Was passiert jetzt mit der HB Ludwigsburg? Die deutsche Handball-Welt wartet seit Wochen auf Klarheit, diese wurde am Donnerstag versprochen. Doch wartet man vergeblich auf Neuigkeiten des Insolvenz-Meisters, bis in die Abendstunden ist weder Vorstand Christian Köhle, noch Geschäftsführer Sebastian Götz zu erreichen. Ein Update bleibt aus. Der Klub sei schnellstmöglich daran bemüht, einen Plan umzusetzen, heißt es aus vereinsinternen Quellen gegenüber unserer Redaktion. Angeblich wolle man spätestens am Dienstag eine Lösung gefunden haben.
HB Ludwigsburg Die Handball-Welt tappt weiter im Dunkeln
13 Spielerinnen und Mitglieder des Trainerteams haben die HB Ludwigsburg verlassen. Auf ein endgültiges Statement wartet man dennoch weiterhin vergebens.
Auch bei der Handball-Bundesliga der Frauen sitzt man auf heißen Kohlen. „Die Deadline hat sich Ludwigsburg selbst gesetzt, die kommt nicht von uns“, berichtet Pressesprecher Tim Andler. Daher sind auch aufseiten der HBF noch zahlreiche Fragezeichen. Es läuft allerdings dort noch ein Nachprüfungsverfahren für die Lizenz der Ludwigsburgerinnen, das ist jedoch noch nicht vollständig abgeschlossen, daher kann Andler keine Informationen weitergeben. Das Problem für die Liga: In eineinhalb Wochen beginnt die Saison, die HBL sollte dann eigentlich auswärts in Göppingen spielen – wonach es allerdings aktuell nicht aussieht. „In der Spielordnung haben die Mannschaften Spielraum. Rein danach gesehen gibt es keine Deadline für eine Entscheidung“, erklärt Andler. Solange die HBL aber einen spielfähigen Kader stellt, stehe dem Spielbetrieb nichts im Wege, so der Pressesprecher.
Keine Kommunikation zum Team
Doch nicht nur die Fans und die Liga warten gespannt auf die Mitteilung des Vereins. Selbst Vereinsverantwortliche tappen im Dunkeln. „Ich weiß von gar nichts“, sagt Pressesprecher Kornej Weibert auf Anfrage, alle Gespräche passieren im kleinsten Kreise rund um Insolvenzverwalter Holger Leichtle. Auch Co-Trainer Frederick Griesbach bekommt keine Informationen zugesteckt, genauso ergeht es Athletikcoach Felix Bauer. Bei dem stehen die Zeichen auf Abschied. „Ich habe dem Verein am Mittwoch mitgeteilt, dass ich ihn verlassen werde“, sagt der Mann, der hinter den Kulissen eine Heidenarbeit zu verrichten hatte.
„Ich bin bis zum Schluss all meinen Pflichten nachgekommen, das habe ich der Mannschaft versprochen“, erklärt Bauer. So habe er beim Auszug und der Abmeldung den Spielerinnen unter die Arme gegriffen und geholfen, dass soweit alles reibungslos abläuft. Auch deshalb sagt er: „Es ist mir herzensmäßig sehr sehr schwer gefallen, diese Entscheidung zu treffen. Aber ich habe eine Familie und zwei Kinder, das muss ich absichern und mich beruflich weiterentwickeln.“ Wo es genau für den 36-Jährigen hingeht, ist unklar, er könnte jedoch möglicherweise Xenia Smits nach Metz folgen.
Er ist nicht der einzige aus dem Trainerstab, der den Verein wohl verlässt. Rund um die Personalie Tomas Hlavatý gibt es widersprüchliche Aussagen. Aus BZ-Quellen heißt es, der Neu-Coach habe seine Wohnung bereits leergeräumt. Vereinsseitig wird jedoch an die Redaktion kommuniziert, dass der Slowake am 25. August in seine Wohnung nach Tamm zurückkehren soll. Die Möbel stünden dort noch alle wie gewohnt.
Degenhardt nun wohl in Bensheim
Mit Veronika Malá und Kaba Gassama sind auch zwei weitere Spielerinnen bei neuen Vereinen untergekommen. Malá, die bis dato noch mit keinem Verein öffentlich in Verbindung gebracht wurde, zieht nach Norwegen zu Storhammer, Gassama wechselt nach Rumänien zu Gloria Bistrita. Auch Lena Degenhardt hat BZ-Informationen zufolge bereits beim Liga-Konkurrenten HSG Bensheim-Auerbach unterschrieben. Die ursprünglichen Gerüchte um einen Wechsel nach Göppingen stimmen nicht.
Nun bleiben lediglich drei Spielerinnen noch ohne neuen Vertrag. Davon ist Dorottya Faluvégi mit einem Kreuzbandriss bis Ende des Jahres außer Gefecht gesetzt und Karolina Kudlacz-Gloc hat in Interviews bereits ein Karriereende angedeutet. Damit bliebe nur Sofia Hvenfelt, die schwedische Kreisläuferin wurde noch mit keinem Team in Verbindung gebracht. Hier bleibt abzuwarten, was noch passiert.
