Handball Zweite Bundesliga Jetzt klappt es auch mit den Heimsiegen

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Im Flug: Der junge Bietigheimer Nikola Vlahovic hat sich durchgesetzt und taucht im direkten Duell mit dem Ferndorfer Torhüter Lucas Puhl auf. Foto: Helmut Pangerl

In einem spannenden Zweitliga-Spiel besiegt die SG BBM Bietigheim den TuS Ferndorf mit 30:29 (14:13). Dominik Claus spielt in der zweiten Halbzeit groß auf.

Ihren dritten Heimsieg in Folge feierte die SG BBM Bietigheim in der Zweiten Handball-Bundesliga – und das nach den Erfolgen in der MHP-Arena in Ludwigsburg und der Bietigheimer EgeTrans-Arena am Freitagabend auch in der Halle am Viadukt. Das ist sicher eine der Besonderheiten dieser Zweitliga-Saison. Mit dem knappen 30:29-Erfolg über den starken TuS Ferndorf ließen die Bietigheimer endgültig die Heimschwäche vergessen, als sie die ersten fünf Partien in der EgeTrans-Arena nicht gewonnen hatten. „Die Stimmung war geil. Es ist alles sehr begrenzt und war mal was anderes. Das sollten wir jedes Jahr einmal machen“, war der Bietigheimer Trainer Hannes Jon Jonsson angetan von der prächtigen Stimmung und der tollen Atmosphäre in der Viadukthalle.

Schneider spielt überragend

Die 1300 Zuschauer hatten aber auch allen Grund sich zu freuen, denn beide Mannschaften lieferten sich ein packendes, spannendes und torreiches Spiel. Neben der Stimmung hatte SG-Coach Jonsson auch die Leistung seiner Mannschaft gefallen. „Unser Spiel im Angriff mit 30 Toren war okay, davon haben wir nur zwei nach Tempogegenstößen erzielt und die anderen aus dem Positionsangriff heraus, Probleme hatten wir nur mit dem jungen Spielmacher der Ferndorfer. Der hat gespielt wie ein Weltmeister“, lobte Jonsson den 27-jährigen Julian Schneider, der auf seiner Position eigentlich nur zweit Wahl ist, und in Bietigheim den verletzten Marijan Basic vertrat. Julian Schneider holte viele Siebenmeter und etliche Zeitstrafen heraus. Die Partie war umkämpft und intensiv, aber nie unfair oder überhart. Sieben Strafzeiten gegen Bietigheim, von denen Kapitän Jan Asmuth drei erhielt und damit nach 50 Minuten die Rote Karte sah, sowie sechs Zwei-Minuten-Strafen gegen die Gäste verteilten die beiden jungen Schiedsrichter Philipp Dinges und Tobias Schmack, die ihre Sache gut machten. Elf Siebenmeter gegen die Gastgeber waren auch ein stolze Quote.

Was Julian Schneider für Ferndorf war, das war Dominik Claus in der zweiten Halbzeit für die Gastgeber. Sieben Treffer erzielte der 23-jährige Rückraumspieler und führte seine Mannschaft zum Sieg. Claus traf in einer entscheidenden Phase Mitte der zweiten Halbzeit viermal hintereinander und erzielte dann 30 Sekunden vor Spielende den Treffer zum 30:28, der den Sieg bedeutete. Ex-Weltmeister Michael Kraus war in vielen Szenen mit seiner Erfahrung wichtig für das Team, auch wenn ihm ein, zwei Fehler unterliefen. Seine herausragende Qualität bei den Abschlüssen unterstrich er mit fünf unnachahmlich erzielten Toren. Bärenstark agierte Linkshänder Christian Schäfer, der vier Siebenmeter eiskalt verwandelte und drei Treffer von der Außenposition erzielte, dabei zweimal mit frechen Lupfern den Torhüter düpierte. Im Tor lieferte Jürgen Müller eine überragende Partie ab, wies am Ende zehn Paraden auf. Vor allem in der ersten Halbzeit war er ein starker Rückhalt. Er sicherte mit einem gehaltenen Siebenmeter auch die knappe 14:13-Pausenführung.

Nach 50 Minuten drei Tore vorne.

Es war durchgehend eine enge und offene Partie mit knappen Spielständen. Erst in der 50. Minute sorgte Claus mit seinem Tor zum 23:20 erstmals für einen Drei-Tore-Vorsprung für die Gastgeber. Die spielten viele gute Angriffe gegen eine aggressive Ferndorfer Abwehr und fanden häufig die Lücken zu einem erfolgreichen Abschluss. Den hatten aber auch die Gäste, die zu keiner Zeit wie ein Abstiegskandidat auftraten und neben Julian Schneider in Julius Lindskog Andersson einen zweiten starken Rückraumspieler im Team hatten.

Für die SG BBM Bietigheim geht es am 15. Dezember mit dem Auswärtsspiel beim HC Elbflorenz.

 
 
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