Heimspiel gegen Abstiegskandidat TV Emsdetten SG BBM strebt Wiedergutmachung an

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Max Öhler (Mitte) stand gegen Fürstenfeldbruck in der Bietigheimer Startaufstellung. Darf das 20-jährige Rückraum-Talent nun auch am Freitag gegen Emsdetten wieder von Beginn an ran? ⇥ Foto: Marco Wolf

Nach dreiwöchiger Abstinenz greift das Bietigheimer Team gegen den Abstiegskandidaten TV Emsdetten wieder ins Zweitliga-Geschehen ein. An das Hinspiel hat es schlechte Erinnerungen.

Drei Wochen nach der letzten Partie wollen die Zweitliga-Handballer der SG BBM Bietigheim an ihre kleine Erfolgsserie unter Interimstrainer Brian Ankersen anknüpfen. An diesem Freitag (19.30 Uhr/Live auf Sportdeutschland TV) kommt der TV Emsdetten in die Halle am Viadukt. Die Partie des 30. Spieltages wird wie gehabt ohne Fans ausgetragen.

19 spielfreie Tage sind eine ungewohnt lange Pause in der aufgrund der zahlreichen Spielverlegungen unter heftigem Terminstress stehenden Liga. Bis zum Saisonfinale am 26. Juni müssen die Schwaben innerhalb von sechs Wochen noch zehn Ligaspiele absolvieren. Doch nicht nur die Corona-bedingte Absage des Spiels in Hamm sorgte für eine Verlängerung der Regenerationsphase, mit der niemand gerechnet hatte. Zuletzt war der Spielbetrieb auch aufgrund der Länderspielpause unterbrochen. Die Bietigheimer hoffen, ihre Serie von drei Siegen in Folge am Freitag gegen den Tabellenvorletzten ausbauen zu können. Vor drei Wochen feierten sie an gleicher Stelle einen 31:25-Heimerfolg über Fürstenfeldbruck.

Von Hundert auf Null hieß es auch für die Münsterländer, die ihre letzte Partie sogar Anfang April bestritten und bei Aufsteiger Dessau-Roßlau knapp mit 34:36 den Kürzeren gezogen hatten. Wenig später musste das komplette Team aufgrund eines positiven Corona-Tests in eine 14-tägige Quarantäne. Inzwischen sind wieder alle Spieler im Emsdettener Kader ins Training eingestiegen. Da das erste Spiel nach der Zwangspause beim HC Elbflorenz – ebenfalls Corona-bedingt – ausgefallen war, bleibt der Mannschaft von Trainer Peter Portengen genügend Zeit, sich vor der Partie in Bietigheim wieder in Form zu bringen. Der 55-jährige Niederländer ist Nachfolger von Aaron Ziercke, der Anfang Januar seinen Trainerposten räumen musste. Als die Verantwortlichen im nördlichen Münsterland die Reißleine zogen, lag der TVE mit 5:23 Punkten auf dem letzten Rang.

Die Bilanz unter Portengen ist mit 11:9 Zählern positiv. Dennoch steht der Klub unverändert unter Zugzwang. Wenn man die Klasse halten will, muss das Team mit der schlechtesten Auswärtsbilanz der Liga auch in Bietigheim den Erfolg suchen. Nur bei Aufsteiger Fürstenfeldbruck ist in dieser Saison bisher ein Sieg gelungen. Auch SG-Coach Ankersen sieht die Westfalen im Vergleich zum ersten Saisondrittel defensiv und spielerisch verbessert. Wesentlichen Anteil daran hat die Rückraumachse der „Dettener“ um Torjäger Sven Weßeling (137/26), Marcel Schliedermann auf Rückraum Mitte und Johannes Wasielewski im rechten Rückraum. Mit dem Niederländer Robin Jansen hat sich Emsdetten in der Winterpause zudem im Rückraum breiter aufgestellt. Corona war auch das bestimmende Thema in Hinspiel zwischen Emsdetten und Bietigheim. Die SG musste damals ohne Dominik Claus und Christian Schäfer antreten, weiteren Akteuren fehlte kurz nach beendeter Quarantäne oder überstandener Erkrankung in Emsdetten schlichtweg die Form. Dies relativiert die 23:28-Pleite in der Emshalle zwar, wurmte die Schwaben aber dennoch gewaltig.

Subtile Trainer-Signale

Der Wille ist da, die Leistung von Anfang Dezember wieder ins rechte Licht zu rücken. Den Eindruck hat zumindest Ankersen im Training gewonnen, das sein Team hoch motiviert absolviert hat. Der 32-jährige Däne versteht es, subtile Signale ans Team zu senden. So standen im letzten Spiel überraschend Max Öhler oder Torsteher Nick Lehmann in der Anfangsaufstellung, was Ankersen auch mit starken Trainingsleistungen begründete. Sicherer als die Bietigheimer Startaufstellung ist indes, dass ein Erfolg gegen den mit dem Rücken zur Wand stehenden Tabellenvorletzten auch diesmal nur über eine stabile Abwehrleistung führen wird. Und die haben die Bietigheimer in den letzten Spielen stets auf die Platte gebracht.

 
 
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