Ingersheim Ameisenplage in der Gemeinde

Von Jörg Palitzsch
Wie groß die Kolonie der Großen Drüsenameise ist, soll jetzt untersucht werden. Foto: picture alliance/dpa/Uli Deck

Die Große Drüsenameise Tapinoma Magnum wurde rund um das Karl-Ehmer-Stift gesichtet.

Im Zuge der Schädlingsbekämpfung wurde im Ingersheimer Karl-Ehmer-Stift festgestellt, dass es sich bei einer dort auftretenden Ameisenart um die Große Drüsenameise, Tapinoma magnum, handelt. Die Ameise steht beim Bundesamt für Naturschutz auf der nationalen Beobachtungsliste und wird als „potenziell invasive Art“ geführt.

Gefahr von Schäden an der Infrastruktur

„Erste Untersuchungen haben ergeben, dass die Ameisenart auch im Gelände rund um das Karl-Ehmer-Stift vorkommt“, so Georg Zimmer, Amtsleiter für Liegenschaften Bau und Technik in Ingersheim. Besonders problematisch ist die Fähigkeit der Ameisenart, sogenannte Superkolonien zu bilden. Dabei entstehen weit verzweigte Netzwerke aus zahlreichen unterirdisch verbundenen Nestern mit Hunderttausenden bis Millionen Arbeiterinnen sowie Tausenden Königinnen. Charakteristisch sind breite und stark frequentierte Ameisenstraßen, die zwischen den Nestern und Nahrungsquellen verlaufen.

Fachleute warnen vor möglichen Schäden an Gebäuden und Infrastruktur. Die Ameisen unterhöhlen häufig Gehwege, Pflastersteine und Fundamente. Sichtbar wird ein Befall oft durch Sand- und Erdauswurf an den Nesteingängen.

Auf der Suche nach Nahrung und Wärme dringen die Tiere in Gebäude ein. Zudem kann es zu Störungen von Strom- und Internetleitungen kommen. Nach Einschätzung von Experten wird die Ameisenart vor allem über importierte Pflanzen eingeschleppt. Als wichtige Einfallstore gelten Gartencenter, Gärtnereien und botanische Gärten. Für die Schädlingsbekämpfung im Karl-Ehmer-Stift selbst ist nicht die Gemeinde verantwortlich. Nach Angaben der Verwaltung steht man jedoch im Austausch mit der Evangelischen Heimstiftung. Die weiteren Untersuchungen sollen nun klären, wie groß die Kolonie tatsächlich ist und welche Maßnahmen notwendig werden, um eine weitere Ausbreitung der Ameisen zu verhindern, so Amtsleiter Georg Zimmer.   Jörg Palitzsch

 
 
- Anzeige -