Immobilien in Besigheim Ingersheimer Familie Leibrecht investiert in Besigheim

Von Gabriele Szczegulski
Schon vor Jahren erwarb die Ingersheimer Familie das Gebäude in der Kirchstraße in Besigheim und baute es zum Hotelkomplex um. Foto: /Martin Kalb

Das Hotel am Markt gehört der Familie Leibrecht und wurde von ihr erweitert, zudem sanierte sie die Alte Post am Bahnhof.

Ja, das La Bottega im Hotel am Markt schließt zu Jahresende, das ist kein Gerücht“, sagt Christoph Leibrecht. „Es schließt nicht ganz, aber der Restaurantbetrieb endet Ende Dezember“, fügt sein Bruder Philipp hinzu. Die beiden Leibrecht-Brüder, Söhne von Harald Leibrecht, dem ehemaligen FDP-Bundestagsabgeordneten und seiner Frau Ulrike, führen seit 2020 das Hotel am Markt in Besigheim und auch das im Hotelkomplex in der Kirchstraße integrierte Restaurant La Bottega.

Familie hat Lust auf Hotellerie

2017 übernahm die Familie Leibrecht, die fest im Hotellerie-Geschäft mit einem großen Hotel in Straßburg verankert ist, das Hotel in Besigheim. Später kam das Haus daneben hinzu. „Wir hatten richtig Lust auf die Hotellerie“, sagen die beiden Brüder unisono und renovierten selbst unter Anleitung von Philipp Leibrechts Patenonkel, dem Geschäftsführer der Renovativ GmbH, die auf die Sanierung und Renovierung denkmalgeschützter, alter Häuser spezialisiert ist. „Wir haben bei ihm in der Firma in den Ferien geholfen, haben alle Gewerke durchgemacht und bei den Handwerkern gelernt“, so Christoph Leibrecht.

Auch im Hotel am Markt haben sie eine Menge an Eigenleistung erbracht, „deswegen hängt auch unser Herz so an dem Komplex“, so Philipp Leibrecht, der Hotelbetriebswirtschaftslehre studierte. Das Hotel am Markt bekam einen Anbau im hinteren Bereich des Hofes, sodass nun 25 Zimmer zur Verfügung stehen, „die meist ausgebucht sind“, sagt er. Und auch die Gastronomie zur Kirchstraße hin wurde renoviert. „Wir wollten einfach ein nettes Restaurant mit La Bottega entwickeln.“ Die beiden haben das Ensemble zu einem repräsentativen Schmuckstück in Besigheims Mitte gemacht.

Mit dem Küchenchef Klaus Schmidt fanden sie einen passenden Kooperationspartner. Aber der Posten der Restaurantleitung, so Philipp Leibrecht, „war immer ein Problem“. Also führten die Brüder es. „Man muss schon im Restaurant stehen, um es richtig zu machen“, so Christoph Leibrecht. Das wollten sie aber nur übergangsweise. Und nun, nach mehreren Jahren, ging es nicht mehr, auch weil Klaus Schmidt zur Kochschule von Andrea Lange nach Ludwigsburg wechselt. „Es ist so schwierig, geeignetes Personal zu finden.“ Auch die Brüder wollen sich verändern, sie möchten sich um das Hotel der Familie Leibrecht inmitten Straßburgs kümmern, das ihr Großvater 1972 übernommen hatte und dass seit 25 Jahren Harald Leibrecht führt. „Diese Aufgabe reizt uns sehr“, sagt Philipp Leibrecht.

Deswegen „trennen wir uns sehr schwer vom Restaurant La Bottega, aber es ist kein endgültiges Ende“, so Christoph Leibrecht. Schließlich bleibt das Restaurant auch das Frühstückszimmer des Hotels. Zudem finden viele Hochzeiten, Feste, Firmentreffen im La Bottega statt, dann werde ein lokaler Caterer beschäftigt. Und wollen sie im kommenden Jahr die Reihe „Wine and dine“ etablieren, mit Weinproben hiesiger Weine und gutem Essen. „Das sind alles planbare Veranstaltungen“, sagt Philipp Leibrecht. „Wenn wir einen passenden Restaurantleiter und einen guten Koch finden, öffnen wir das La Bottega auch wieder, es ist noch lange nicht Geschichte“, sagt Christoph Leibrecht.

Brüder haben eine Leidenschaft für die Region

Den beiden ist die Leidenschaft für die Region anzumerken, immer noch wohnen sie mit ihren Familien in Kleiningersheim, Christoph Leibrecht ist Gemeinderat in Ingersheim. Sie sind aber mittlerweile auch in Besigheim integriert, „Besigheim ist eine der schönsten Städte in Baden-Württemberg“, sagen sie. Es sei ihnen wichtig, regionale Produkte und Weine zu verwenden sowie lokale Handwerker zu beschäftigen.

Erst vor Kurzem hat die Familie auch die alte Post am Bahnhof in Besigheim erworben, „weil mein Vater das Gebäude so toll fand und es schade war, dass es leer stand“, so Philipp Leibrecht. Gesagt, getan, Achim Greiner kam wieder mit ins Spiel und renovierte die alte Post. Und zog gleichzeitig mit seinen Büroräumen vom Kleiningersheimer Schloss nach Besigheim. Genau wie die Mutter der Brüder, Ulrike Leibrecht mit ihrer Firma CEPA – Customized Educational Programs Abroad, die sie 1997 gründete.

Die Firma organisiert Reisen und Studien in aller Welt. Die Büroräume der Firma sind nun in der Besigheimer Alten Post zu finden. „Im Kleiningersheimer Schloss wurde es zu eng“, sagt sie. Im Untergeschoss hat sich die Bietigheim-Bissinger Bäckerei Stöckle mit einem Café eingemietet. „Das war uns ganz wichtig, wir wollen den Ort rund um den Bahnhof beleben“, sagt Christoph Leibrecht, der sich auch in seinem Heimatort Kleiningersheim dafür einsetzt, dass die brach liegende Gastronomie wiederbelebt wird. „Was nicht einfach ist, wegen des Personalmangels in der Gastronomie“, sagt er und verweist auf die Schließung des Kleiningersheimer Gasthaus Linde, das letzte im Ort (die BZ berichtete).

Brüder gehen den Familienweg Hotellerie

Jetzt aber heißt es für die Leibrecht-Brüder erst mal „den Familienweg Hotellerie“ gehen, wie sie es nennen und das Straßburger Hotel, in dem vor allem Europaabgeordnete wohnen und Tagungen stattfinden, „auf Vordermann“ zu modernisieren. „Wir haben ein Faible fürs Sanieren, das macht Spaß“, sagen sie.

 
 
- Anzeige -