Ingersheim Drei Feuerwehren im Übungseinsatz

Von Jörg Palitzsch
Die Feuerwehren aus Bietigheim-Bissingen und Freiberg waren als Abschiedsgeschenk für Kommandant Andreas Fritz zur Ingersheimer Hauptübung eingeladen Foto: /Andreas Essig

Die Hauptübung in Ingersheim bedeutete auch den Abschied vom langjährigen Kommandanten Andreas Fritz.

Die Hauptübung der Ingersheimer Feuerwehr beim Holderfriedhof war gleich in mehreren Punkten etwas Besonderes. Für Kommandant Andreas Fritz, 25 Jahre bei der Wehr, war es die letzte Übung dieser Art. Er wird sein Amt bei der nächsten Hauptversammlung am 17. Januar 2026 abgeben, sein Nachfolger, so Fritz vor den zahlreichen Gästen, wird Bernhard Burk.

Übungsort war eine Scheune außerhalb

So waren die Feuerwehren aus Bietigheim-Bissingen und Freiberg, praktisch als Abschiedsgeschenk, zur Hauptübung mit Mannschaften und Fahrzeugen eingeladen. Eine weitere Besonderheit war der Übungsort. Diesmal etwas außerhalb der Gemeinde, an einer neu errichteten Scheune beim Holderfriedhof. Diese gehört Zugführer Bernhard Burk, der das ganze Szenario am Samstag geplant hatte, moderiert wurde die Übung von Benedict Scheller, beteiligt war auch die Jugendfeuerwehr.

Während kurz vor 15 Uhr noch ein Traktor auf einem Feld seine Runden drehte, war kurz danach das Martinshorn zu hören. Demnach wurde ein Unfall in einer landwirtschaftlichen Halle gemeldet, es kam zur Rauchentwicklung, dann zur Verpuffung. Dazu ereignete sich noch ein Unfall mit einem Golf, der gegen ein Güllefahrzeug pralle und auf dem sich der Landwirt verletzte. Mit diesem Szenario hatten die Feuerwehren alle Hände voll zu tun.

Meldekette funktionierte reibungslos

Zuerst war der Mannschaftswagen der Ingersheimer vor Ort. Der Einsatzleiter erkundete die Lage, um zu entscheiden, welche Maßnahmen getroffen werden müssen. Von diesem Augenblick an funktionierte die Meldekette wie am Schnürchen, wovon sich auch Bürgermeisterin Simone Lehnert und Ratsmitglieder überzeugen konnten. Zunächst traf ein Löschfahrzeug ein, weil ein Brand gemeldet worden war, kamen Feuerwehrleute mit Atemschutzgeräten zum Einsatz.

Weil sich die Wasserversorgung auf dem freien Feld und am Friedhof etwas schwierig gestaltete, wurde sofort ein zweites Löschfahrzeug beorderte, plus einem Tanklöschfahrzeug aus Bietigheim-Bissingen. Dazu war der stellvertretende Kommandant Sascha Stangl mit einer Mannschaft nach Ingersheim gekommen. Bereits zehn Minuten nach dem Alarm war so die Wasserversorgung sichergestellt. Auch weil aus Freiberg mit Kommandant Thomas Jetter und seiner Mannschaft ein weiteres Löschfahrzeug, ein LF 20 L, zum Einsatzort kam. Das Fahrzeug hat eine Einrichtung zur schnellen Wasserabgabe und einen Löschwasserbehälter mit mindestens 2000 Litern Inhalt.

Aus Bietigheim-Bissingen kam dann auch noch ein sogenanntes Wechselladerfahrzeug, um die verletzte Person auf dem Güllefahrzeug mit einem Kran zu retten. Dabei – und dies stand so nicht im Drehbuch – hockte das schwere Fahrzeug hinten auf, konnte hydraulisch aber angehoben werden und weiter in den Hof vor der Halle einfahren.

Hauptübung nach 30 Minuten beendet

Mit der Personenrettung und dem Löschen des Brandes ging die Hauptübung nach rund 30 Minuten zu Ende. Die Gästeschar fiel in diesem Jahr wegen den hohen Temperaturen und der laufenden Weinlese etwas geringer aus. Spannende Einblicke in die umfangreiche Leistungsfähigkeit der drei Feuerwehren gab es trotzdem. Die Hauptübung diente der Überprüfung der Abläufe bei einem Notfall als auch der Überprüfung der Technik und der Fahrzeuge, die im Ernstfall funktionieren müssen. Das herausfordernde Engagement der Feuerwehrleute und das Zusammenspiel der verschiedenen Wehren bekam dann auch den wohlverdienten Applaus, bevor die Feuerwehrleute im Anschluss zu einer inoffiziellen Verabschiedung von Kommandant Andreas Fritz zusammenkamen.

 
 
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