Ingersheim Gebühren für die Musikschule steigen

Von Jörg Palitzsch
Die Leiterin der Musikschule im Schloss Barbara Hernandez am Klavier. Unterrichtsstunden finden auch in Großingersheim (Klavier, Querflöte, Klarinette, Saxophon, Trompete, Euphonium) statt. Foto: /Martin Kalb

Der Gemeinderat beschließt eine Erhöhung von 15 Prozent der Entgelte für Eltern von Musikschülern und das Ende der Rhythmik-AG in der Schillerschule. 

Der Ingersheimer Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung Beschlüsse zur Musikschulfinanzierung gefasst. Demnach wird zum 1. September 2026 ein einheitlicher Zuschlag auf die Elterngebühren in Höhe von 15 Prozent auf die Musikschulgebühren eingeführt.

Gleichzeitig wurde entschieden, die bislang angebotene Rhythmik-AG in der Schillerschule zum Ende des Schuljahres 2025/2026 am 31. August 2026 einzustellen. Diese Aufgabe könne auch die Schule übernehmen, so Bürgermeisterin Simone Lehnert.

Zuschlag entlastet Haushalt

Auslöser für die Gebührenerhöhung sind vor allem die gestiegenen Personalkosten für die Angebote der Musikschule Bietigheim-Bissingen, die von 144 Schülerinnen und Schülern aus Ingersheim genutzt werden (die BZ berichtete). Das Defizit in der Nachbarstadt lag zuletzt bei 1,34 Millionen Euro, Ingersheim selbst beteiligt sich nach dem neuen, noch nicht abgestimmten Abrechnungsschema mit rund 72.000 Euro an der Musikschule. Die Ingersheimer Bürgermeisterin wies auch auf die vorangegangenen Diskussionen zur Haushaltskonsolidierung hin, wo man Hebesätze und Deckungsgrade unter die Lupe nahm.

Mit der Einführung des Zuschlags in Ingersheim verfolgt die Gemeinde das Ziel, die steigenden Kosten im Musikschulbereich besser abzudecken. Künftig sollen in die Abmangelabrechnung ab dem Jahr 2026 neben den bisherigen Berechnungsgrundlagen auch noch die tatsächlich anfallenden Sachkosten einfließen. Dazu zählen unter anderem Service- und Steuerungsleistungen. Zudem ist vorgesehen, anteilige Gebäudekosten in Höhe von 6400 Euro für den Unterricht in städtischen Einrichtungen einzubeziehen, sofern hierfür ein Einvernehmen mit den beteiligten Mitgliedskommunen erzielt wird.

Der einheitliche Gebührenzuschlag von 15 Prozent führe in der Musikschule nun zu einer Angleichung innerhalb der beteiligten Kommunen, so Bürgermeisterin Lehnert.

Nachfrage bleibt hoch

Während die Gemeinde Freudental und die Stadt Sachsenheim bereits einen Zuschlag in dieser Höhe erheben, liegt dieser in der Stadt Tamm bislang bei 6,3 Prozent. Die Gemeinden Ingersheim und Löchgau haben noch vollständig auf einen solchen Aufschlag verzichtet. Für die Gemeinde Ingersheim bedeutet die jetzige Einführung des Zuschlags eine jährliche Entlastung des Haushalts in Höhe von rund 10.000 Euro.

Negative Auswirkungen gibt es nicht – im Gegenteil: Nach Angaben der Musikschule Bietigheim-Bissingen habe es trotz vergangener und angekündigter Gebührenerhöhungen keine nennenswerte Zahl an Abmeldungen gegeben. Vielmehr sei die Nachfrage weiterhin hoch.

Angebot für 38 Schüler entfällt

Im Zuge der Überarbeitung der 15-Prozent-Erhöhung rückte in Ingersheim auch die Rhythmik-AG in den Fokus. Bei diesem Angebot handelt es sich um eine ergänzende Arbeitsgemeinschaft für alle Erstklässler in Ingersheim, die im Rahmen des Grundschulunterrichts stattfindet.

Der Unterricht für die Freiwilligkeitsleistung erfolgt vormittags im Musikraum der Schule durch eine Fachkraft der Musikschule Bietigheim-Bissingen. Die Finanzierung der Rhythmik-AG hat bislang vollständig die Gemeinde Ingersheim für jährliche Kosten in Höhe von 5000 Euro übernommen.

Vor diesem Hintergrund hat die Verwaltung vorgeschlagen, das Angebot für die 38 Schülerinnen und Schüler einzustellen. Dieser Empfehlung wurde in der Sitzung gefolgt und beschlossen, die Rhythmik-AG mit Ablauf des Schuljahres 2025/2026 zu beenden.

Bläserklasse für alle Kinder offen

Im Gemeinderat blieb eine größere Diskussion aus. Karl Seitz von den Freien Wählern sagte, der Unterricht, etwa in der Bläserklasse, die nicht gestrichen wird und mit 4420 Euro von der Gemeinde bezahlt wird, sei existenziell für die Vereine. Hier habe jedes Kind die Möglichkeit, ein Instrument zu erlernen, ergänzte Bürgermeisterin Simone Lehnert.

Ursula Heinerich (CDU) machte eine Rechnung auf. Teile man die rund 72.000 Euro Kosten durch die 144 Schüler, bezahle die Gemeinde pro Kind 500 Euro. Auch dies müsse man beachten. Proteste von Eltern gegen die Erhöhung gab es nicht.

 
 
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