Insektenpfad in Bietigheim-Bissingen Info-Rundgang zu Biene, Schmetterling und Co

Von Uwe Mollenkopf
Der Verlauf des geplanten Insektenpfads zwischen Bietigheim und Bissingen. Foto: ⇥Grafik: Stadtverwaltung

Mithilfe eines Landeszuschusses von 55 000 Euro soll ein Insektenpfad von vier Kilometern Länge realisiert werden.

Einen geologischen und einen Baumlehrpfad gibt es schon, jetzt soll auch noch ein Insektenpfad hinzukommen. Das berichtete Roswitha Ott, die Leiterin des Bauhofs und der Stadtgärtnerei, am Donnerstag im Technischen Ausschuss.

Die Idee geht auf einen Antrag der SPD-Fraktion im Gemeinderat zurück. Die Sozialdemokraten hatten anlässlich der Haushaltsberatungen 2020 den Vorschlag gemacht, einen Insektenlehrpfad einzurichten, der umfassend über Wildbienen, Schmetterlinge und andere gefährdete Insektenarten informieren soll. Schautafeln mit großflächigen Zeichnungen und einfachen Abbildungen sollten fachlich anspruchsvoll und zugleich gut verständlich Wissen vermitteln. Gleichzeitig solle der Insektenlehrpfad verstärkt auf den Bereich Erlebnispädagogik zielen und eine Verbindung zu den Blühflächen in Bietigheim-Bissingen schaffen. Inklusive Sitzgelegenheiten, Abfall- und Recyclingbehälter sowie Fahrradabstellplätze.

Fördertopf entdeckt

Denn: „Rund 80 Prozent aller heimischen Nutz- und Wildpflanzen sind auf Bienen, Schmetterlinge und andere blütenbesuchende Fluginsekten als Bestäuber angewiesen“, so der SPD-Antrag. Der Pfad solle vor diesem Hintergrund zur Umweltbildung beitragen und das Insektensterben thematisieren.

Nach den Worten von Roswitha Ott sei eine Umsetzung zunächst durch die Corona-Pandemie erschwert worden. Diese war für den städtischen Haushalt mit Einnahmeeinbrüchen verbunden. Dann sei man aber auf ein Förderprogramm des Landes aufmerksam geworden und habe einen Antrag gestellt. Am Mittwoch kam der Bescheid: Die Stadt erhält für das Vorhaben vom Land einen Zuschuss in Höhe von 55 000 Euro. Damit rückt nun die Realisierung näher.

Ott schwebt ein über vier Kilometer langer Pfad vor, der von Bietigheim nach Bissingen führt. Schwerpunkte bilden die Wildbienenhäuser im Gebiet Kreuzäcker und auf dem Grotztunnel. Unterwegs soll der Pfad an Naherholungsgebiete anknüpfen, zum Beispiel die Grüne Mitte, die Sportflächen an der Enz, den geologischen Pfad am Wobachfelsen, das Saubachtal oder den Bruchwald. Vorbehaltlich der weiteren Zustimmung könnte der Insektenpfad bis frühestens Herbst 2022 fertig werden.

Durchdachtes Konzept

SPD-Rat Werner Kiemle bezeichnete den Vorschlag im Technischen Ausschuss als „ziemlich erfreuliche Geschichte“. Das Konzept sei „aufwendig und durchdacht“. Laut Baubürgermeister Michael Wolf werde man von einem Spaziergang entlang dem Insektenpfad auf jeden Fall einen Mehrwert haben.

 
 
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