HB Ludwigsburg Müller als „notorischer Krawallmacher“

Von Niklas Braiger
Herbert Müller (am Mikrofon) zeterte schon im März gegen die HB Ludwigsburg und deren Vorgehen. Auch zur Insolvenz hat der 61-Jährige eine klare Meinung. Foto: Martin Herbst/Eibner-Pressefoto

Herbert Müller, Trainer des Thüringer HC, fordert, dass der HB Ludwigsburg die letzten beiden Meistertitel aberkannt werden. Die Liga lehnt diesen Vorschlag ab.

Als hätte die HB Ludwigsburg mit der aktuellen finanziellen Schieflage nicht bereits genug Probleme, sticht ihnen nun auch noch die Konkurrenz das Messer in den Rücken. Die Vereinsführung des Handball-Bundesliga-Konkurrenten und ewigen Rivalen Thüringer HC um Geschäftsführer Maik Schenk und Trainer Herbert Müller fordert nämlich, dass die letzten beiden Meistertitel der HB Ludwigsburg – beziehungsweise 2024 noch als SG BBM Bietigheim – aberkannt werden. Währenddessen sprechen andere Vereine wie die HSG Bensheim/Auerbach mit Geschäftsführerin Romina Heßler oder auch Peter Prior vom Buxtehuder SV ihr Mitgefühl und Bedauern aus.

„Ich muss klar sagen, dass das im Vorjahr eine erstunkene und erlogene Meisterschaft war“, wird Schenk in einem Beitrag der Portals handball-world.news zitiert. Coach Müller legt noch einmal einen nach und meint dort: „Wirtschaftlich hat sich Ludwigsburg die letzten zwei Meisterschaften erschlichen und geschwindelt. Sie sollten die Titel zurückgeben müssen.“ Diesen Vorwürfen hat die Liga prompt einen Riegel vorgeschoben. „Eine rückwirkende Aberkennung eines Titels ist kein Thema“, heißt es im Beitrag des Insiders laut einer Stellungnahme der Handball-Bundesliga der Frauen (HBF).

Statement von Köhle am Abend

Noch am Mittwochabend folgt von HBL-Vorstand Christian Köhle prompt eine Antwort. Als „notorischen Krawallmacher“ betitelt er dort Müller und spricht von der „Verbreitung unbelegter Behauptungen, haltloser Unterstellungen und realitätsferner Forderungen, auch gegenüber der Alsco HBF.“ Zudem verdeutlich Köhle hier: „Als hätte der Serienmeister HB Ludwigsburg in der aktuellen Situation nicht schon genug damit zu tun, die erhebliche Etatlücke für die kommende Saison zu schließen, nutzt Müller die Schwächephase seines größten Rivalen, um für die erlittenen sportlichen Niederlagen der vergangenen Jahre mit unfairen Mitteln nachzutreten.“ Außerdem spielt er auf weitere Feindseligkeiten an: Im März diesen Jahres tobte Müller nämlich bei einer Wutrede nach der Niederlage seines THC gegen die HBL (siehe Infokasten) in der „nicht gerade für ausgeprägte Gastfreundschaft bekannten Salza Halle“ (Köhle).

Tatsächlich rudert Müller bereits am Donnerstag wieder zurück und will den Streit hinter sich lassen. „Wir sollten das Kapitel beenden, nach vorne gucken, die Chancen sehen und aus dieser Geschichte lernen“, sagt er laut handball-world.news und meint, dass es nur ihm selbst und dem THC schaden würde.

Auch die Spielerinnen der HB Ludwigsburg haben von diesen Vorwürfen und Forderungen des Thüringer HC mitbekommen. „Mir ist egal, ob jemand unfair findet, dass wir Meister geworden sind. Das ist es nicht. Das einzig unfaire ist, dass wir es nicht noch einmal sein werden“, sagt Rückraumspielerin Viola Leuchter, die gemeinsam mit der Mannschaft vom Statement der Rivalen erfahren hat und nur mit Kopfschütteln und Unverständnis reagieren konnte. Sie erachtet solch ein Verhalten für den falschen Ansatz.

 
 
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