Hotel am Markt in Besigheim Erweiterung für die Zeit nach Corona

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Philipp (links) und Christoph Leibrecht haben großes vor mit ihrem Hotel am Markt in Besigheim. Ein hinzu gekauftes altes Gebäude (rechts) im Innenhof des Hotels, soll bis zum nächsten Frühjahr saniert und bezugsfertig sein. ⇥ Foto: Martin Kalb

Philipp Leibrecht, Betreiber des Hotels am Markt, und sein Bruder Christian, sanieren ein Nachbargebäude in der Kirchstraße und bauen es für den Hotelbetrieb um.

Gastronomen und Hoteliers gehören zu denjenigen, die am meisten unter den Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie zu leiden haben. Immer noch müssen sie ihre Betriebe geschlossen halten, den Hoteliers ist es zumindest erlaubt, in bestimmten Umfang Geschäftsreisende zu beherbergen. Da verwundert es zunächst, dass das Hotel am Markt in Besigheim Erweiterungspläne hat. Das Nachbarhaus in der Kirchstraße 33/1 wird für den Hotelbetrieb umgebaut. Aus den Wohnungen dort entstehen zehn moderne Gästezimmer. Der Umweltausschuss des Gemeinderats stimmte dem Vorhaben jetzt zu.

Hotelbetreiber Philipp Leibrecht und sein Bruder Christian haben das sanierungsbedüftige Gebäude vor einigen Monaten gekauft. Da zeichnete sich die Krise noch gar nicht ab. Im Gegenteil: Seit der Eröffnung im Jahr 2017 waren „wir sehr gut gebucht“, sagte Philipp Leibrecht im Gespräch mit der BZ, öfters sogar ausgebucht. Örtliche und regionale Unternehmen fragten nach Zimmern und „in den warmen Monaten kommen zahlreiche Touristen, darunter inzwischen viele Radfahrer, in unsere schöne Stadt.“ Viele Besucher hätten ausgezeichnete Bewertungen hinterlassen, berichtete Leibrecht.

Und jetzt? „Was ein sehr gutes Jahr hätte werden sollen, ist finanziell bisher eine Katastrophe“, sagt Leibrecht. Innerhalb weniger Tage gingen die Einnahmen gegen Null. Die Belegschaft ist in Kurzarbeit. Ein Sofortkredit wurde beantragt und auch ausgezahlt, „das hat uns sehr geholfen.“ Das Frühjahrsgeschäft ist komplett ins Wasser gefallen, nur noch einige Geschäftsreisende bringen Geld in die Kasse. Auf 30 bis 40 Prozent schätzt Leibrecht den Rückgang auf das ganze Jahr gerechnet. Aufholen lässt sich das im Gegensatz zu anderen Branchen nicht mehr. „Ein Gästezimmer, dass heute nicht gebucht wird, können wir morgen nicht zweimal verkaufen.“

Und trotzdem: An den Investitionsplänen wird es keine Abstriche geben, versichert der Hotelier, der den Umbau nach der Genehmigung durch den Umweltauschuss unverzüglich anpacken will. „Wir schauen nach vorne und investieren antizyklisch“, so Leibrecht. „Es gibt eine Zeit nach Corona.“

Erst ab Montag, 18. Mai, dürfen Gastronomiebetriebe in Baden-Württemberg wieder öffnen, auch die Campingplätze. Doch erst Ende des Monats werden auch die Hotels wieder Gäste empfangen dürfen. Lange lässt sich die Sperrung wirtschaftlich jedenfalls nicht mehr durchhalten, sagt Leibrecht. Dreieinhalb Jahre nach der Eröffnung des Hotels sei finanziell zwar das Gröbste geschafft. Doch Investitionen müssen sich tragen und Kredite bedient werden, sagt Leibrecht. Doch er ist sicher: „Wir werden das stemmen.“ Aus der Familie, von Freunden, aber auch von Gästen, die das Café des Hotels besuchen, bekommt er Zuspruch. „Das motiviert ungemein.“

 
 
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