Bürgermeisterkandidaten stellen sich vor Das Ingersheim der Zukunft

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Am Mittwoch haben sich die Kandidaten auf Einladung der Gemeinde in der SKV-Halle vorgestellt (von links): Ulrich Raisch, Andreas Oberman, Simone Haist, Thorsten Majer. ⇥ Foto: MARTIN KALB

Bei der offiziellen Kandidatenvorstellung in Ingersheim haben die vier Bewerber ihre Ideen für die Gemeinde präsentiert.

In der voll besetzten SKV-Halle in Großingersheim hat die Gemeinde am Mittwochabend die vier Kandidaten für die Bürgermeisterwahl am 16. Februar vorgestellt. Jeder der Bewerber hatte 15 Minuten Zeit, sich zu präsentieren. Währenddessen mussten die anderen Bewerber außerhalb der Halle warten. Anschließend saßen alle vier auf dem Podium und die Zuschauer konnten Simone Haist, Thorsten Majer, Andreas Oberman und Ulrich Raisch befragen.

„Heute Abend geht es um Sie“, so eröffnete Simone Haist den Vorstellungsreigen. Die Diplom-Verwaltungswirtin betonte, dass sie das Gute in Ingersheim fortführen wolle. Haist entwarf eine Vision, wie der Ort in 15 Jahren aussehen könnte: Mit einer lebendigen Ortsmitte, einem Discounter, attraktivem Öffentlichen Nahverkehr, weniger Schleichverkehr und Angeboten für Jugendliche. Sie regte an, das Gebiet Beeten II als CO2-neutrales Wohngebiet mit bezahlbarem Wohnbau umsetzen. Haist: „Lassen Sie uns gemeinsam erarbeiten, wie unser Ingersheim aussehen soll“. Die Bürgermeisterin einer kleinen Gemeinde müsse gewissenhaft wirtschaften, „Verwaltung können und mitschaffen“, sagte sie.

Ansiedlung weiterer Firmen

„Ich kann und will etwas mitgestalten“, sagte Thorsten Majer in seiner Rede. Der Anwalt stellte seine Verbundenheit mit Ingersheim in den Vordergrund. Er sei am Ort aufgewachsen, in Vereinen und Gemeinderat aktiv und lebe mit seiner Familie hier. Die Finanzlage müsse strukturell verbessert werden, forderte er. Bei der Gewerbesteuer gebe es noch „Luft nach oben“. Ziel müsse es sein, den sicheren Sockel von zwei auf vier Millionen Euro zu erhöhen. Dazu wolle er „die Ansiedlung weiterer Firmen anschieben“. Auch Majer will sich für eine lebendige Ortsmitte engagieren und über eine Fußgängerbrücke über die Hauptstraße „laut nachdenken“. Er möchte Ingersheim „für alle Generationen attraktiv“ machen, unter anderem mit einer Jugendkonferenz. Die Erweiterung des Edeka erklärte er „zur Chefsache“.

Ziele der Kandidaten

Andreas Oberman hat in Mannheim studiert. Er habe zunächst als Makler gearbeitet, bevor er in Stuttgart einen Taxischein erwarb. Weil das Geschäft schlecht ging, habe er es aufgegeben. Oberman: „Jetzt bin ich hier.“ Dass seine Mitstreiter erfahrener seien als er, halte er für kein Problem: „Das Tagesgeschäft, die Rechnerei – das habe ich gelernt.“ Bürgermeister Volker Godel habe einiges bewegt, was er fortführen und bewahren wolle.

Ulrich Raisch nannte in seiner Vorstellung „Flagge zeigen für eine nachhaltige Gemeindeentwicklung“ als vorrangiges Ziel. Der Kandidat, der unter anderem über pädagogische Abschlüsse verfügt, nannte den demografischen Wandel als größte Herausforderung jeder Gemeinde. Außerdem wolle er als Bürgermeister den ersten Musik-Kindergarten in Baden-Württemberg einführen. Raisch: „Damit hätten Sie ein Alleinstellungsmerkmal“.

Die meisten der Zuschauerfragen richteten sich an Haist und Majer: Auf die Frage, was sie gegen den Leerstand an Wohnungen machen wollten, antwortete Majer, dass er das Zweckentfremdungsverbot, das sich gegen „krasse Fälle“ richte, in den Gemeinderat miteingebracht habe. Hier könnte man Bußgelder erlassen. Wer Häuser leer stehen lasse, würde über ein Bußgeld nur „milde lächeln“, meinte dagegen Haist. Sie wolle lieber das Baugebot auf fünf Jahre verkürzen, rare Flächen über die Gemeinde ankaufen und über einen Bebauungsplan gestalten.

Fragen der Zuschauer

Ob er seine Anwaltskanzlei ruhen lassen wolle, fragte einer der Zuschauer Thorsten Majer. Die Kanzlei werde weiter bestehen, antwortete Majer. Im Falle seiner Wahl werde er an zwei- bis zweieinhalbtägigen Fortbildungen teilnehmen, um seine Zulassung als Anwalt nicht zu verlieren.

Warum sie einen zusätzlichen Discounter nach Ingersheim bringen wollte, wurde Simone Haist gefragt. Die vielen Gespräche mit den Bürgern hätten ihr gezeigt, dass der Bedarf vorhanden sei, sagte die Kandidatin.

Um Schulwege sicherer zu gestalten, will Haist das Schulwegekonzept mit Eltern, Schulen und Behörden überarbeiten. Majer will Markierungen verbessern, mit Verkehrsbehörden verhandeln und über Schülerlotsen nachdenken.

Die Eindämmung des Schleichverkehrs will Simone Haist „zur Chefsache“ machen und mit regelmäßigen Kontrollen, Geschwindigkeitsanzeigen und baulichen Maßnahmen umsetzen. Für regelmäßige Kontrolle fehle es laut Thorsten Majer an Personal. Er schlug die Einrichtung von Einbahnstraßen vor, die es mit den Behörden zu prüfen gelte.

Was die Streichung von Kita-Gebühren angeht, waren sich die beiden Kandidaten Haist und Majer einig, dass diese Überlegungen nicht in das Konzept von Ingersheim passen.

 
 
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