Ingersheim „Seniorenarbeit ist auch Generationenarbeit“

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Christine Pastow war viele Jahre die gute Seele im Haus am Schöllbach in Ingersheim. ⇥ Foto: Martin Kalb

Christine Pastow war jahrelang Ehrenamtskoordinatorin für die Seniorenarbeit. Im Ruhestand möchte sie nun weiter ehrenamtlich tätig sein.

Eigentlich wären wir ja jetzt in Südamerika“, erzählt Christine Pastow in den Räumlichkeiten des Seniorenstübles im Haus am Schöllbach in Ingersheim. Coronabedingt findet die Reise mit ihrem Mann genauso wenig statt wie all die Aktivitäten in der Seniorenarbeit, die sie hauptamtlich in ihrer Ehrenamtsarbeit für die Gemeinde bis Ende letzten Jahres organisiert und koordiniert hat.

Sechs Jahre lang war sie Anlaufstelle und Ansprechpartnerin für Gruppen, Organisationen und Senioren. Ob im Karl-Ehmer-Stift, im Haus am Schöllbach mit dem Seniorenstüble oder bei der Einrichtung und Konzeption der Begegnungsstätte in der neuen Residenz: Christine Pastow war es immer ein Anliegen, alle Seniorengruppen, Vereine und Organisationen zusammenzubringen. Darüber hinaus engagierte sie sich im Kreisseniorenrat, bei Fortbildungen und bei Schulungen, sowie in der Singgemeinschaft und im Kirchenchor. Schon früh entdeckte die gelernte Hauswirtschaftsleiterin und Mutter von zwei Söhnen ihre Passion für ehrenamtliche Tätigkeiten. Anfangs noch im Elternbeirat und in der Kirchengemeinde tätig, wurde ihr Besuch der Frauenakademie zum „Schlüsselerlebnis“, wie sie sagt. Die Abschlussarbeit, die sie schreiben musste, führte sie ins Archiv der Gemeinde und zur Zusammenarbeit mit Brigitte Popper. Irgendwie sei sie dann „in die Seniorenarbeit hineingeschlittert“. Zuerst am damals neu eröffneten Karl-Ehmer-Stift, anschließend als Nachfolgerin für die Ehrenamtskoordination der Seniorenarbeit in der Gemeinde.

„Es ist sehr wichtig, dass jemand Struktur bietet, um die verschiedenen Angebote zu koordinieren“, so ihre Erfahrung. In Ingersheim sei das immer sehr gut gelungen, hier sei man in der ehrenamtlichen Arbeit auch bestens aufgestellt. Wichtig ist Pastow aber auch, dass das Ehrenamt nicht nur auf die Senioren reduziert wird. „Seniorenarbeit ist auch Generationenarbeit, denn es gibt immer Gemeinsamkeiten zwischen Jung und Alt.“ Sommerfeste in den Heimen oder Kooperationen mit den Kindergärten sollen die Seniorenarbeit auch in die Öffentlichkeit bringen.

Falsches Bild im Kopf

„Viele Leute haben oft noch ein falsches Bild von Pflegeheimen im Kopf“, sagt sie. Das gemeinsame Engagement verbinde die Menschen miteinander, gerade auch in diesen Zeiten.

Pastow hat in ihrer Funktion immer neue Herausforderungen entdeckt. Zuletzt die eigenständige Erstellung eines „Senioren-Blättles“, das in Eigenregie mit Beiträgen von ehrenamtlichen Mitarbeitern und Unterstützung der Gemeinde entstand und an Senioren verteilt wurde. „Das kam sehr gut an“, freut sie sich. Das Senioren-Blättle soll den Kontakt halten, gerade, wenn Veranstaltungen zur Zeit nicht mehr stattfinden können. „Ich mache das, weil es mir wirklich Spaß macht“, so die Ruheständlerin.

Sobald es wieder möglich ist, möchte sie mit ihrem Mann wieder große Auslandsreisen unternehmen, aber jetzt auch mehr Zeit mit ihrem ersten Enkelkind verbringen. Ehrenamtlich wird Christine Pastow weiterhin tätig sein. „Ich kann mir einfach nicht vorstellen, nur zuhause zu hocken“, sagt sie. Wegen des Lockdowns habe sie aber noch nicht entschieden, bei welchen Tätigkeiten sie sich engagieren werde, freut sich aber auf neue Herausforderungen: „Corona bietet auch die Chance, etwas völlig Neues aufzubauen“, so ihre positive Perspektive.

 
 
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