Ingersheim Trio „Acoustic Groove“ zaubert gute Laune

Von Dietmar Bastian
Das Trio „Acoustic Groove“ trat bei Kultur im Schloss in Kleiningersheim auf. Foto: /Martin Kalb

Ein leichter musikalischer Retro-Spaß zog bei „Kultur im Schloss“ in Kleiningersheim viel Publikum an.

Drei Dinge sind’s, die einen heißen Sommerabend perfekt machen: Ein schattiges Plätzchen im Freien, möglichst in netter Gesellschaft, kühle Getränke – und etwas fürs Herz und Gemüt. Dies alles gab‘s am Samstag im Schloss Kleiningersheim reichlich.

Den Rahmen gibt das Programm „Kultur im Schloss“, das alle zwei Jahre von der Gemeinde Ingersheim veranstaltet wird und Kulturfreunden in diesem Jahr fünf Konzerte (eine Serenade der Musikschule und vier Rock-Pop-Abende), einen Gottesdienst im Freien, ein Kindertheater und den Steillagentag der Ingersheimer Winzer beschert. Die aufgeschlossenen Gastgeber vor Ort sind Thomas Leibrecht und Ute Gleich, die Eigentümer und Bewohner der großräumigen Schlossanlage.

Schon lange bevor Patrick Schwefel (Gesang und Gitarre), Andreas Franzmann (Gesang, Gitarre und Percussion) und Winfried Magg (E-Bass und Gesang) die stattliche Bühne betreten, ist das Gelände in und um den Schlosshof und auf der Aussichtsterrasse mit Weintheke proppenvoll. Kein Wunder, denn es ist Ausgehwetter. Kein Fernsehprogramm der Welt kann da mithalten.

Ohne technischen Firlefanz

Dementsprechend gut gelaunt sind die vielen Konzertbesucherbesucher, die zum größten Teil der mittleren und älteren Altersgruppe angehören. Nach der Begrüßung durch den Schlossherrn geht es los. Das unplugged-Trio „Acoustic Groove“, das in Ingersheim schon „sehr oft“ zu hören war, wie Patrick Schwefel in seiner Moderation vermerkt, bietet eine Liveperformance, die sich wohltuend von der vieler anderer Formationen abhebt: Sie singen dreistimmig, ohne technischen Firlefanz, sie erweitern das Klangspektrum der akustischen Tonabnehmer-Gitarren durch Bass, Mandoline, Mundharmonika und verschiedene Percussion-Instrumente, zum Beispiel Cajon.

Und sie treiben sich in jenen musikalischen Gefilden herum, mit denen der Großteil des Publikums groß geworden sein dürfte. „Learning to fly“ von Tom Petty, „Layla“ von Eric Clapton, „Locomotive breathe“ von Jethro Tull, bei dem der versprochene Groove mächtig Fahrt aufnimmt, „You can do magic“ von America, „Africa“ von Toto, „Perfect“ von Ed Sheeran oder „Heart of gold“ von Neil Young sind Titel aus dem ersten Set vor der Pause, sind der Sound der 1970er und 1980er-Jahre, sind Ausdruck des Lebensgefühls der damals Jungen. Mit „I wish you were here“, einem Ohrwurm von Pink Floyd, geht es in die Pause, die viele Besucher an die Weinbar führt.

Dass die Titel alt, sattsam bekannt, ja vielleicht sogar „abgenudelt“ sind, ist gar nicht schlimm – im Gegenteil. Bekanntes wirkt gemeinschafts- und identitätsstiftend, gerade zu Zeiten, in denen viele Gewissheiten und Sicherheiten abhanden zu kommen scheinen. Auch im zweiten Set, der Titel beinhaltet wie „Hotel California“ von den Eagles, „Cat’s in the cradle“ von Harry Chapin oder „Heartlight“ von Kenny Loggins, treten die besonderen Stärken des Trios zutage.

Humorige Moderation

Das vielleicht größtes Plus der Gruppe ist der weitgehend saubere dreistimmige Gesang. Ihre Geschichte begann 2001 als Duo „12 Strings“, damals noch ohne den Bassisten Winfried Magg, und wurde erst später zum Trio „Acoustic Groove“. Das „Easy going“-Programm wird nicht zuletzt durch die humorige, launige Moderation der drei Recken, moderate Lichtfarbeffekte, gesteuert von mehreren Mischpulten, und absolut hörenswerte Gitarrensoli von Andreas Franzmann, die regelmäßig Szenenapplaus einfahren, zum leichtfüßigen Sommervergnügen.

 
 
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