Bei der Verabschiedung des Ingersheimer Haushaltsplans 2026 unterstrichen angesichts der knappen Finanzlage alle Fraktionen ihren Sparwillen. Wenn auch mit Einschränkungen. Bürgermeisterin Simone Lehnert hatte zuvor in einem BZ-Interview gesagt, dass Einschnitte nötig seien. Für diese Einschnitte werde man Verantwortung übernehmen, „aber mit Augenmaß“, so Jürgen Fleischmann (FW) in seiner Haushaltsrede. So müsse die Konsolidierung weitergehen, es solle eine strenge Ausgabendisziplin herrschen und Sparmaßnahmen weitergeführt werden. „Wir sind weiter unter Druck“, betonte Fleischmann, der entsprechende Maßnahmen allerdings nicht im Detail benannte. Was beibehalten werden müsse, seien freiwillige Leistungen, mit Streichungen, etwa bei den Vereinen, werde im Ort der Zusammenhalt verloren gehen.
Ingersheim Der Haushalt ist in trockenen Tüchern
Alle Ratsfraktionen heben ihren Sparwillen hervor. Kritik gibt es von den Gemeinderäten am Grundstücksverkauf In den Beeten II.
„Sparzwänge müssen Sinn machen“
Ähnlich argumentierte Thorsten Majer von der SPD/FB. Sparzwänge müssten Sinn machen, in Ingersheim gebe es ein strukturelles Defizit. Ein „Silberstreif für Reformen“ sei das Sondervermögen des Bundes, wobei man dazu erst einmal bauen müsse, um dann die Rechnungen vorlegen zu können. Sorge bereite ihm auch die Verschuldung der Gemeinde, wobei man im Vergleich zu anderen Kommunen, nicht „noch schlechter dran sei als zuvor.“
Für Ursula Heinerich (CDU) habe die Verwaltung einen Haushalt der Notwendigkeiten, der Priorisierung und der Verantwortung vorgelegt. Ein dauerhaft defizitärer Finanzplan dürfe kein Normalzustand sein, deshalb habe die Konsolidierung höchste Priorität. „Pflichtaufgaben vor freiwilligen Leistungen“, mahnte sie. Die Grundstücksverkäufe in den Beeten II, die es der Gemeinde in diesem Jahr ermöglichen, ohne Kredit auszukommen, nannte Heinerich den „Verkauf von Tafelsilber“. Um aus der Finanzmisere zu kommen, müsse die weitere Entwicklung des Gewerbegebietes an erster Stelle stehen. Christoph Leibrecht (FDP) meinte zum Grundstückverkauf in den Beeten, damit könne man „nur kurzfristig Löcher stopfen“. Er plädierte für einen Ausbau der erneuerbaren Energien aus und den Einsatz von KI im Rathaus.
In der Aussprache kam es zu einem Disput zwischen Bürgermeisterin Lehnert und Martina Spahlinger (MIT). Diese bezeichnete den Jugendtreff im Fischerwörth als „Schmuddelpavillon“, kritisierte den Übergang der Sozialstation an die Evangelische Heimstiftung, eine angebliche Neuorganisation beim Bauhof und beim Grundstücksverkauf in den Beeten habe man „schnell Kasse“ gemacht. Die Bezeichnung des Jugendtreffs nannte Lehnert daraufhin eine „Unverschämtheit“, zur Sozialstation habe sie auch von Spahlinger keine bessere Lösung gehört und in Bezug auf den Bauhof handle es sich um Gerüchte. Nach dem Hinweis an Spahlinger, sie äußere sich nicht zum Haushalt, gab Lehnert noch eine Minute Redezeit und entzog ihr daraufhin das Wort. Die Abstimmung fiel entsprechend aus. Mit der Gegenstimme von Martina Spahlinger wurde der Haushalt 2026 verabschiedet.
Grabfelderweiterung wird nicht auf 2027 verschoben
Vor der Einbringung des Haushaltes hatte die Fraktion der SPD/FB einen Antrag für den aktuellen Haushalt eingebracht. Ziel war es, finanzielle Mittel anders einzusetzen und Einsparpotenziale zu prüfen. So ging es in dem Antrag um die Investitionsmaßnahme „Grabfelderweiterung“ in Höhe von 15.000 Euro. Diese Maßnahme sollte nach dem Willen der Fraktion in das Haushaltsjahr 2027 verschoben werden.
Die dadurch frei werdenden Mittel sollten dann für die Instandsetzung der Wege auf dem Kleiningersheimer Friedhof sowie für die Aufwertung einer Brachfläche auf dem Holderfriedhof verwendet werden, beispielsweise durch das Anlegen von Staudenbeeten.
Bereits eingeplant, so die Antwort der Verwaltung, seien im Rahmen der Grabfelderweiterung unter anderem die Räumung von Grabfeldern und die Anlage von Blühwiesen, der Abbau von Mauern, eine Umgestaltung mit Sitzbänken sowie die Überprüfung und Instandsetzung der Wege. Sollten nach Umsetzung dieser Maßnahmen noch Haushaltsmittel zur Verfügung stehen, werden diese ebenfalls in die Aufwertung der Brachfläche auf dem Holderfriedhof fließen.
