Ingersheim Genügend Kinderbetreuungsplätze verfügbar

Von Jörg Palitzsch
In Ingersheim gibt es genügend Betreuungsplätze für Kinder in allen Altersgruppen. Foto: dpa/Uwe Anspach

Der Ingersheimer Gemeinderat stimmt dem Entwicklungsplan für die Kinderbetreuung bis 2026 zu, lehnt jedoch ein zusätzliches „Kindernest“ ab.

Der Ingersheimer Gemeinderat hat in seiner jüngsten Sitzung bei einer Enthaltung dem Entwicklungsplan für die Kinderbetreuung von 2024 bis 2026 zugestimmt. Insgesamt gibt es in den fünf Kindergärten 294 Plätze für Kinder ab drei Jahren.

Die Gemeinde kann bis zu 77 Plätze für Kinder unter drei Jahren zur Verfügung stellen und erreicht so weiterhin eine Versorgungsquote von rund 60 Prozent in der Altersgruppe. Der Rechtsanspruch im Bereich U3 könne aller Voraussicht nach erfüllt werden. Man habe sehr gute Kapazitäten, was Ingersheim von anderen Kommunen unterscheide, sagte Bürgermeisterin Simone Lehnert in der Sitzung.

Ein flexibles Angebot

Die Gemeinde bietet nach wie vor ein flexibles und bedarfsgerechtes Bildungs- und Betreuungsangebot für Kinder im Alter von elf Monaten bis zehn Jahren. So besuchten zum 1. März insgesamt 417 Kinder in dieser Altersgruppe die Einrichtungen.

Für Kinder von elf Monate bis sechs Jahre gibt es nach Berechnungen der Verwaltung zum März 2024 40 freie Plätze, ein Jahr später 43 freie Plätze und zum Juli 2025 insgesamt 30 freie Plätze. Es gab viele positive Rückmeldungen von Eltern, sagte Susanne Klein, pädagogische Leiterin der Einrichtungen. Wie stark sich die finanziellen Veränderungen bei den Kindergärten jedoch niederschlagen, zeigt ein Blick auf den Kostendeckungsgrad, die Zuschüsse und die Kosten. So lag der Kostendeckungsgrad im Kindergartenbereich im Jahr 2012 bei insgesamt 48,96 Prozent, in diesem Jahr bei 30,58 Prozent.

Höhere Gebührenerträge und Landeszuschüsse

2012 beliefen sich die Gebührenerträge auf 314.444 Euro, 2024 laut Plan auf 744.300 Euro. 2012 gab es an Landeszuschüssen 673.002 Euro, 2024 sind es 1,280 Millionen Euro. Die Personalaufwendungen beliefen sich auf 1,648 Millionen Euro, 2024 sind es 4,839 Millionen Euro. Allein die Personalkosten machen rund 53 Prozent der Gesamtpersonalkosten der Gemeinde aus. Der Zuschussbedarf kletterte von 1,105 Millionen Euro im Jahr 2012 auf 4,889 Millionen Euro im laufenden Jahr. Ab dem Kindergartenjahr 2026/2027 sei keine verlässliche Aussage zur Auslastung mehr möglich, da viele Kinder noch nicht geboren seien und somit für einen Betreuungsplatz noch nicht eingeplant werden können, so die Verwaltung.

Zahlen seien oft veraltet

Unsichere Faktoren, die sich auf die Berechnungen auswirken, sind die Zuzüge im Neubaugebiet „In den Beeten II“ und die stark gestiegenen Flüchtlingszuweisungen. Oft seien die Zahlen zum Zeitpunkt der Beschlussfassung bereits veraltet.

Daher schreibt die Verwaltung die Bedarfsplanung das Jahr über ständig fort und reagiert gegebenenfalls auf mögliche Überbelegungen. Deutlich wird auf den Rechtsanspruch für einen Betreuungsplatz hingewiesen, der sich jedoch immer auf das gesamte Gemeindegebiet beziehe. Somit besteht kein Rechtsanspruch auf ein Wahlrecht für eine bestimmte Einrichtung.

Gewinnung qualifizierter Fachkräfte fordert heraus

Eine große Herausforderung ist auch in Ingersheim die Gewinnung von qualifizierten Fachkräften. 2023 seien ausreichend Zusatz- und Vertretungskräfte eingestellt worden. Gleichwohl sei der Fachkräftemangel angekommen, „wir geben die Hoffnung nicht auf“, so Klein.

„Kindernest“ sei nicht erforderlich

Die Einrichtung eines „Kindernests“ wurde abgelehnt. Der Bedarf könne mit dem vorhandenen Angebot gedeckt und der Rechtsanspruch erfüllt werden. Auch die voraussichtlich angebotenen Betreuungszeiten im Kindernest seien nahezu identisch wie diese, die sonst auch angeboten werden.

Die Einrichtung sei somit für die Erfüllung des gesetzlichen Anspruchs seitens der Gemeinde nicht erforderlich. Vielmehr sollen die bereits vorhandenen Angebote gestärkt, weiterentwickelt und dem Bedarf kontinuierlich angepasst werden, so Simone Lehnert.

Im Gemeinderat wurde der Entwicklungsplan rundum positiv aufgenommen. Man jammere auf hohem Niveau, gute Kinderbetreuung sei aber auch ein wichtiger Standortfaktor, so Thorsten Majer (SPD). Die 4,8 Millionen Euro Personalkosten, die im Kindergartenbereich anfallen, seien gut angelegt, ergänzte Jürgen Fleischmann (FW).

 
 
- Anzeige -