein fehlte nicht viel für den zweiten Sieg unter seiner Regie, doch auch eine Rote Karte gegen Rückraum-Akteur David Müller kurz nach der Pause war ausschlaggebend für den Punktverlust.

Konkurrenz noch greifbar

Noch verbleiben aber neun Spiele, genug Zeit für Dröse und seine Männer, sich noch aus dem Keller zu arbeiten. Fünf Zähler Rückstand sind es von Bönnigheims 14. Platz bis auf Söflingen auf Rang elf, sechs Punkte fehlen bis zu Platz zehn und Leutershausen. Wie viele Teams am Ende insgesamt absteigen, ist noch nicht sicher. Das kommt auf die Anzahl der Drittliga- und Regionalliga-Absteiger an.

Eine ähnliche Gefühlswelt, jedoch mit gänzlich anderen tabellarischen Voraussetzungen, hat die SG. Als Tabellenvierter mit nur einem Zähler Rückstand auf Rang zwei kann sich die Sieben von Christian Heuberger noch Hoffnungen auf eine mögliche Aufstiegsrunde ausmalen. Und das, obwohl das Team zuletzt in einem massiven Formtief steckt. Nur ein Pünktchen gab es aus den vergangenen sechs Partien – bei einem Unentschieden gegen Mittelfeld-Team Hardheim. Ansonsten kamen Pleiten gegen die direkten Konkurrenten Unterensingen (Erster) Schozach-Bottwartal (Dritter), Amicitia Viernheim (Fünfter) und Hegensberg-Liebersbronn (Sechster) dazu. Zudem gab es eine überraschende Niederlage beim Heimspiel gegen Kellerkind Söflingen.

Heuberger fordert Härte

Für Trainer Heuberger ist daher klar: „Da wird uns ein heißer Tanz erwarten. Die Halle wird voll sein, das wird eine heiße Atmosphäre.“ Dem Coach der SG ist klar, dass sich Bönnigheim obgleich der Tabellensituation mit allen Mittel gegen die Niederlage stemmen wird. „Auch im Hinspiel war es ja nicht so, dass wir von vorne weg das Spiel dominiert haben“, so Heuberger, der prognostiziert: „Das wird kein Handball-Leckerbissen der spielerischen Art, weil beide Mannschaften nicht in der Form sind, brutal attraktiv zu spielen.“ Klar ist ihm aber eine Sache: Es wird wieder hart zur Sache gehen. „Wir werden uns wehren. Ich sage immer wieder, ich brauche mehr Zeitstrafen, da das Aggressivität ausdrückt. Natürlich nicht durch dumme oder unsportliche Aktionen, sondern harte, die dem Gegner Respekt verschaffen“, erklärt er.

 
 
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