Die Ingersheimer Verwaltung legt in der nächsten Ratssitzung am kommenden Dienstag, 16. Dezember, den Haushaltsplanentwurf für das Jahr 2026 auf den Tisch. Nach der Beratung am selben Abend soll der Gemeinderat am 27. Januar über das Zahlenwerk entscheiden.
Ingersheim 2026 steht die Sanierung des Mörikekindergartens an
Der Ingersheimer Gemeinderat bringt am Dienstag den Haushalt ein. Durch drei Grundstücksverkäufe ist 2026 keine Kreditaufnahme nötig.
Der Blick auf die Finanzlage zeigt erneut deutliche strukturelle Defizite. Eine nur vorübergehende Entlastung gibt es durch drei Grundstücksverkäufe im Neubaugebiet Beeten II., die acht Millionen Euro in die kommunale Kasse spülen – dadurch sind keine Kredite nötig.
Keine Kredite nötig
Im Gesamtergebnishaushalt 2026 stehen den Erträgen von rund 19,17 Millionen Euro Aufwendungen in Höhe von 21,99 Millionen Euro gegenüber. Der geplante Fehlbetrag beträgt damit 2,82 Millionen Euro. Auch in den Finanzplanungsjahren bis 2028 gelingt es der Gemeinde nicht, den gesetzlich vorgeschriebenen Haushaltsausgleich zu erreichen. Hinzu kommt: Da in den vergangenen Jahren keine Rücklagen aufgebaut werden konnten, lassen sich die Fehlbeträge weder aus den liquiden Mitteln der Vorjahre ausgleichen noch kompensieren.
Besonders belastend wirkt sich die Situation auf den Finanzhaushalt aus. Die laufende Verwaltung kann im gesamten Planungszeitraum keine Zahlungsmittelüberschüsse erwirtschaften. Die bestehenden Kreditverpflichtungen können so nur schwer bedient werden, und für notwendige Investitionen fehlen Mittel. Zwar müsste die Gemeinde aufgrund des Finanzbedarfs eigentlich erneut Kredite aufnehmen, doch die gesetzlichen Vorgaben erlauben keine Kreditaufnahmen zur Finanzierung von Tilgungen. Die Kommune ist daher gezwungen, ihren Konsolidierungskurs weiter zu verschärfen.
Zwar entwickelten sich Gewerbesteuer sowie die Gemeindeanteile an Einkommen- und Umsatzsteuer etwas besser als geplant, doch reicht dies nicht aus, um den Haushaltsausgleich zu sichern. Auch 2025 entstand ein Zahlungsmittelbedarf, für die Investitionen war eine Kreditaufnahme von 2,6 Millionen Euro notwendig.
Die Rechtsaufsichtsbehörde flankierte die Genehmigung des Haushalt 2025 dann auch mit zahlreichen Anmerkungen. So sei der in den letzten Jahren eingeschlagene Weg zur Haushaltskonsolidierung weiterzuführen und „noch deutlich zu intensivieren“, um die Ertragskraft des Ergebnishaushalts deutlich zu steigern. Die regelmäßige Überprüfung und Neukalkulation der Kostendeckungsgrade für die Benutzung der öffentlichen Einrichtungen und die anschließend konsequente Anpassung der Gebühren und Abgaben sei dabei von zentraler Bedeutung. Und: „Freiwillige Aufgaben sind auf ein Mindestmaß zu beschränken.“ Dazu zählen etwa jene 20.000 Euro als Unterstützung für den Weinbauverein zum Kauf einer Drohne, bei dem im Gemeinderat fünf Gegenstimmen gezählt wurden.
Investitionen: 4,62 Millionen Euro
Für 2026 plant die Gemeinde laut Plan Investitionen in Höhe von 4,62 Millionen Euro. Zu den größten Projekten zählen die Sanierung des Mörikekindergartens, angesetzt mit 1,6 Millionen Euro, die Kostenbeteiligung an der Kläranlage Nesselwörth (514.135 Euro) sowie die Sanierung der Straße In den Linden mit 300.000 Euro.
Die Entspannung durch die Grundstücksverkäufe in den Beeten II. ist auf lange Sicht nur von kurzer Dauer. Die Gemeinde verfügt noch über wenige Flächen, deren Verkauf im Jahr 2026 weitgehend abgeschlossen sein soll. Da die Ertragslage sich unter den aktuellen Rahmenbedingungen voraussichtlich nicht verbessert, geht die Finanzplanung davon aus, dass ab 2027 erneut größere Darlehen aufgenommen werden müssen. Zwar sinkt der Schuldenstand 2026 kurzfristig, wird jedoch in den Folgejahren wieder deutlich ansteigen – mit spürbaren Auswirkungen auf die Zinslast und die finanzielle Handlungsfähigkeit.
Reduzierung der Ausgaben nötig
Die Verwaltung betont daher, dass eine nachhaltige Haushaltskonsolidierung nur möglich ist, wenn sowohl die Einnahmeseite gestärkt, die Ausgaben reduziert als auch auf Landesebene strukturelle Verbesserungen im kommunalen Finanzausgleich erreicht werden. Haushaltsdisziplin, so die mahnenden Worte aus der Kämmerei, bleibe eine Daueraufgabe, um den kommunalen Gestaltungsspielraum zu bewahren.
