Ingersheim Haftbefehl wegen versuchten Mordes

Von Jürgen Kunz
Mit einem ferngesteuerten Roboter war das Entschärfungsteam des LKA am Donnerstagnachmittag an einer Garage am Brandhaus im Einsatz. Foto: /Oliver Bürkle

Der mutmaßliche Brandstifter wurde von SEK-Beamten am Mittwoch gegen 16.20 Uhr festgenommen. Ein LKA-Entschärfungsteam musste am Donnerstag gefährliche Substanzen entfernen.

Mit einem Großeinsatz von mehr als 150 Polizeibeamten gelang es am späten Mittwochnachmittag gegen 16.20 Uhr Kräften des Spezialeinsatzkommandos Baden-Württemberg (SEK), den 61-Jährigen festzunehmen, der im Verdacht steht, in einem Wohnhaus in der Hauptstraße in Kleiningersheim eine 42 Jahre alte Verwandte und deren Begleiter mit einem Brandsatz angegriffen zu haben. Wie die Staatsanwaltschaft Heilbronn am Donnerstagmittag mitteilte, soll der Mann mutmaßlich den Dachstuhl des Gebäudes in Brand gesetzt zu haben.

Einige Sprengsätze entdeckt und entschärft

Das betroffene Haus in der Hauptstraße ist nach wie vor nicht betretbar und wird vermutlich unbewohnbar bleiben, teilt die Polizei mit. Einsatzkräfte der Polizei fanden am Donnerstagnachmittag in einer Garage des von dem Brand betroffenen Gebäudes möglicherweise gefährliche Substanzen, die entflammbar oder möglicherweise explosiv sein könnten. Die Beseitigung dieser Substanzen wurde von einem Entschärfungsteam des Landeskriminalamts Baden-Württemberg vorbereitet. Dazu wurde eine kleine, kontrollierte Sprenung ausgelöst. THW und Feuerwehr ergriffen ergänzend dazu Maßnahmen zum Schutz der unmittelbar angrenzenden Gebäude.

Tatverdächtiger erlitt Brandverletzungen

Hintergrund der Tat dürften familiäre Streitigkeiten bezüglich der Verteilung der Besitzverhältnisse des Wohnhauses in der Hauptstraße sein, heißt es in der Mitteilung. Der Tatverdächtige, der selbst Brandverletzungen erlitt, wurde zur medizinischen Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Die Staatsanwaltschaft Heilbronn hat beim Amtsgericht Heilbronn den Erlass eines Haftbefehls beantragt. Durch eine Haftrichterin fand am Donnerstagnachmittag die Vorführung des 61 Jahre alten Tatverdächtigen in einem Krankenhaus statt. Sie erließ Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des versuchten Mordes sowie der schweren Brandstiftung und setzte diesen in Vollzug. Der 61-Jährige befindet sich derzeit noch unter Bewachung im Krankenhaus und soll im Anschluss in eine Justizvollzugsanstalt überstellt werden. Die Kriminalpolizei des Polizeipräsidiums Ludwigsburg hat die Ermittlungen wegen des Verdachts des versuchten Mordes sowie der schweren Brandstiftung aufgenommen. Auch einige angrenzende Gebäude wurden durch die starke Hitze- und Rauchentwicklung in Mitleidenschaft gezogen. Der genaue Sachschaden kann derzeit noch nicht beziffert werden, dürfte sich nach Schätzungen der Polizei aber mindestens auf einen hohen sechsstelligen Betrag belaufen.

Nach Spengstofffunden erneut evakuiert

Nachdem die Gefahrenlage am Mittwochabend aufgelöst wurde, konnte zunächst ein Teil der evakuierten Anwohner in ihre Häuser zurückkehren.

Nach Sprengstofffunden in einem Gartenhäuschen musste zurückgekehrte Anwohner am Donnerstagnachmittag erneut evakuiert werden.

Die Bewohner der Hauptstraße 17, 19, 27, 29, 30, 32, und 34, deren Häuser direkt am Tatort liegen, musste anderweitig untergebracht werden.

Nach Auskunft der Gemeinde unterstützte bei der Unterbringung die Bäckerei Heinerich, die über Gästezimmer verfügt. Andere Betroffene kamen bei Angehörigen unter.

Am Mittwoch musste der Strom von 14.22 bis 17.53 Uhr abgeschaltet werden. Auch am Donnerstag gab es ab 10 Uhr nochmals eine Stromabschaltung im Bereich der Hauptstraße und des Quellenwegs.

 
 
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