Ingersheim schafft Gemeinschaft“ – unter diesem Leitgedanken stand der Neujahrsempfang 2026 in der Ingersheimer SKV-Halle. Bürgermeisterin Simone Lehnert brachte die Bürgerinnen und Bürger zusammen, um gemeinsam auf Erreichtes zurückzublicken und neue Ziele in den Blick zu nehmen. Die Halle war ein Raum für Begegnung, Austausch sowie einen optimistischen Start ins neue Jahr – und bot mit Musik und Turnvorführungen ein kurzweiliges Programm.
Ingersheim Mit Zuversicht ins neue Jahr
Der Neujahrsempfang in der SKV-Halle gerät zu einer bunten Show mit dem Chor „SingIng“, turnenden Kindern und einem kurzen Auftritt von Nils Wanderer.
Unter den Gästen waren Bürgermeisterin Dr. Sabrina Lee aus Pleidelsheim, Jan Hambach, Bürgermeister in Freiberg, der Ingersheimer Alt-Bürgermeister und Ehrenbürger Martin Maier sowie eine Delegation aus der elsässischen Partnergemeinde mit Bürgermeisterin Denise Stoeckle an der Spitze. Ebenfalls dabei waren zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Ingersheimer Vereinen und Institutionen.
Zum Auftakt stimmte der gemischte Chor „SingIng“ unter der Leitung von Simone Jakob unter anderem mit „Africa“ von Toto und dem Song „We Are The World“ – zum Mitsingen – die Gäste ein.
Kein Konzept für die Schublade, sondern eine Strategie
Bürgermeisterin Lehnert blickte zunächst auf die Corona-Pandemie zurück, deren Auswirkungen heute noch spürbar seien. Häufig mache man sich auf die Suche nach Schuldigen, die Fehler gemacht haben, um diese zu bestrafen. „Das bringt uns leider keinen Schritt weiter“, so Lehnert. Viel wichtiger wäre es, zu schauen, was gut geklappt habe, worauf man aufbauen könne, und welche Strategie funktioniere. Als Beispiel nannte sie das Gemeindeentwicklungskonzept. Kein Konzept für die Schublade, sondern eine grundlegende Strategie mit hoher Bürgerbeteiligung für die kommenden 15 Jahre in Ingersheim. Damit verfolge man die Ziele, herauszufinden, wie Projekte finanziert werden können und welche personellen und weiteren Ressourcen dafür notwendig seien. An den Wänden der Halle waren die Maßnahmen zu sehen, die beschlossen wurden, welche schon umgesetzt oder auf den Weg gebracht wurden. Lehnert nannte als Beispiele die neuen Richtlinien für Bebauungspläne, mit denen man mehr Sicherheit geschaffen habe, und das Starkregenmanagement, bei dem Risiken und Gefahren zusammengefasst und Empfehlungen ausgesprochen wurden. Weitere Themen waren die Sanierungsgebiete und ein detaillierter Maßnahmenplan. An jedem Plan war ein QR-Code abgebildet, mit dem man zu den einzelnen Themen des Entwicklungskonzeptes gelang. Bei allen Konzepten und Zahlen sei eines jedoch klar, so Lehnert weiter. „Das Wichtigste in unserer Gemeinde sind die Menschen.“ Ingersheim lebe von seinen Vereinen, von Ehrenamtlichen, von Menschen, die sich mit Zeit, Herz und Ideen einbringen würden.
Kompromisse zu Gunsten der Gemeinde
Für fast jedes Interesse, jedes Bedürfnis und jede Lebensphase würde es ein Angebot geben – „und wenn es noch keines gibt, dann erfinden wir es eben.“ Gemeinschaft sei aber nichts Selbstverständliches. Sie brauche Pflege, Aufmerksamkeit und eine klare Haltung. Wer eigene Interessen über die der Gemeinschaft stelle, gefährde schon im Kleinen das, was den Alltag trage: Zusammenhalt, Verständnis und die Bereitschaft, zum Gelingen des Zusammenlebens beizutragen, indem mal auch verzichtet oder bereit für einen schmerzhaften Kompromiss ist, so die Bürgermeisterin. „Genau diesen Geist wollen wir in Ingersheim bewahren und stärken. Und dafür setze ich mich jeden Tag mit voller Überzeugung ein.“
Neujahrsgrüße kamen auch von Bürgermeisterin Stoeckle aus der Partnergemeinde. Wichtig sei es, die Freundschaft zu stärken, sie hoffe auf eine Weiterführung der engen Beziehungen durch die nächste Generation. Der elsässische Gemeinderat Marc Ottenwaelder, der sich wie Jean-Marc Bettinger und Pierre Fuchs stark für die Partnerschaft engagiert hat und dem nächsten Gemeinderat nicht mehr angehören wird, sagte, trotz einiger Unterschiede pflege man einen freundschaftlichen Austausch und eine Partnerschaft, in der man zuhören könne. „Dieses Engagement soll bestehen bleiben.“
Anschließend gehörte die Bühne den turnenden Kindern des TVI, die ihre akrobatischen Künste zeigten und mit viel Applaus belohnt wurden. Zum Abschluss des Neujahrsempfangs bot der Ingersheimer Countertenor Nils Wanderer den Song „St. Petersburg“, der ebenfalls mit viel Applaus bedacht wurde. Bürgermeisterin Simone Lehnert hatte den Tenor, der weltweit unterwegs ist und in diesem Jahr an der Metropolitan Opera (Met) in New York debütiert, um einen Auftritt in seiner Heimatgemeinde gebeten, was dieser sofort zusagte.
