Ingersheim Lesebus für Kleiningersheim startet bald

Von Jörg Palitzsch
Marlies Piscopello leitet die Bücherei in Ingersheim. Nun werden dort Gebühren für den Ausweis fällig. Foto: Helmut Pangerl

Mehrere Neuerungen gibt es für Leseratten in Ingersheim. Weil es keine Räume mehr für eine Bücherei in Kleiningersheim gibt, kann man nun mit einem Bus direkt zur Bücherei nach Großingersheim zum Ausleihen fahren. Der Leseausweis kostet künftig Geld.

Bei der Ingersheimer Ortsbücherei werden künftig Gebühren fällig. Grundlage dafür ist ein Ratsbeschluss zu einer aktualisierten Benutzungsordnung, wonach die Gebühr für die Ausstellung eines Leseausweises sechs Euro beträgt. Für Minderjährige ist der Ausweis kostenlos. Wird der Ausweis beschädigt oder geht verloren, wird ebenfalls eine Gebühr von sechs Euro fällig.

Die Benutzungsordnung, die zuletzt 2012 aktualisiert wurde, regelt auch die Versäumnisgebühren neu. Ist die Leihfrist abgelaufen wird pro Medium pro Woche eine Gebühr von einem Euro erhoben, höchstens jedoch 15 Euro pro Medium. Bei Minderjährigen beträgt die wöchentliche Versäumnisgebühr 50 Cent. Muss schriftlich an die Rückgabe von Büchern erinnern werden, wird zusätzlich zu den Versäumnisgebühren noch eine Bearbeitungsgebühr von einem Euro erhoben.

Geregelt ist künftig auch der Verlust und die Beschädigung von Medien. Hier kommt zu den Ersatzkosten noch eine Bearbeitungsgebühr in Höhe von fünf Euro hinzu. Ebenso wird Kostenersatz bei Nichtrückgabe verlangt, plus einer zusätzlichen Gebühr von 15 Euro für die Bearbeitung. Von einer Lesegebühr pro Buch habe man Abstand genommen, um das „niederschwellige Angebot“ zu erhalten, so Bürgermeisterin Simone Lehnert.

Nachdem es die Bücherei im alten Rathaus in Kleiningersheim nicht mehr gibt und Ersatzräume im kleineren Ortsteil nicht gefunden wurden, wird jetzt ein Lesebus eingerichtet. Erstmals fährt er am 7. November von Kleiningersheim zur Großingersheimer Bücherei. Abfahrt ist um 16 Uhr am alten Rathaus, zurück geht es um 17 Uhr.

Zahl der Nutzer sinkt

Büchereileiterin Marlies Piscopello stellte anschließend im Gemeinderat den Jahresbericht 2021 für die Bücherei in Großingersheim vor. Demnach ist die Zahl der aktiven Nutzer im Jahresvergleich zu 2020 von 556 auf 504 gesunken. Neuanmeldungen gab es 75, ein Jahr zuvor 79. Die Besucherzahlen reduzierten sich von 6308 auf 4450. Der Grund: Auch 2021 musste die Bücherei auf Grund von Corona für längere Zeit geschlossen bleiben. Trotzdem konnten im ersten Halbjahr Termine zur Ausleihe vereinbart werden. Außerdem wurden unter anderem neue Medien eingearbeitet, Bücherkisten für Schulklassen sowie Kindergärten bereitgestellt und es gab Führungen für Kinder.

Der Besuch von Schulklassen und Kindergärten war ab Anfang Juni wieder möglich, dieses Angebot wurde 14 mal genutzt. Es soll erweitert werden, so die Büchereileiterin. Die Zahl der Ausleihen reduzierten sich 2021 von 31 941 auf 25 794, wobei 43 Prozent auf die Kinder- und Jugendbuchliteratur entfielen. Der Bestand beläuft sich auf 10 906 Medien, davon sind 73 Prozent Bücher. Aus dem Gremium und der Verwaltung gab es viel Zuspruch für die Arbeit der Büchereileiterin, die Gemeinderat Jürgen Fleischmann zusammenfasste. Piscopello sei die richtige Frau am richtigen Ort.

  Jörg Palitzsch

 
 
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