Haushaltseinbringung Freudental Gemeinde unter finanziellem Dauerstress

Von Gabriele Szczegulski
Bürgermeister Alexander Fleig brachte den Haushalt ein. Foto: bz/Martin Kalb

Freudental kann 2024 seinen Haushalt nicht ausgleichen, ein Kredit ist nötig. 

Bürgermeister Alexander Fleig wurde nicht müde, immer wieder in seiner Rede zum Haushalt 2024 zu betonen, dass man „immer positiv bleiben“ müsse. Für eine kleine Gemeinde wie Freudental ist der Haushalt, der am Mittwoch in den Gemeinderat eingebracht wurde, zwar nicht desaströs, aber: „Die Finanzen sind ein Dauerdruck auf die Gemeinde“, so Fleig. 

Rekordeinnahmen in Höhe von 7,5 Millionen Euro

„Rekordeinnahmen“ stünden „Rekordausgaben“ gegenüber, so Kämmerer Ron Keller. 7,5 Millionen Euro Steuern, können vor allem aus der Einkommenssteuer eingenommen werden – „die Gewerbesteuer schlägt bei uns kaum zu Buche“, so Keller. Demgegenüber stehen Ausgaben von 8 Millionen Euro.

Das führe dazu, dass der Haushalt nicht ausgeglichen werden könne, sondern mit einem Defizit von 500 000 Euro abschließe. Deshalb müsse die Kommune sich 2024 weiterverschulden und einen Kredit in Höhe von einer Million Euro aufnehmen. Aufgrund der steigenden Steuerkraftsumme, so Keller, steigen auch die Umlagen. Größter Posten bei den Ausgaben sind immer noch die Personalkosten in Höhe von 3 Millionen Euro, die sprunghaft, so Keller, angestiegen seien durch einen „historisch hohen Tarifabschluss“. In Zahlen: Die Personalaufwendungen stiegen um 500 000 Euro, das sind 22 Prozent mehr. Hinzu kommen die Kosten der Inflationsausgleichsprämie von 100 000 Euro. Aufgrund der immensen Investitionen der Gemeinde stiegen auch die Abschreibungen an, die sich fast verdoppelt hätten und so steige auch die Zinslast. Und zwar von 17 500 Euro 2022 auf 45 000 2023, Tendenz weiter steigend. 2,7 Millionen Euro Schulden belasten die Kommune, eine Million wird 2024 dazukommen.

Es gebe auch kein Einsparpotenzial mehr, sagte der Kämmerer, die steigenden Kosten könne man durch Sparen nicht verhindern. „2024 war für mich der bisher schwierigste Haushalt, da die Bedingungen extrem sind und nicht veränderbar, alle Stellschrauben für Einsparungen sind schon gestellt“, sagt Keller.

Auch wenn die Rekordinvestitionen der Gemeinde der letzten Jahre vorbei seien, so Bürgermeister Alexander Fleig, Investitionen gebe es 2024 dennoch. Der Gemeinderat hat festgelegt, das Gebäude Gartenstraße 1 zu sanieren und das Erdgeschoss für die Anschlussunterbringung für Flüchtlinge umzubauen. Dafür stehen 400 000 Euro im Haushalt bereit. Es gibt aber 240 000 Euro Förderung aus der Sanierungsmaßnahme Ortskern II.

Das Gebäude Strombergstraße 14 muss für 50 000 Euro abgerissen werden. Weitere Gebäude für die Flüchtlingsunterbringung sollen erworben werden, dazu stehen 495 000 Euro zur Verfügung plus 200 000 Euro für die Aufstellung von Containern.

Weitere Mittel stehen für die Feuerwehr bereit, für die Ausstattung, für Umbauten, Planungskosten für die geplante Gebäudeerweiterung.

 
 
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