Handballerin der SG BBM gewinnt mit Dänemark Bronze WM-Bronze für Østergaard

Von bzh
Die Bietigheimerin Trine Østergaard, hier beim Torjubel im Halbfinale gegen Frankreich, gewann am Sonntag mit Dänemark WM-Bronze. ⇥ Foto: Jozo Cabraja / kolektiff via www.imago-images.de

Die Rechtsaußen der SG BBM erreicht mit dem dänischen Team den dritten Platz. Bietigheims Trainer Gaugisch zeigt sich zufrieden mit seinen Nationalspielerinnen.

Ein spektakuläres Finale krönte die Handball-Weltmeisterschaft der Frauen. Norwegen besiegte Frankreich nach einem 10:16-Rückstand mit 29:22. Zuvor durfte im Spiel um Platz drei eine Bietigheimerin jubeln. Trine Østergaard gewann mit Dänemark gegen Gastgeber Spanien die Bronzemedaille. „Ich bin sehr zufrieden und stolz auf mein Team“, freut sich die SG-Rechtsaußen.

28 Treffer im Turnier

Die Flügelflitzerin war nicht nur wegen ihrer 28 WM-Tore ein wichtiger Baustein des dänischen Erfolgspuzzles. Sie stand bei den neun WM-Spielen von allen Akteurinnen die längste Zeit auf dem Feld. Mit 6:33 Stunden hatte die in Bietigheim nur „Ö“ gerufene Trine mehr als eine Stunde „Vorsprung“ auf Kathrine Heindahl, die Tabelle der Einsatzzeiten nächstfolgende Dänin. Noch länger war bei den drei Medaillenteams nur Frankreichs Spielmacherin Grace Zaadi Deuna (6:47 Stunden) in Aktion.

Østergaard genießt zwar nicht den Ruf eines „Abwehrmonsters“, aber wie wichtig die 141-fache Nationalspielerin (267 Tore) selbst in der Defensive für den WM-Dritten war, zeigte die zweite Halbzeit des Spiels um Bronze. Dänemarks Coach Jesper Jensen opferte wegen der spanischen Abwehrvarianten zwar die Rechtsaußenposition, doch in der Abwehr wechselte er seine Nummer 25 stets ein.

Eine Besonderheit des dänischen Spiels war die Fixierung auf den Rückraum. Die Außen wurden ganz in der Ecke positioniert, sollten die Abwehr auseinander ziehen, um Platz für den Rückraum zu schaffen. Daher blieb Østergaard oft länger ohne Ballkontakt. „Bei uns wird sie öfter gesucht“, meinte SG-Coach Markus Gaugisch dazu, „sie ist Weltklasse und wir versuchen wegen ihrer Qualitäten möglichst viel über sie zu spielen.“

Geduld zahlt sich aus

Für Østergaard zählt allein der Erfolg der Mannschaft: „Natürlich macht es nicht so viel Spaß, ein Match zu spielen, wenn man nicht so viele Aktionen hat. Aber ich bin eine sehr geduldige Spielerin und weiß, dass ich viele andere Jobs in unserem Team habe und nicht nur die Aufgabe, Tore zu machen.“ Ihre Geduld wurde mit der Bronze belohnt. Es war bereits die zweite WM-Medaille ihrer Karriere. Die erste gewann sie 2013 bei den Titelkämpfen in Serbien. Damals wurde Dänemark ebenfalls Dritter, warf im Viertelfinale die bis dahin ungeschlagene deutsche Auswahl aus dem Rennen. Mit zwölf Treffern war die ehemalige Bietigheimerin Susann Müller zwar die erfolgreichste Werferin der Partie, die entscheidenden Szenen gehörten aber Østergaard. Mit vier Gegenstoßtreffern in Folge drehte sie nach einem dänischen Rückstand das Spiel.

In Bietigheim wird die 30-jährige Linkshänderin nach Weihnachten zurückerwartet. „Bis dahin habe ich den WM-Teilnehmerinnen frei gegeben“, bestätigt Gaugisch. „Dass sie Handball spielen können, wissen wir. Wichtiger als Training ist es, abzuschalten und den Kopf freizubekommen.“ Mit den Leistungen der anderen neun SG-Spielerinnen bei der WM war Gaugisch weitgehend zufrieden. Bei den deutschen Akteurinnen gefiel ihm vor allem die Abwehrarbeit von Xenia Smits. Auch Danick Snelder als holländische Abwehrchefin überzeugte. Genau wie Inger Smits. „Beim 34:37 im Wahnsinnsspiel der Niederlande gegen Norwegen hat man die enormen Qualitäten von Inger gesehen“, lobte der SG-Coach.

Ein Schimmer des norwegischen Goldes fällt auch auf Bietigheim. In der Abwehr des Weltmeisters spielte Maren Aardahl, die in der Saison 2019/20 für die SG auflief, eine zentrale Rolle. Inzwischen steht die Kreisläuferin in Odense unter Vertrag. Von dort wechselte letztes Jahr Trine Østergaard an die Enz.

 
 
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