Ingersheim Neues Leben im Viehstall

Von Jörg Palitzsch
Nina und Steffen Seitz haben aus einem ehemaligen alten Schweinestall am Mühlweg ein modernes Hofcafe gemacht. Foto: /Martin Kalb

Das Hofcafé Seitz öffnet am 17. April. Anwohner kritisieren die Park- und Verkehrssituation im Mühlweg.

W o früher Kühe, Bullen und Schweine gehalten wurden, ist jetzt ein Ort der Begegnung entstanden. Auf dem Areal der Familie Seitz am Mühlweg wurde ein ehemaliger und denkmalgeschützter Stall Schritt für Schritt zum Hofcafé und angeschlossener Eventlocation mit insgesamt 90 Plätzen umgebaut. Hinzu kommen im Sommer 30 Plätze im Außenbereich. Anwohner beschweren sich unterdessen über die zu erwartende Parksituation.

Die letzten Tiere verließen den Stall bereits im Jahr 2017. Seither stand das Gebäude leer – bis im Februar 2025 schließlich die Umbauarbeiten begannen. Ziel der Familie Seitz war es, den alten Stall in einen gemütlichen, einladenden Raum zu verwandeln, ohne dabei den ursprünglichen Charme zu verlieren. Elemente wie etwa die bestehende Holzdecke und tragende Pfosten, behandelt mit Trockeneis, blieben erhalten und schaffen so eine besondere Atmosphäre.

Dazu kommen Tische, deren Tischplatten von einem Wintergerstensilo stammen. Dazu können die Gäste einen Blick in die Obstbrennerei werfen, wofür Vorschriften zum Explosionsschutz einzuhalten waren. Bei allem sprach der Denkmalschutz ein Wörtchen mit, so Steffen und Nina Seitz, selbst alte Steine mussten wiederverwendet werden. Zuschüsse gab es nicht, aber vor allem Vorschriften zum Brandschutz. „Der Bürokratieaufwand war nicht gerechtfertigt“, sagt Steffen Seitz rückblickend.

Zweimal pro Monat geöffnet

Inzwischen ist das Konzept kurz vor dem Eröffnungshoffest, das von Freitag, 17. April, bis Sonntag, 19. April, stattfindet, ausgereift. Geöffnet wird dann jeweils am letzten und ersten Sonntag im Monat. An diesem Tag mit Frühstück von 9.30 bis 12 Uhr und mittags ab 13 Uhr. Angeboten werden Gebäck und Flammkuchen, das Café selbst kann für Geburtstagsfeiern, Taufen, Hauptversammlungen, Tagungen oder Hochzeiten gemietet werden, dann mit Catering. Eine klassische Gastronomie mit voll ausgestatteter Küche gibt es nicht, aber eine Lüftung, damit die Gäste auch im Hochsommer nicht in den Hof müssen.

Im Verwaltungsausschuss stieß das Vorhaben im Dezember 2023 auf breite Zustimmung, der Umbau der Scheune wurde einstimmig bei einer Enthaltung genehmigt. Das Projekt, so der Tenor in der damaligen Sitzung, passe gut in die touristische Entwicklung der Gemeinde und trage zur Attraktivität des Ortes bei, auch im Hinblick auf den inzwischen vollzogenen Beitritt zum 3B-Land.

Zu wenig Parkplätze?

Im Hof der Familie Seitz gibt es acht Stellplätze, einer davon rollstuhlgerecht. Hinzu kommen 16 Stellplätze für Radler. Für die Anwohner des Mühlweges ist dies zu wenig, in der engen Gasse wird durch die Besucher des neuen Hofcafés zusätzlicher Parkdruck befürchtet. Auch im Rathaus weiß man um die Situation. Die Familie Seitz habe jedoch einen Anspruch auf eine Baugenehmigung gehabt, weil alles den Vorschriften entspreche. Allerdings sei die Park- und Verkehrssituation schwierig. Die soll verbessert werden, wie man es etwa in der Forststraße umgesetzt hat, sagt Georg Zimmer, Amtsleiter für die Liegenschaften, Bau und Technik. Diese Verbesserungen sollen im Zuge mit den Arbeiten an der Wasserleitung in der Krebsgasse und im Mühlweg erfolgen, „aber eine Verbreiterung ist nicht möglich“, schränkt Zimmer schon jetzt ein.

Steffen und Nina Seitz betonen, dass man immer auf die Parkmöglichkeiten beim Fischerwörth hinweise, dort gibt es rund 200 Stellplätze. Und so werde es auch beim dreitägigen Hoffest Mitte des Monats und bei Anfragen für die Anmietung des Hofcafés sein.

 
 
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