In der jüngsten Sitzung des Ingersheimer Verwaltungsausschusses erhob das Gremium keine Einwände gegen die Entwicklung beim Hessigheimer Gartencenter Rosen Hammer. Dabei gilt: Einwände werden in der Regel zu geplanten Bauvorhaben von Nachbarkommunen nicht erhoben.
Ingersheim/Hessigheim Traditionsbetrieb im Wandel
Ein Bebauungsplan soll beim Gartencenter Rosen Hammer den Weg für Wohnmobilstellplätze und Fotovoltaik ebnen.
In Hessigheim stehen allerdings größere Veränderungen an, wie aus dem Bebauungsplan „Kleiningersheim Straße I“ hervorgeht, der im Hessigheimer Gemeinderat am 19. März beschlossen wurde. Ziel ist es, die bisherige Nutzung des Gärtnereibetriebs zu ändern und auf der Fläche künftig eine geordnete Nachnutzung zu ermöglichen. Dort sollen Wohnmobilstellplätze und Fotovoltaikanlagen ermöglicht werden.
Gärtnereibetrieb 1908 gegründet
Der Gärtnereibetrieb wurde bereits im Jahr 1908 im Außenbereich gegründet und hat sich seither kontinuierlich weiterentwickelt. Aus einer klassischen Baumschule entstand im Laufe der Jahrzehnte ein moderner Gartencenter, wo heute ein breites Sortiment angeboten wird: von selbst produzierten Beet- und Balkonpflanzen über Gartenobjekte und Kunst bis hin zu einer umfangreichen Baumschulauswahl und einer Rosenabteilung mit mehr als 300 Sorten.
Doch veränderte wirtschaftliche Rahmenbedingungen setzen dem Betrieb immer mehr zu, wie es in der Begründung zum Bebauungsplan heißt. Besonders ins Gewicht fällt eine geplante, zweijährige Sperrung der wichtigsten Zufahrt durch die Sanierung der Neckarbrücke und Staustufe. Diese mache eine strukturelle Neuausrichtung notwendig. Kern der Planung ist eine Verkleinerung des bisherigen Gärtnereibetriebs und des Verkaufsbereichs. Auf einem rund 7700 Quadratmeter großen nördlichen Teil des Geländes sind umfassende Umnutzungen vorgesehen.
Wohnmobilstellplätze statt Gewächshäusern
So sollen Teile der bestehenden Gewächshäuser abgebrochen und stattdessen Wohnmobilstellplätze geschaffen werden. Neuere Gewächshäuser bleiben erhalten. Sie sollen künftig unter anderem als Unterstellmöglichkeiten dienen und bieten aufgrund ihrer Bauweise Potenzial für Fotovoltaikanlagen. Ein wesentliches Hindernis liegt bislang im Planungsrecht. Die bisherigen Genehmigungen waren an den Gärtnereibetrieb gebunden und im Außenbereich zulässig. Die geplanten neuen Nutzungen hingegen sind dort nicht mehr genehmigungsfähig. Hier setzt der Bebauungsplan an, der die rechtliche Grundlage für die Veränderungen schaffen soll.
Das Plangebiet liegt westlich an der wenig befahrenen Kreisstraße 1618 in Richtung Kleiningersheim. In der Umgebung finden sich sowohl weiterhin gärtnerisch genutzte Flächen als auch Wohnbebauung, Weinberge und ein Gartenhausgebiet. Auch das Weingut Faschian befindet sich in unmittelbarer Nähe. Ein weiterer Aspekt im Textteil des Bebauungsplans ist die Hochwasserlage. Vermerkt ist, dass bei den größeren Hochwasserereignissen der Jahre 1978, 1994 und zuletzt 2024 keine Überflutungen im betroffenen Bereich registriert wurden. Mit dem Bebauungsplan sollen nun die Grundlagen geschaffen werden, sodass der Betrieb auch in Zukunft bestehen kann.
Im Ingersheimer Verwaltungssauschuss war auch die mit der Brückensanierung zusammenhängende Sanierung der Kreisstraße 1618 zwischen Kleiningersheim und Hessigheim ein Thema. Das Projekt ist, wie berichtet, im Kreisstraßenprogramm 2027 bis 2031 enthalten. Bürgermeisterin Simone Lehnert sagte, man müsse klären, ob es eine Sanierung oder einen Ausbau gibt.
Eingriff in den Wald soll gering gehalten werden
Komme es zum Ausbau, müsse der Eingriff in den Wald so gering wie möglich gehalten werden. Aus dem Gremium kam die Anregung, zunächst die Neckarbrücke und dann die Kreisstraße zu sanieren. Aus Sicht des Landkreises soll dagegen vor der Sanierung der Neckarbrücke zunächst die Sanierung der Kreisstraße erfolgen. Zu dem Projekt, so Bürgermeisterin Lehnert, werden noch Gespräche geführt.
