Die „Wilde Sophie“ ist Jägerin, Bildhauerin, Eventmanagerin, Anglerin, Naturpädagogin und Köchin. „Ich bin so etwas wie eine Wolpertinger-Frau“, schmunzelt sie. „Da ist von allem Möglichen etwas dabei.“ Eigentlich heißt sie Cornelia Kohler. „Wilde Sophie ist mein Künstlername“, verrät die Food-Artistin. Ihre kreative Arbeit mit Wildtieren und -pflanzen hatten sie dann zur „Wilden Sophie “ werden lassen.
Hessigheim „Ich bin so etwas wie eine Wolpertinger-Frau“
Am 17. Oktober wird Food-Artistin Cornelia Kohler aus Brackenheim in Hessigheim beim Weingut Siggi Mayer einen Grillkurs der besonderen Art veranstalten.
Winzertochter, Jägerin, Pflanzensammlerin und Köchin
Tatsächlich geht die in Brackenheim aufgewachsene Winzertochter seit mehreren Jahren auf die Jagd und hat eine Ausbildung zur Wildsommelière absolviert. Kochen und Backen hat sie schon als Kind genauso geliebt, wie die Stunden mit dem Vater, der ihr die hiesigen Wildpflanzen erklärt hatte. Kohler sammelt die Beeren und Kräuter, die sie für ihre ausgefallenen Gerichte benötigt, mitunter im heimischen Zabergäu. Sie fermentiert Lembergerblätter, setzt Verjus aus grünen Trauben an oder bereitet feinsten Schlehencoulis zu. Flechten werden von ihr sorgfältig frittiert, von den Weinbergterrassen erhält sie Walderdbeeren und im Brandenburger Forst findet sie Preiselbeeren.
Am 17. Oktober wird die Wilde Sophie in Hessigheim beim Weingut Siggi Mayer einen Grillkurs der besonderen Art veranstalten. „Wir werden unter anderem gemeinsam eine Keule zerlegen und Wildwurst oder Wildhack herstellen“, verkündet die Jägerin. Außerdem wird es Eichenlaubmaultaschen aus dem Kessel geben. Welches Fleisch verwendet wird, steht noch nicht fest. „Reh- oder Schwarzwild, das kommt darauf an, was vorliegt“. Dabei ist es Kohler ein Anliegen, ihren Gästen den Zusammenhang zwischen Speisen und deren Herkunft, die Verbindung von Natur und Wild, darzulegen. „Man soll nicht nur gut essen, man soll auch verstehen, woher das Tier kommt“, erläutert die Naturpädagogin. Kunst, Natur und Kulinarik bilden bei ihr eine wichtige Einheit. Deshalb werden mitunter ökologische und soziale Fragestellungen angesprochen. „Nicht alle wissen, dass manche invasive Arten wie Nilgänse verwertbares Wildbret liefern“.
Die dargebotenen Gerichte passen zu den Infos, die Kohler einbringt: Bei Eichelmehlbrot mit Vanille beschreibt sie die Mastfrucht, bei Pilzrisotto die „Gebrochene Fläche“ und somit die durch Wildschweine verursachten Flurschäden und bei „Wildschweinsuhle“ die Gewohnheiten dieser gewaltigen Tiere.
Aus Balg oder Geweih wird ausgefallener Schmuck
„Ich versuche immer, möglichst das ganze Tier zu verwenden, sogar Innereien und Knochen“, betont die Künstlerin. Aus „Balg oder Geweih“ stellt sie ausgefallenen Schmuck und einzigartiges Essbesteck her, das teilweise erworben werden kann. Ihre stilvollen Teller aus Keramik und Porzellan, die sie selbst in ihrem Atelier produziert, werden bei den Events eingesetzt – so wie beim Fine-Dining am 31. Oktober in Hessigheim.
Acht Gänge mit exquisiten Köstlichkeiten und auserlesener Weinbegleitung aus Siggis Weinkeller sind geplant. „Da benötigt man mindestens drei Schluck Wein in Verbindung mit fünf Bissen pro Gericht. Es muss möglich sein, die Elemente auf dem Teller sowohl einzeln als auch in Kombination kosten zu können“, so Kohler. „Bei mir verlässt keiner hungrig das Haus, der es nicht möchte“.
Jede Speise bildet ein geschmackliches und optisches Kunstwerk für sich. Filigran und detailgetreu überrascht die kreative Köchin ihre Gäste immer wieder aufs Neue. Für Staunen sorgen ihre Eichenholz-Eiscreme in Form einer Hirschrose oder die Trittsiegel der Tiere, die sich auf den Crostinis der Suppe wiederfinden. „Künstliche Zusätze gibt es bei mir nicht. Ich arbeite nur mit frischen Zutaten, ohne Konservierungsstoffe oder Aromen“, erklärt die 50-Jährige.
