Haushalt in Erligheim Erligheim bleibt schuldenfrei

Von annik Schuster
Durch Grundstücksverkäufe in den Neubaugebieten konnten Investitionen zum Großteil finanziert werden. Foto: /Oliver Bürkle

Der Gemeinde Erligheim gelingt der Haushaltsausgleich im Jahr 2022 nicht. Dennoch bleibt man schuldenfrei und will das Vermögen langfristig sichern.

Im Gemeinderat präsentierte Kämmerin Julia Mai den Haushaltsplan für das Jahr 2022.

Man sei bisher relativ gut durch die Corona-Pandemie gekommen, anders als viele andere Gemeinden musste man auch keine Einbrüche der Gewerbesteuer hinnehmen. Dennoch werde der Haushaltsausgleich voraussichtlich nicht gelingen. Die ordentlichen Erträge belaufen sich zwar auf 7,802 Millionen Euro. Dem gegenüber stehen jedoch Ausgaben von 7,902 Millionen Euro.

Das veranschlagte Gesamtergebnis des Ergebnishaushalts belaufe sich entsprechend auf minus 100 300 Euro. Die Erträge seien zwar im Vergleich zum Vorjahr um etwa 600 000 Euro gestiegen, dasselbe gelte aber auch für die Ausgaben der Gemeinde, so Mai weiter. Im Finanzhaushalt sieht es ähnlich aus. Dieser schließt mit einer veranschlagten Änderung des Finanzierungsmittelbestands von minus 1,868 Millionen Euro.

Grund dafür ist vor allem der veranschlagte Finanzierungsmittelüberschuss aus Investitionstätigkeiten, der mit minus 2,191 Millionen Euro zu Buche schlägt. Investitionsausgaben von knapp 4,3 Millionen Euro stehen hier lediglich Einnahmen von rund 2,085 Millionen Euro gegenüber. Das Neubaugebiet Aichert-Nord verursacht dabei Kosten von etwa 1,75 Millionen Euro, der Grundstückserwerb und erste bauliche Abrissmaßnahmen im Gebiet der Zehntscheuer und des Grünen Baums schlagen mit rund 1,05 Millionen Euro zu Buche.

Hinzu kommen Schlussrechnungen für den letztes Jahr fertiggestellten Neubau des Krippenhauses in Höhe von 360 000 Euro.

Keine Kreditaufnahme geplant

Der Großteil der Investitionen konnte durch die Veräußerung von Grundstücken finanziert werden, vor allem im Neubaugebiet Aichert-Nord. Dadurch konnten rund 1,61 Millionen Euro generiert werden. Die Gemeinde könne daher weiter liquide Mittel in Höhe von 3,9 Millionen Euro vorhalten und bleibt zunächst schuldenfrei. Bis 2025 sei keine Kreditaufnahme geplant, jedoch könne bis dahin trotz positiver Entwicklung der Steuereinnahmen voraussichtlich auch kein Haushaltsausgleich erzielt werden, so Kämmerin Mai. Der Finanzierungsmittelbestand wird demnach auf rund 2,16 Millionen Euro schrumpfen. „Im Zuge der Generationengerechtigkeit soll das Vermögen der Gemeinde auch für kommende Generationen erhalten bleiben,“ so Mai. In den kommenden Jahren müsse der Ergebnishaushalt daher in den Fokus rücken.

Alle Steuern und Gebühren müssten in ihrer Höhe geprüft werden. Man müsse schauen, wo Einsparungen möglich seien und freiwillige Leistungen gegebenenfalls einschränken. Dann könne es gelingen, das Erligheimer Vermögen auch langfristig zu erhalten, so die Kämmerin.

Gemeinderat Ulrich Steimer (EB) äußerte sich erfreut darüber, dass keine Kreditaufnahme notwendig sei. Gleichzeitig motiviere die Situation auch über das Jahr 2025 hinauszublicken. Die Liquidität konnte zwar durch den Verkauf von Baugrundstücken gesichert werden, diese seien jedoch nicht unendlich verfügbar. Ähnlich äußerte sich Joachim Obert (FEW), der in der Sitzung Bürgermeister Rainer Schäuffele vertrat. Positiv sei anzumerken, dass die Gemeinde weiter schuldenfrei bleibt. Dennoch stimme er der Formulierung im Haushaltsplan zu: „Wir müssen eine strenge Aufgaben- und Ausgabenkritik üben.“ Der Haushaltsplan wurde im Gemeinderat einstimmig beschlossen. Y

 
 
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