Ingersheim Großbaustelle an der Ortsdurchfahrt läuft im März an

Von Jörg Palitzsch
Die Ingersheimer Ortsdurchfahrt wird ab März komplett saniert. ⇥ Foto: Martin Kalb

Der Ingersheimer Gemeinderat vergibt die Arbeiten zur Sanierung der Ortsdurchfahrt für 2,34 Millionen Euro. In diesem Zusammenhang rückt der Bombenangriff von 1944 in den Fokus.

Mit der Vergabe für die Tiefbauarbeiten hat der Gemeinderat den nächsten Schritt für die Sanierung der Ingersheimer Ortsdurchfahrt getan. Das Gremium vergab die Arbeiten in seiner Sitzung am Dienstag einstimmig zu einem Brutto-Angebotspreis von 2,34 Millionen Euro an die Aspacher Firma Lukas Gläser GmbH. „Wir liegen im Kostenrahmen“, sagte Axel Westram vom Bietigheimer Ingenieursbüro Westram.

Eingegangen waren im Rathaus drei Angebote für den Auftrag, zwei davon lagen bei über 2,8 Millionen Euro. Die ursprüngliche Kostenschätzung lag brutto bei 3,45 Millionen Euro. Aus diesem Grund führte die Gemeinde mit den Planern und dem Unternehmen ein Aufklärungsgespräch, in dem die Firma Gläser die Einheitspreise bestätigte und Kalkulationsirrtümer ausschloss. Das Protokoll dieses Gesprächs wird Bestandteil des Sanierungsvertrages.

In der Sitzung rückte im Zusammenhang mit der Sanierung der Bietigheimer Straße der Bombenangriff vom 16. Dezember 1944 ins Blickfeld. Damals schlugen südlich von Großingersheim zur Mittagszeit zunächst 120 Sprengbomben und über 2000 Stabbrandbomben ein, anschließend wurde nochmals eine etwa gleich große Ladung abgeworfen. Dabei kamen 21 Menschen in Ingersheim ums Leben. Der damalige Ingersheimer Bürgermeister Karl Braun hatte nach dem Angriff die Schäden kartiert. Auf der Karte von Braun sind von der Einfahrt Marktstraße bis zur Einfahrt Großmühlstraße entlang der Bietigheimer Straße mehrere Gebäude als „Totalschaden“, „Schwerer Schaden“ und als Mittelschwerer Schaden“ klassifiziert.

Einsatz für Kampfmitteldienst?

Im Gesprächsprotokoll zu dem Großauftrag ist dazu der Satz „Einweisung Kampfmittel durch Regierungspräsidium Stuttgart spätestens mit Baubeginn“ vermerkt. Amtsleiter Harald Schnabel sagte, die Begleitung des Kampfmitteldienstes bei solchen Bauvorhaben sei inzwischen ein „übliches Vorgehen“. Baubegleitend sei eine externe Firma dabei. Es könnte sein, dass etwas auftritt, was man nicht hoffe. So habe man bei früheren Kanalbauarbeiten keine alten Kampfmittel gefunden.

Laut Rahmenterminplan sollen ab dem 8. März mit dem dreiwöchigen Kanalbau und dem Umbau von Bushaltestellen, die bis in die erste Aprilwoche dauern, begonnen werden. Ab dem 21. März beginnt der Wasserleitungs-, Anfang April der Gasleitungsbau. Am 25. April fällt dann der Startschuss für den Kanalbau in der Tiefengasse und Pleidelsheimer Straße, die Sperrung und Sanierung der Neckarbrücke erfolgt dann für 14 Wochen mit Beginn der Pfingstferien ab dem 6. Juni.⇥

Info An diesem Donnerstag gibt es eine Online-Sitzung zum Thema Ortsdurchfahrt. Den Link zur Teilnahme gibt es unter www.ingersheim.de

 
 
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