Ingersheim SEK stürmt Gebäude in Kleiningersheim

Von Jürgen Kunz
Mit einem gepanzerten Fahrzeug und der Waffe im Anschlag stürmten nach stundenlanger Kontaktaufnahme Einsatzkräfte des SEK das Gebäude in der Hauptstraße, in dem sich der mutmaßliche Brandstifter verschanzt hatte. Foto: /7aktuell.de | Kevin Lermer/Oliver Bürkle

Nach einem Dachstuhlbrand wurden aus Sicherheitsgründen die umliegenden Gebäude evakuiert. Der mutmaßliche Brandstifter konnte nach mehreren Stunden festgenommen werden. 

Von weitem war schon eine Rauchsäule zu sehen: Gegen 12 Uhr wurde die Feuerwehr zu einem Dachstuhlbrand in die Hauptstraße in Kleiningersheim alarmiert. Die Löscharbeiten entwickelten sich zu einem Großeinsatz von uniformierter Polizei, Spezialeinsatzkommando (SEK) mit Schutzausrüstung und automatischen Pistolen sowie Einsatzkräften der Feuerwehr und des DRK. Nach mehreren Stunden wurde gegen 17 Uhr der Bewohner, der sich im Haus verschanzt hatte, vom SEK abgeführt.

Der Großeinsatz von Polizei und Feuerwehr in Kleiningersheim aufgrund eines Gebäudebrandes dauerte über Stunden hinweg. Den bisherigen Erkenntnissen zufolge kam es im Zuge des Brandes zu einer Verpuffung in einem Wohnhaus in der Hauptstraße. Es gab Hinweise darauf, dass sich eine Person noch im Gebäude befand, die mit dem Brandgeschehen in Verbindung zu bringen sein könnte, hieß es in einer Mitteilung der Polizei. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur soll ein verärgerter Mieter das Feuer mit Brandsätzen ausgelöst haben. Insgesamt sind, so die Polizei, fünf Personen in dem Wohnhaus gemeldet.

Umliegende Gebäude evakuiert

Es wurde ein Gefahrenbereich um den Einsatzort festgelegt. Die umliegenden Gebäude wurden evakuiert, die Anwohner von der Polizei ins Vereinsheim Schönblick gebracht. Dort erhielten sie eine Begleitkarte und wurden mit Essen und Trinken versorgt. Nach Zeugenhinweisen hing an der Eingangstür des Hauses in der Hauptstraße ein Zettel mit dem Hinweis, dass beim Öffnen der Tür eine Bombe explodiere. Ein anderer Zeuge berichtete, dass ein Anwohner Brandsätze geworfen haben soll. Beide Hinweise wurde von der Polizei bislang weder dementiert noch bestätigt.

Die Polizei versuchte über Stunden hinweg Kontakt mit der sich, so vermutet die Polizei, noch im Gebäude befindlichen Person aufzunehmen. Ein Spezialeinsatzkommando war vor Ort. Der mutmaßliche Bewohner hatte sich im Keller verschanzt. Da die Kontaktaufnahme mit ihm jedoch nicht gelang, wurde das Gebäude gestürmt. Der Mann, der sich im haus verschanzt hatte, wurde vom SEK abgeführt. Nach Polizeiinformationen gab es eine verletzte Person.

83 Feuerwehrleute, 16 Fahrzeuge

Wie der stellvertretende Kreisbrandmeister Jochen Reuschle erklärte, waren die Feuerwehren aus Ingersheim, Bietigheim-Bissingen, Walheim (mit der Drohnengruppe) und Ludwigsburg (Atemschutz) mit 83 Einsatzkräften und 16 Fahrzeugen im Löscheinsatz. Nach dem die Bedrohungslage klar war, waren neben 100 Polizeibeamten des Polizeipräsidiums Ludwigsburg auch ein nicht bekannte Anzahl Kräfte des Spezialeinsatzkommando vor Ort. „Es war etwas dynamisch durch die Nachforderung“, sagte Ersten Polizeihauptkommissar Steffen Grabenstein als Leiter der Pressestelle.

„Es ist wirklich traurig“, sagte Bürgermeisterin Simone Lehnert, die am Mittwoch wegen ihres Urlaubs nicht vor Ort war. Von Anfang an seien Mitarbeiter der Verwaltung, die Freiwillige Feuerwehr und Ehrenamtliche involviert gewesen.

Rund 150 Menschen waren während des Einsatzes evakuiert und im Vereinsheim Schönblick untergebracht worden. Dort hätte die Polizei sie über die aktuelle Lage informiert, die Menschen seien unter anderem auch von Seelsorgern und Deutschem Roten Kreuz gut betreut und versorgt worden, sagte die Ingersheimer Bürgermeisterin.

 
 
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