Das finale Top-Spiel in der A-Jugend-Regionalliga steht für die Nachwuchshandballer der HB Ludwigsburg am Wochenende bevor. Als Spitzenreiter erwarten die Barockstädter den Verfolger aus Konstanz. Doch für Spannung – zumindest tabellarischer Natur – ist nicht mehr gesorgt. Denn am vergangenen Sonntag machte das Team von Coach Alexander Radtke-Großhans bereits den Titel klar. Dank des gewohnt dominanten 42:33-Sieges in Heiningen ist ihnen der Platz an der Sonne nicht mehr zu nehmen.
Handball-Regionalliga Vorzeitiger Meister nach skandinavischem Vorbild
Schon ein Spiel vor Saisonende ist die A-Jugend HB Ludwigsburg sicherer Meister in der Regionalliga. Grund dafür ist die überragende Offensive der Barockstädter.
Gerechnet haben die Ludwigsburger damit vor der Saison jedoch nicht unbedingt: „Wir haben uns am Anfang der Saison nach dem Ausscheiden in der Qualifikation zur 2. Liga vorgenommen, vorne mitzuspielen. Dass es am Ende für Platz eins gereicht hat, und wir von Anfang an so eine gute Abwehr mit dem Tempospiel spielen würden, war nicht zu erwarten“, schildert der Coach. Die Vollgas-Offensive war die gesamte Saison über das Prunkstück der HBL: „Am Ende des Tages haben wir im Schnitt 39 Tore gemacht, das geht nur mit Tempohandball.“ In der Bewegung nach vorne waren die Barockstädter schnell wie Seuche, nie schossen sie weniger als 30 Tore, in sieben von 17 Spielen dafür 40 oder mehr.
86-Tore-Spektakel in Wangen
„Wir hatten schon Spiele dabei, in denen die Abwehr nicht ganz so gut war“, weiß Radtke-Großhans. Etwa gegen Wangen, als der Spitzenreiter zwar 41 Tore kassierte, selbst aber mit 45 Treffern einen oben drauf legte und dennoch als Sieger vom Platz ging. Die Inspiration dafür hat der 41-Jährige aus dem hohen Norden. „Wir spielen den modernen Handball, so wie es auch in Skandinavien inzwischen gespielt wird“, erklärt der Coach.
Abschenken wolle er das letzte Saisonspiel gegen Konstanz aber trotz der sicheren Meisterschaft nicht. Denn die Ludwigsburger wollen ihre weiße Weste bewahren: Bisher gab es noch keine Niederlage in dieser Saison, lediglich drei Mal spielten die Handballer vom Neckar Unentschieden. So auch im Hinspiel. Radtke-Großhans erinnert sich noch gut an die Partie: „Wir lagen da mit sechs, sieben Toren hinten und haben es aber zum Schluss geschafft, das Spiel zu drehen. Zwischenzeitlich lagen wir sogar mit zwei Toren vorne. Am Ende sind wir mit einem weinenden Auge aus dem Spiel, weil man den zweiten Punkt hergegeben hat, aber dann doch recht zufrieden heimgefahren.“
„Jugend forscht“ bei den Aktiven
Für das Rückspiel erhofft er sich eine ähnliche Kulisse, wie vor eineinhalb Wochen beim Heimauftritt gegen Wangen. „Das war schon richtig geil, den Zuschauern hat es sehr gefallen. Wir hoffen, die Halle noch einmal so voll zu bekommen und unsere Saison krönend mit einem Sieg abzuschließen“, blickt er voraus, auch für den 2007er-Jahrgang an Spielern. Denn der läuft am Wochenende das letzte Mal in der Jugend auf, danach geht es für den älteren A-Jugend-Jahrgang zu den Männern. Dort sind einige schon inkorporiert, fünf Spieler haben die Vorbereitung bei der ersten Mannschaft verbracht. Torgarant Nils Skalicky, Jadon Heine und Mika Beck haben sich schon für das Verbandsliga-Team empfehlen dürfen. Simon und Pascal Großhans sowie einige weitere Spieler laufen für die zweite Mannschaft der HBL auf.
Gelungene Zukunftspläne
In den nächsten Jahren sollen immer mehr Jugendspieler dort integriert werden. „Natürlich wollen wir unseren Talenten eine Plattform bieten“, erklärt Radtke-Großhans, weiß aber auch: „Ob die Plattform Verbandsliga dafür ausreichend ist, sei dahingestellt.“ Denn mittelfristig ist das Ziel, sich in Richtung Oberliga zu orientieren und „den nächsten Step zu gehen.“ Wichtig dafür ist auch, dass keine vermeintlich schwächeren Jahrgänge von unten hochkommen. Das ist aktuell aber wohl nicht der Fall. „Wir haben kontinuierlich bis zur C-Jugend gute Jungs am Start. Da können es zwei bis fünf Spieler packen, den nächsten Schritt in die erste Mannschaft zu gehen“, ist der Jugendleiter stolz auf die Arbeit.
