Mit vielen guten Wünschen, persönlichen Begegnungen und einem Blick nach vorn ist am Freitag der traditionelle Neujahrsempfang im elsässischen Ingersheim über die Bühne gegangen. Besonders herzlich begrüßt wurden die zwölfköpfige Delegation aus der gleichnamigen Partnergemeinde aus dem Landkreis Ludwigsburg, angeführt von Bürgermeisterin Simone Lehnert sowie Irene Betsch, der Vorsitzenden des Partnerschaftsausschusses. Die elsässische Bürgermeisterin und Gastgeberin Denise Stoeckle hieß die Delegation im festlich geschmückten Saal der Société sportive Saint-Aloyse d’Ingersheim willkommen.
Ingersheim Mit vielen Wünschen ins neue Jahr
Eine zwölfköpfige Delegation aus der Neckargemeinde war beim Neujahrsempfang in der elsässischen Partnergemeinde.
Bürgermeisterinnen betonten die gewachsene Freundschaft
In ihren Ansprachen betonten beide Bürgermeisterinnen die Bedeutung der seit Jahren gewachsenen deutsch-französischen Freundschaft. Gerade in bewegten Zeiten und geopolitischen Veränderungen sei die kommunale Zusammenarbeit eine treibende Kraft für ein starkes Europa, betonte Stoeckle. „Gemeinsam können wir die Zukunft gestalten“, so die elsässische Bürgermeisterin.
Lehnert hob in ihrer in Französisch gehaltenen Rede hervor, man trage einen gemeinsamen Namen, auch wenn man zwei verschiedenen Ländern angehöre. „Weit mehr als eine sprachliche Besonderheit ist dies ein schönes Symbol für unsere Nähe, unsere Geschichte und unsere Freundschaft.“ Seit vielen Jahren verbinde beide Gemeinden ein lebendiger Austausch, weit über die offiziellen Begegnungen hinaus. „Es ist eine Freundschaft, die auf menschlicher Wärme, Vertrauen und gegenseitigem Respekt beruht.“
Eine Freundschaft, die zeige, wie Europa auf lokaler Ebene ganz selbstverständlich funktionieren könne – zwischen Menschen, Gemeinden und Nachbarn. Was beide Gemeinden ebenfalls verbinde, sei die Liebe zum Wein, zur Geselligkeit und zu einer außergewöhnlichen Kulturlandschaft, die diesseits und jenseits der Grenze geprägt wurde. „Möge unsere Partnerschaft weiterwachsen, ebenso beständig und nachhaltig wie die Weinberge an unseren Hängen“, so Lehnert, die viel Applaus für ihre Rede erhielt. Als Geschenk übergab sie Bürgermeisterin Stoeckle eine Jacke mit dem Aufdruck „Ingersheim schafft Gemeinschaft“.
Der Jahresrückblick in der Partnergemeinde erfolgte mit einer Bilderschau des elsässischen Fotografen Jean-Luc Syren. Mit Fotos des Rathauses, der Kirche, Seniorenfeiern, Kulturveranstaltungen zog das abgelaufene Jahr an den rund 130 Gästen vorbei. Der offizielle Teil des Empfangs klang bei einem geselligen Umtrunk mit regionalen Spezialitäten aus dem Elsass aus. Dabei nutzten viele Gäste die Gelegenheit zu persönlichen Gesprächen und neuen Ideen für künftige Begegnungen.
Am Rande des Neujahrsempfangs verkündete Jean-Marc Bettinger seinen Rückzug aus der Politik, spätestens bei der „Municipales 2020“, der Kommunalwahl in Frankreich. Bettinger ist seit 1995 in Gemeinderat und im Rathaus für die Finanzen zuständig – und sehr engagiert seit Jahren auch für die Partnerschaft. Wer ihm nach den Wahlen folgt, ist – je nach Ausgang – noch offen.
In der Partnergemeinde hat sich in letzter Zeit einiges getan. Die Bauarbeiten für die neue Mehrzweckhalle in der Rue du Stade haben kürzlich begonnen. Nach den vorbereitenden Arbeiten beginnt die zweite Bauphase mit Abriss, Erdarbeiten, Fundamenten und ersten Rohbauarbeiten, die voraussichtliche Bauzeit beläuft sich auf 18 Monate.
Nach 18-monatiger Bauzeit konnte man Ende Juni 2025 wieder in das renovierte Rathaus einziehen. Dort ging am Wochenende auch eine Ausstellung mit Arbeiten der „Brezelkönigin“ Birgit Stengel zu Ende. Im Sommer erhielt das elsässische Ingersheim Besuch der Departementsjury von „Villes et Villages Fleuris” (Blühende Städte und Dörfer). Die Partnergemeinde konnte das Label „3 Fleurs” (3 Blumen) behalten, begleitet von den Glückwünschen der Jury. Was die Gestaltung betrifft, so wurde die Rue des Roses renoviert, und die Grünflächen vervollständigten im Herbst das Gesamtbild. Zu Beginn des neuen Schuljahres im September wurden rund 390 Kinder in den Kindergärten und Grundschulen aufgenommen, für Bürgermeisterin Denise Stoeckle ein Zeichen für eine lebendige, einladende und dynamische Gemeinde.
Ebenso haben die Innen- und Außenrenovierungsarbeiten an der Kirche St. Bartholomäus, erbaut in der Mitte des 15. Jahrhunderts, begonnen. Diese lang erwartete Baustelle ist ein wichtiger Schritt für die Erhaltung des kommunalen Erbes, so Bürgermeisterin Stoeckle. Weiterhin erhältlich sind in der elsässischen Partnergemeinde auch die Flaschen der Cuvée „2 Ingersheim”, die anlässlich des 25-jährigen Jubiläums der Städtepartnerschaft zwischen Ingersheim in Frankreich und Ingersheim in Deutschland hergestellt wurden. Sie sind im örtlichen Weinkeller Jean Geiler erhältlich. Dieser Wein, der zur Hälfte aus einem Weißburgunder des Ingersheimer Wengerters Franck Bento besteht, und zur anderen Hälfte zu gleichen Teilen aus einem Muskateller und einem Gewürztraminer, wurde vom Weingut Jean Geiler in Ingersheim hergestellt.
