Die Kreisstraße 1618 zwischen Kleiningersheim und Hessigheim soll umfassend saniert und ausgebaut werden. Der Ausschuss für Umwelt und Technik empfiehlt dem Kreistag, das Vorhaben in seiner nächsten Sitzung zu beschließen und die dafür veranschlagten Gesamtkosten von rund 4,5 Millionen Euro freizugeben.
Hessigheim/Ingersheim Millioneninvestition für Kreisstraße
Die umfassende Sanierung der maroden K 1618 als Vorbereitung auf die Erneuerung der Neckarbrücke ist ab 2028 geplant. Die Straße wird anderthalb bis zwei Jahre gesperrt.
Baubeginn soll im Frühjahr 2027 sein. Das Projekt ist bereits im Investitionsprogramm des Landkreises für die Jahre 2025 bis 2029 verankert. Der aktualisierte Finanzierungsbedarf soll in die Fortschreibung des Programms für den Zeitraum 2026 bis 2030 einfließen. Zur Finanzierung will der Landkreis Fördermittel aus dem Landes- und Kommunalinfrastrukturfinanzierungsgesetz (LuKIFG) in gleicher Höhe der Gesamtkosten beantragen.
Dringlichkeit wegen Erneuerung der Neckarbrücke
Die Baumaßnahme gehört zum Kreisstraßenprogramm 2022 bis 2026 und war ursprünglich bereits für 2025 vorgesehen. Wegen begrenzter personeller und planerischer Kapazitäten musste das Vorhaben jedoch verschoben werden. Um den Ausbau nun zügig umzusetzen und gleichzeitig Eingriffe in private Grundstücke möglichst gering zu halten, setzt die Kreisverwaltung auf eine grundlegende Sanierung der bestehenden Trasse sowie eine Verbreiterung der Fahrbahn auf 5,50 Meter. Die Gemeinden Ingersheim und Hessigheim unterstützen die Pläne. Auch Naturschutzbehörde und Forstverwaltung sind nach Angaben des Landkreises eng in die Planungen eingebunden.
Eine besondere Dringlichkeit erhält das Projekt durch die geplante Erneuerung der Neckarwehrbrücke bei Hessigheim. Nach aktuellem Stand sollen die Arbeiten dort ab 2028 beginnen und eine Vollsperrung von eineinhalb bis zwei Jahren erforderlich machen. Aus Sicht der Kreisverwaltung muss die K 1618 deshalb vor Beginn der Brückenarbeiten ausgebaut werden. Andernfalls wären zahlreiche Gewerbebetriebe, darunter Rosen-Hammer, Weingut Faschian, Ofenbauer Wilfling und der Schreyerhof während der Sperrung für Lastwagen nicht erreichbar.
Sperrung für Lkw-Verkehr bleibt auch nach Sanierung
Derzeit ist die Strecke zwischen Kleiningersheim und Hessigheim aufgrund ihrer geringen Fahrbahnbreite für den Lkw-Verkehr gesperrt. Daran soll sich grundsätzlich auch nach dem Ausbau nichts ändern.
Die geplante Ausbaustrecke ist rund 2,2 Kilometer lang und beginnt kurz hinter dem Ortsausgang von Kleiningersheim in Richtung Hessigheim. Sie endet am Landgasthaus Schreyerhof. Der Zustand der Fahrbahn gilt als äußerst schlecht. Zahlreiche Straßenaufbrüche, Risse, Flickstellen und Absenkungen prägen das Schadensbild. Hinzu kommen beschädigte Fahrbahnränder, fehlende Bankette und teilweise unzureichende Entwässerungseinrichtungen. Entsprechend hoch ist nach Angaben der Verwaltung der Unterhaltungsaufwand.
Die Fahrbahn ist derzeit lediglich 4,50 bis 4,80 Meter breit. Eine Zustandsbewertung aus dem Jahr 2020 ergab Noten zwischen 4,5 und 5,0. Bereits ab einem Wert von 4,0 werden bauliche Maßnahmen als dringend erforderlich eingestuft.
Im Zuge der Arbeiten soll auch der anschließende rund 700 Meter lange Abschnitt bis zur Neckarwehrbrücke erneuert werden. Zwar weist dieser bereits eine Fahrbahnbreite von sechs Metern auf, die Fahrbahndecke ist jedoch ebenfalls stark beschädigt. Gleiches gilt für einen weiteren etwa 700 Meter langen Abschnitt innerhalb der Ortsdurchfahrt von Kleiningersheim, der ebenfalls saniert werden soll.
Brückenplanungen laufen parallel
Die Kosten des Projekts liegen deutlich über früheren Schätzungen. Als Hauptursache nennt die Kreisverwaltung die starke Inflation der vergangenen Jahre. Insbesondere der Baupreisindex sei erheblich gestiegen. Hinzu kämen hohe Energie-, Kraftstoff- und Rohstoffpreise. Da Straßenbaumaterialien wie Bitumen aus Rohöl hergestellt werden und beim Straßenbau ein hoher Maschineneinsatz erforderlich ist, hätten sich die Preissteigerungen besonders deutlich ausgewirkt. Nach aktueller Planung sollen die Bauarbeiten im Frühjahr 2027 beginnen. Die Bauzeit wird auf rund acht Monate veranschlagt. Parallel dazu laufen die Vorbereitungen für die Erneuerung der Neckarwehrbrücke. Eine vom Landkreis Ludwigsburg beauftragte Wirtschaftlichkeitsuntersuchung empfiehlt den vollständigen Austausch des Brückenüberbaus.
Derzeit prüft die Kreisverwaltung gemeinsam mit dem Regierungspräsidium Stuttgart die Voraussetzungen für eine Förderung des Ersatzneubaus der Neckarbrücke Hessigheim. Entscheidend sind dabei unter anderem die Einhaltung der Vorgaben für Straßenbreiten sowie Geh- und Radwege. Die Chancen auf eine Förderung werden als gut eingeschätzt.
