Hitze und Trockenheit bedeuten mehr Arbeit für die Stadtgärtnerei Bietigheim-Bissingen Stadt setzt auf hitzebeständige Pflanzen

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Auch die Pflege und das Gießen des Blumenschmucks am Arkadengebäude in der Altstadt gehören zu den Aufgaben der Stadtgärtnerei Bietigheim-Bissingen.⇥ Foto: Helmut Pangerl

Die Trockenheit der letzten Jahre sorgt dafür, dass die Stadtgärtnerei Bietigheim-Bissingen mehr Gießen muss. Ab Mai sind drei Mitarbeiter fast ausschließlich für das Bewässern des Sommerflors zuständig.

Nach meteorologischer Definition fing der Herbst bereits am 1. September an und das hat man im Kreis auch schon an den Temperaturen gemerkt, die deutlich gesunken waren. Während sich so manch ein Bietigheim-Bissinger über 30-Grad-Tage freut, tuen der Natur kühlere Tage und Regen gut. Der Bauhof in Bietigheim-Bissingen war den Sommer über stark beschäftigt mit Gießen. „Die Trockenheit hat mehr Einsätze als sonst nötig gemacht, aber grundsätzlich ist natürlich jeden Sommer das Gießen eine Schwerpunktaufgabe“, sagt Pressesprecherin Anette Hochmuth.

Zwölf Kubikmeter Wasser

Es seien regelmäßig zwei Schlepper mit sechs Kubikmeter-Fässern unterwegs, um Bäume und Sträucher, vor allem die Neupflanzungen  und die Pflanzungen der letzten zwei bis drei Jahre zu bewässern. „Zwei Transporter mit jeweils circa acht Kubikmeter-Wassertanks für Sommerflor und Kübelpflanzen fahren dreimal pro Woche.“ Bei Bedarf fährt noch zusätzlich ein Klein-Lkw mit einem zwei Kubikmeter-Wassertank. „Ab Mai sind drei Gärtnerinnen fast ausschließlich für das Bewässern des Sommerflors und der Kübelpflanzen in der Stadt unterwegs“, ergänzt Roswitha Ott, Leiterin der Stadtgärtnerei.

Auch die Rasenflächen der Stadt, zum Beispiel im Bürgergarten und im Japangarten leidet unter der Hitze, wie man dieses Jahr anhand von verbranntem Gras sah. Doch die Stadtverwaltung gibt Entwarnung: „Die Rasenflächen werden im Laufe der Zeit zwar leider braun, erholen sich aber im Herbst auch wieder“, sagt Hochmuth und ergänzt, dass eine Bewässerung im Bürgergarten und Japangarten zweimal pro Woche über sogenannte Regner möglich sei. „Da diese Beregnung über eine feste Wasserleitung erfolgt, können wir keine Mengenangaben machen.“ Rasenflächen werden nur auf den Sportplätzen und im Badepark bewässert.

Doch all das Gießen hilft nichts, wenn die Pflanzen mit den immer höheren Temperaturen nicht klar kommen. Auch dahingehend hat sich die Arbeit der Stadtgärtnerei verändert. Bei der Pflanzenauswahl werde schon seit einiger Zeit auf Hitze- und Trockenheitseignung geachtet. So wurden beispielsweise Amberbäume und Zürgelbäume bei Nachpflanzungen ausgewählt, da diese hitzeresistenter seien. „Zudem haben viele Bäume entlang der Straßen in den letzten Jahren kleine Wasserbehälter erhalten, die kontinuierlich Wasser abgeben, um die Gießrhythmen etwas zu entzerren und zu erleichtern.“ Das sind Wassersäcke am Fuß des Baums, die durch feine Löcher Wasser abgeben. „Das nennt man Tröpfchenbewässerung“, so Ott.

Solche Wassertanks stellen zudem eine effektivere Bewässerung dar, da das Wasser nicht oberflächig verdunstet, der Boden feucht und damit auch aufnahmefähig für größere Wassergaben gehalten wird. Zudem sind an manchen Bäumen auch Schläuche zu sehen. Roswitha Ott erklärt, was es damit auf sich hat: „Die gelben Schläuche nennen sich Kokos-Vollfilterrohr und werden bei der Baumpflanzung eingebracht.“ Über dieses Rohr kann bewässert werden, außerdem sorgen sie für Luftzufuhr.

Trotz des hohen Aufwands will die Stadt nicht auf Bepflanzung verzichten. Neben der Optik haben Pflanzen weitere Vorteile: Bäume beispielsweise sorgen für Schatten und Abkühlung und zwar nicht nur durch ihr Blätterdach. Je nach Größe und Art verdunstet ein Baum bis zu 500 Liter Wasser pro Tag, was die Luft abkühlt. Ein zusätzlicher positiver Effekt von Begrünung in der Stadt ist die luftreinigende Wirkung. Zudem bieten Bäume, Blumen und andere Pflanzen Lebensraum und Nahrung für jede Menge Lebewesen. Daher lohne sich die Arbeit und auch das frühe Aufstehen. „Die Teams der Stadtgärtnerei sind im Sommer an heißen Tagen schon sehr früh unterwegs, um zu gießen“, sagt Pressesprecherin Hochmuth, denn so verdampft das Wasser nicht direkt und die Pflanzen haben noch etwas davon.

 
 
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