Der Gemeindewald Ingersheim blickt auf ein herausforderndes Jahr zurück. Die Wasserversorgung der Waldbäume war seit Sommer 2024 stark schwankend und erreichte im Frühjahr 2025 einen kritischen Tiefpunkt, wie Revierleiter Tim Köstler im Gemeinderat erläuterte. Nach einem milden Herbst und Winter sorgten die Monate März und April für eine extreme Belastung. Warmes, sonniges Wetter und ausbleibende Niederschläge führten zu einer der trockensten Frühjahrsphasen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen.
Ingersheim Das Wasser versickert zu schnell
Extreme Trockenheit vor allem im Frühling belastete den Gemeindewald, Dürrezustände gibt es trotz der niederschlagsreichen Sommermonate im Oberboden.
Auch die Monate Mai und Juni brachten kaum Entlastung. Mehrere Hitzewellen setzten den Beständen zusätzlich zu und erhöhten durch steigende Temperaturen die Verdunstungsraten deutlich, so der Bericht des Revierleiters.
Trend bleibt negativ
Viele Niederschläge fallen inzwischen als Starkregen – doch dieser versickert zu schnell, um den Waldbäumen ausreichend zur Verfügung zu stehen. Erst der niederschlagsreiche Juli konnte das entstandene Defizit im Waldboden teilweise ausgleichen. Dennoch bleiben die Dürrezustände im Oberboden im Vergleich zum Vorjahr spürbar. Der langfristige Trend der Wasserversorgung im ganzen Landkreis Ludwigsburg, einem der waldärmsten Landkreise im Land, bleibt negativ.
Trotz dieser Herausforderungen arbeitet die Forstverwaltung an einer nachhaltigen Bewirtschaftung des Ingersheimer Gemeindewalds. Für das Jahr 2026 ist ein Holzeinschlag von rund 760 Festmetern vorgesehen – basierend auf langfristigen Planungen und unter Berücksichtigung bereits erfolgter Nutzungen. Die Einnahmen aus dem Ingersheimer Waldbetrieb belaufen sich in diesem Jahr auf rund 61.600 Euro, die Ausgaben liegen bei 45.850 Euro.
Ein Schwerpunkt bleiben die Pflege und Stabilisierung der Waldbestände. Rund 21 Hektar werden aktiv gepflegt, um den Wald klimastabiler zu machen. Zusätzlich werden auf etwa einem Hektar Schutz- und Sicherungsmaßnahmen für junge Kulturen umgesetzt. Auf 0,4 Hektar werden neue Traubeneichen und Hainbuchen gepflanzt und zum Schutz vor Wildverbiss eingezäunt.
Holzmarkt ist stabil
Nach einer schwachen Vorjahressaison zeige sich der Holzmarkt aktuell stabil, so der Bericht weiter. Sowohl Laub- als auch Nadelholz lassen sich gut vermarkten, insbesondere hochwertige Sortimente. Der weitere Verlauf hängt jedoch – wie jedes Jahr – stark von der Witterung und möglichen Schadholzmengen ab.
Holz, das aufgrund von Qualitätsmängeln nicht anderweitig genutzt werden kann, wird erneut als Brennholz versteigert. Der Brennholzmarkt hat sich nach den turbulenten Jahren deutlich beruhigt.
Die Forstverwaltung integriert Naturschutzmaßnahmen in die tägliche Arbeit. Besonders wertvolle Einzelbäume oder Baumgruppen werden gezielt aus der Nutzung genommen. Zusammen mit bestehenden Stilllegungsflächen entstehe so ein vielfältiges Mosaik wertvoller Lebensräume – vor allem für Arten, die auf Alt- und Totholz angewiesen sind.
Die nächste Holzversteigerung soll, so Bürgermeisterin Simone Lehnert, im Februar stattfinden.
