Hillerschule Bietigheim-Bissingen Fantasievolles Spektakel

Von Gabriele Szczegulski
Orientalisches Flair verbreitete die Aufführung des Musicals „Rotasia“ der Viertklässler der Hillerschule im Kronenzentrum. Foto: /Oliver Bürkle

100 Viertklässler der Hillerschule führen viermal das Musical „Rotasia“ im Kronenzentrum auf, das immer fast voll mit Zuschauern ist.

Zwei Mütter von Schülern der Hiller-Grundschule nähten in Handarbeit alle Kostüme für die 100 Kinder, die im Kronenzentrum das Musical „Rotasia“ aufführten. „Die Nähmaschinen ratterten tagelang“, weiß Claudia Kraus-Fath, Sekretärin an der Schule. Schon traditionell führen die jeweiligen Viertklässler ein Musical oder Theaterstück im Kronenzentrum auf. In vier Aufführungen am vergangenen Mittwoch und Donnerstag zeigte die Schule das orientalisch angehauchte Musical „Rotasia“. Am Vormittag durften die Schulkameraden und -kameradinnen im Publikum sitzen und am Abend füllten die Familien und Freunde das Kronenzentrum, das fast bis auf den letzten Platz gefüllt war. Und es gab am Donnerstag eine besondere Aufführung: Die Jury des Stuttgarter Schülertheaterfestivals sah sich „Rotasia“ an. Die Hillerschule bewirbt sich für die Teilnahme.

Orientalisches Flair

Die Lehrerinnen Jenny Müller und Isabelle Binder führten die Regie, die Chorleitung hatte Monika Frank, Sebastian Ostendorf leitete die Cajun-Gruppe und die Kulissen zauberte die Studentin Selina Friederich. Was die Zuschauer auf der Bühne zu sehen bekamen, war ein Gesamtkunstwerk: Schon der erste Blick auf in kräftigem Rot und Orange gehaltenen Bühnenbild versprach viel orientalischen Flair mit Baldachinen, Palmen, orientalischen Gefäßen – das Land Rotasia war wohl im Orient angesiedelt. Dazu kamen die einfallsreichen, vielfältigen Kostüme – auch in rot-orange und mit goldenen Bommeln und glänzendem Kopfschmuck.

Die Einwohner sind der festen Überzeugung, Rotasia ist das einzige Land auf der Erde. Bis zu dem Zeitpunkt, als die Prinzessin des Landes, Shadi, ein Buch über andere Länder findet. Für alle steht fest: ein Märchenbuch. Shadi aber glaubt an die Länder außerhalb ihrer Welt und macht sich auf die Suche nach diesen Ländern, in denen seltsame Menschen leben sollen.

Furcht vor Andersartigkeit

Und ihr Vater, der König, unterstützt sie darin. Sie soll „mehr wissen, mehr über die Welt erfahren“ während hingegen der Hofstaat zufrieden ist, so wie es ist und die Furcht vor Andersartigkeit zelebriert. „Es braucht viel Mut für einen Traum“, sagt der König und bestärkt seine Tochter darin, die Welt zu entdecken.

Also machen sich Shadi und ihr Gefolge auf in den Wald, wo eine Schlange Furcht und Schrecken verbreitet. Doch da kommen die Bewohner des Waldes und verscheuchen die Schlange mit lautem Geschrei – so einfach kann es gehen. Doch obwohl die Bewohner den Gästen halfen, stehen beiden Gruppen Angst, Furcht vor Fremden und Ignoranz vor Andersartigkeit im Weg. „Fremde sind gefährlich“, singen die Schüler und Schülerinnen. Da kommen Ratschläge aus dem Buch der fremden Länder gerade recht: Durch Fragen an den Anderen, Interesse an seinem Leben und indem man sich nicht von Äußerlichkeiten abschrecken lässt, können Gemeinsamkeiten entdeckt werden und aus Fremden Freunde werden. Der bedeutsame Inhalt der Geschichte wird von den Schülern mit viel Spielfreude, tollen Liedern und Tänzen transportiert. Selbstbewusst stehen die Viertklässler auf der Bühne und singen und tanzen wie Profis.

Auftritt bei Schülertheatertagen?

Zu jedem Lied spielen Cajuns, die leider in manchen Fällen den Gesang niedertrommeln. Dennoch war das Musical beste Unterhaltung auf hohem Niveau, fesselnd-spannend und wunderschön anzusehen. Bleibt der Hillerschule zu wünschen, dass die Jury der Stuttgarter Schülertheatertage das auch so sieht und es weitere Aufführungen von „Rotasia“ in der Landeshauptstadt gibt.

 
 
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