Handball SG BBM Bietigheim empfängt ukrainischen Rekordmeister

Von bzh
Torwart Frederik Genz (Mitte) will mit der SG BBM Bietigheim nach zwei Niederlagen in Folge wieder in die Erfolgsspur. Foto: /Marco Wolf

Die Handballer der SG BBM Bietigheim treffen zum ersten Mal in der Zweiten Liga in einem Meisterschaftsspiel auf einen ausländischen Gegner. Am Sonntag kommt HC Motor Zaporizhzhia in die Ege-Trans-Arena. Der ukrainische Rekordmeister genießt in der Zweiten Bundesliga Gastrecht.

Premiere für die Handballer der SG BBM Bietigheim: Erstmals treffen sie in einem Meisterschaftsspiel auf einen ausländischen Gegner. Am Sonntag (17 Uhr) kommt der HC Motor Zaporizhzhia in die Ege-Trans-Arena. Der ukrainische Rekordmeister genießt in der Zweiten Bundesliga Gastrecht. Wegen des Krieges ruht in der Ukraine der Spielbetrieb. Daher suchte Motor eine neue sportliche Heimat – die Bundesliga zeigte sich solidarisch und gliederte Zaporizhzhia ins Unterhaus ein.

Allerdings musste die Mannschaft neu formiert werden und den Umzug nach Düsseldorf verarbeiten. Dort fanden der Klub und die Familien der Spieler ein Zuhause. Nach drei Niederlagen gab es Ende September gegen Rostock den ersten Sieg (27:24). Vor zwei Wochen bezwang der HCM die Wölfe Würzburg (32:28). Und auch beim 32:33 beim verlustpunktfreien Spitzenreiter Balingen-Weilstetten bewiesen die Ukrainer ihr Können.

Von 2013 bis 2022 spielte Zaporizhzhia in der Champions League. Aktuell mischt Motor in der European League mit. „Im ersten Spiel bekamen wir gegen die Füchse aus Berlin eins auf den Deckel. Gegen die Dänen aus Skanderborg waren wir am Dienstag aber trotz der 31:37-Niederlage auf Augenhöhe“, freut sich Marcel Ortmanns von der Düsseldorfer Agentur D.Sports, die das Handball-Projekt begleitet.

Wie Kapitän Zakhar Denysov stehen noch einige Akteure im Team, die schon in der Champions League für den HCM am Ball waren. Für Aufsehen sorgt Rückraumspieler Ihor Turchenko. In neun Liga-Spielen erzielte der erst 21-jährige Halblinke 60 Treffer, netzte auch gegen die Füchse und Skanderborg 19-mal ein.

„Es geht einerseits darum, mit diesem Spiel ein Zeichen gegen den Krieg in der Ukraine zu setzen, aber andererseits gilt es für uns nach den Niederlagen in den letzten beiden Spielen, wieder in die Spur zu kommen“, sagt SG-Torhüter Frederik Genz. „Auch wenn die Punkte nicht zählen, werden wir alles reinwerfen, um zu gewinnen und ein gutes Gefühl für die folgenden Partien zu bekommen.“

Gut möglich, dass sich die SG trotz des Heimvorteils am Sonntag als Auswärtsteam fühlt. In Zusammenarbeit mit der Kreissparkasse Ludwigsburg bot die SG Geflüchteten Freikarten für das Spiel an. Die Tickets fanden nach Informationen des Vereins großen Anklang. „Uns erwartet ein außergewöhnliches Spiel, das auch Miteinander und Zusammenhalt demonstrieren soll“, freut sich SG-Geschäftsführer Bastian Spahlinger auf die Partie.  bzh

 
 
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