Ingersheim Damit Kinder sicher ins Wasser können

Von Jörg Palitzsch
Urkundenübergabe an die Gemeinde (von links): Christoph Palm, Bürgermeisterin Simone Lehnert und Schulleiterin Annette Conrad. Foto: /Martin Kalb

Mit einem mobilen Lehrschwimmbecken erhalten Kinder die Chance, schwimmen zu lernen.

Ein Fünftel, rund 20 Prozent, der Grundschulkinder können in Baden-Württemberg laut einer DLRG-Umfrage nicht schwimmen, etwa 60.000 bis 70.000 der Erstklässler starten ohne sichere Schwimmkenntnisse. Die DLRG betont, dass viele Kinder zwar das Seepferdchen (Wassergewöhnung) haben, aber trotzdem nicht sicher schwimmen können. Neben fehlenden Schwimmkursen während der Pandemie wird der Mangel an Schwimmunterricht an Schulen als Hauptgrund genannt. So kann noch immer nur etwa jede fünfte Grundschule Schwimmstunden anbieten. Fehlende Fachlehrkräfte und zu wenige Schwimmbäder bremsen den Unterricht insgesamt – mit Folgen für die Sicherheit der Kinder.

Vor Ort schwimmen lernen

Mit dem Lehrschwimmbecken „Wundine on Wheels“ beim Fischerwörth wird in Ingersheim dagegen gesteuert und Kindern nun die Möglichkeit geboten, direkt vor Ort schwimmen zu lernen. Bürgermeisterin Simone Lehnert betonte bei der Eröffnung im Beisein von Annette Conrad, Rektorin der Schillerschule, und Christoph Palm, Geschäftsführer der Josef-Wund-Stiftung, die Bedeutung des Projekts für die Gemeinde. Schwimmen sei für die Kinder im Alter von vier bis neun Jahren eine lebenswichtige Fähigkeit, die Sicherheit und Selbstvertrauen vermittle. Dass das Schwimmmobil nun bis Ende Mai nach Ingersheim geholt werden konnte, stelle einen großen Gewinn dar.

Getragen wird das Projekt von der Josef-Wund-Stiftung, die mit der „Wundine Schwimmakademie“ seit mehreren Jahren deutschlandweit die Schwimmausbildung von Kindern unterstützt. 2022 habe man mit einem Mobil begonnen, so Geschäftsführer Palm gegenüber der BZ, inzwischen gibt es vier solcher Einrichtungen, die regelmäßig ihren Standort wechseln. Mit dem Schwimmmobil wird dem akuten Mangel an Wasserflächen entgegengewirkt, um möglichst vielen Kindern einen frühzeitigen Zugang zum Schwimmenlernen zu ermöglichen. Die Kosten belaufen sich laut Palm pro Mobil auf rund eine halbe Million Euro und hat die gleiche Wassertechnik wie ein Schwimmbad. Die Gemeinde übernimmt die laufenden Betriebskosten wie Wasseranschluss und Strom.

Idealbedingungen für Kurse

Das voll ausgestattete Schwimmmobil verfügt über ein sechs Meter langes, zwei Meter breites und 1,1 Meter tiefes Becken sowie integrierte Umkleiden, Duschen und sanitäre Anlagen. Bei konstanten 31 Grad Wassertemperatur herrschen ideale Bedingungen für Nichtschwimmerkurse.  Jörg Palitzsch

 
 
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