Hat der Vorstand der VR Bank Ludwigsburg Druck ausgeübt? Widzinski verliert den Vorsitz im Betriebsrat

Von Michael Soltys
Ludwigsburg: Volksbank Ludwigsburg eG, Bankzentrale in der Schwieberdinger Str.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Der Betriebsrat der VR Bank Ludwigsburg wählt seine Vorsitzende nach nur zwei Monaten im Amt ab. Die Opposition kommt aus den Reihen der fusionierten Banken.

 Was sich am Dienstag angekündigt hatte, wurde am Mittwochmorgen Realität: Andrea Widzinski, Vorsitzende des Betriebsrats der fusionierten VR-Bank Ludwigsburg, wurde von ihren Kollegen abgewählt. Sie muss das Amt an ihren bisherigen Stellvertreter Klaus Bader abgeben.

Der Betriebsrat war im März nach einer Listenwahl gebildet worden, in der ersten Sitzung war Widzinski noch einstimmig zur Vorsitzenden gewählt worden. Mitte April hatte eine Gruppe des Betriebsrats den Antrag auf Abwahl der Vorsitzenden gestellt. Acht Betriebsräte stimmten am Mittwoch für die Abwahl, fünf laut Widzinski dagegen. Das entspricht exakt dem Kräfteverhältnis aus der Fusion. Auf der Liste der früheren Ludwigsburger Volksbank waren fünf Vertreter in den Betriebsrat eingerückt, von Asperg-Markgröningen und von der VR-Bank Neckar Enz in Besigheim kamen je vier Mitglieder. Aus deren Reihen kam offensichtlich der Widerstand, die fünf Vertreter aus Ludwigsburg glaubt Widzinski hinter sich. 

Mediation abgelehnt

Wie in der BZ berichtet, ist die Vorsitzende davon überzeugt, dass die Opposition in den eigenen Reihen sich auf Druck des Vorstands der VR-Bank gegen Widzinski gewandt hat. Insbesondere Vorstandschef Timm Häberle soll mit der erfahrenen und selbstbewussten Betriebsrats-Vorsitzenden nicht zurecht gekommen sein. Auffällig ist: Der Antrag auf Abwahl wurde weder begründet, noch wurden Kritik an der Arbeit Widzinskis geäußert oder Probleme angesprochen. Das jedenfalls berichtete Verdi-Gewerkschaftssekretär Frank Hawel im Gespräch mit der BZ. Der Versuch einer Mediation sei im Betriebsrat abgelehnt worden. Ebenso der Vorschlag, der gesamte Betriebsrat solle zurück treten, um danach die Belegschaft über den Kurs entscheiden zu lassen. Das hängt möglichweise mit der Akzeptanz Widzinskis bei der Belegschaft zusammen, die bei vorangegangenen Betriebsratswahlen nach eigenen Angaben sehr gute Ergebnisse eingefahren hat.

Widzinski selbst gab sich gegenüber der BZ nach der Abwahl gelassen. Sie bleibe freigestelltes Mitglied des Gremiums. Für die Arbeit untereinander und mit dem Vorstand habe der Vorgang allerdings „verheerende Folgen“, fürchtet sie. Das Vertrauen sei nachhaltig gestört. Bei Konfliktthemen mit dem Vorstand sei eine vernünftige Arbeit nicht mehr möglich.

 
 
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