33 ehrenamtliche Helfer stehen in der Hilver-App bereit, Kirchheimer Bürgern bei kleinen Dingen im Alltag zu helfen. 52 potenzielle Helfer hätten sich insgesamt, so sagt Andrea Fritz von der Gemeinde, die für die Koordination zuständig ist, die App heruntergeladen.
Hilver-App in Kirchheim „Es musste noch niemand lange auf Hilfe warten“
Die Hilver-App kommt in Kirchheim in Fahrt: Pro Monat gibt es an die 15 Anfragen.
Die Hilfesuchenden müssen Kirchheimer Bürger sein
Seit Anfang des Jahres ist Kirchheim die einzige Kommune im Landkreis, die die Hilver-App nutzt (die BZ berichtete). Über diese App kommen ehrenamtliche Helfer und Nutzer zusammen, erklärt Fritz. Jeder Helfer muss sich bei ihr vorstellen, mit polizeilichem Führungszeugnis, dann wird er freigeschalten und steht auch unter dem Versicherungsschutz der Gemeinde. „Die Helfer können schon aus anderen Orten kommen, die Nutzer nicht, es soll ein Kirchheimer Angebot sein, das die Gemeinde für seine Bürger ermöglicht und in es investierte“, so Fritz. 15 Anfragen gibt es pro Monat, Tendenz steigend. Viele Anfragen von Hilfesuchenden gehen über ihr Telefon, denn wie Ursula Meifert beispielsweise, haben sie zwar ein Handy, aber kein Internet, können also die App nicht nutzen.
Meifert beispielsweise ruft dann bei Andrea Fritz an, die ihre Anfrage in die App einstellt. Meifert suchte Hilfe, um eine Patientenverfügung aufzusetzen. „Ich war völlig überfordert mit den Dokumenten“, sagt sie. Nachdem ihre Anfrage in der App hochgeladen war, bekam sie nach nicht mal zwei Stunden Antwort. Eine gelernte Krankenschwester, erzählt Meifert, habe dann mit ihr die Bögen ausgefüllt. „Man bekommt so schnell und unkompliziert Hilfe. Ich bedauere, dass es die App noch nicht gab, als ich noch mehr machen konnte, ich hätte mich sofort als Helfer gemeldet“, sagt Meifert. Bis sich ein Helfer fände, so Andrea Fritz, vergehen nie mehr als ein paar Stunden. „Es musste noch nie jemand lange auf Hilfe warten“, sagt sie.
Auch Thomas Axt nicht. Er brauchte Hilfe bei der Einreichung einer Medikamentenliste bei der Apotheke, da half schnell und unkompliziert Walter Geiger. Er holte die Medikamente auch ab. „Meistens sind es Fahrten zum Arzt oder zur Apotheke, die angefragt werden“, sagt Geiger, der auch schon Gabriele Wagner ins Krankenhaus zur Untersuchung fuhr. „Ich hatte Angst, dass wir die Hin- und Rückfahrt nicht in den vorgegebenen zwei Stunden schaffen“, so Wagner. Dies sei eine Vorgabe, um zu verhindern, dass die Ehrenamtlichen zu lange für Aufgaben herangezogen werden, sagt Fritz. Wenn es dann wegen Stau und Baustellen länger dauere, sei das kein Problem. Walter Geiger hilft auch gerne im Garten, beim Rasen mähen. Als er jedoch eine große Hecke schneiden sollte, hat er abgelehnt. „Und das war richtig, denn die Ehrenamtlichen sollen keinen Dienstleistern die Arbeit weg nehmen oder Dinge verrichten, die über ihre Fähigkeiten gehen“, sagt Fritz.
Die Hilver-App gibt Sicherheit und Freiheit
Was Thomas Axt so schätzt an der Hilver-App ist die schnelle und unkomplizierte Erledigung. „Ich habe mir einen neuen Wohnzimmertisch bestellt, aber ich konnte ihn nicht alleine aufbauen, durch die Hilver-App kam ein junger Mann und in kürzester Zeit war es erledigt“. „Die Hilver-App gibt mir Sicherheit, zu wissen, wo ich mich hinwenden kann, wenn ich schnell jemanden brauche“, sagt Ursula Meifert. „Ich habe oft Sachen aufgeschoben, weil ich mich nicht getraut habe, jemanden zu fragen, nun bin ich unabhängiger“, sagt Gabriele Wagner. „Man traut sich, Hilfe in Anspruch zu nehmen“, so Thomas Axt.
