Internationaler Museumstag Museen erzählen und verbinden

Von Gabriele Szczegulski
„Wer Freiheit liebt, den sperrt man ein“ heißt die Führung, die das Museum Hohenasperg am Internationalen Museumstag anbietet. Es gibt einen Überblick über 300 Jahre politische Inhaftierung. Foto: Stadt Asperg

Das landesweite Motto heißt „Baden-Württemberg erzählt“, das internationale Thema ist „Museen verbinden eine geteilte Welt“. Auch regionale Instiutionen beteiligen sich.

Brückenbauer – das soll die Rolle von Museen in Zeiten gesellschaftlicher Spannungen und politischen Auseinandersetzungen sein, deswegen heißt das Motto für den Internationalen Museumstag am Sonntag, 17. Mai, „Museen vereinen eine geteilte Welt“. Museen bringen Menschen zusammen, fördern den Dialog und überbrücken kulturelle oder politische Grenzen. Sie seien, so der Internationale Museumverbands, „Orte der Begegnung, die Vielfalt als Bereicherung darstellen“.

Der baden-württembergische Museumsverband hat diesem internationalen Thema noch das Motto „Baden-Württemberg erzählt“ hinzugefügt. Der Slogan soll dazu einladen, die Geschichten hinter musealen Objekten sichtbar zu machen – Geschichten, die Museen prägen, die Vergangenheit lebendig halten und Zukunftsperspektiven eröffnen. Auch im Landkreis Ludwigsburg beteiligen sich Museen am Internationalen Museumstag mit eigenen Aktionen.

Ludwigsburg

Geschichte wird lebendig, in dem im Garnisonsmuseum in Ludwigsburg ein königlich-württembergischer Telegraphist von 1900 seine Uniform und Ausrüstung und seinen Alltag zeigt und erklärt.

Zum Internationalen Museumstag am Sonntag, 17. Mai bietet die Ausstellungskuratorin Daphne Blauwhoff, wissenschaftliche Volontärin am Ludwigsburg Museum, eine kostenfreie Führung durch die neue Ausstellung „Respekt! Menschen der Karlshöhe“. An dem Tag ist der Eintritt im ganzen Haus frei und Besucher bekommen den Ausstellungskatalog „Planstadt Ludwigsburg“ geschenkt.

Im Residenzschloss Ludwigsburg gibt es am Museumstag freien Eintritt in die Schlosskirche und die Ordenskapelle. Zudem gibt es einen Sonderverkauf von Restbeständen der Ludwigsburger Porzellanmanufaktur.

Marbach:

Die Literaturmuseen des Deutschen Literaturarchivs laden an diesem Tag zu kostenfreien Führungen und einem Museumsflohmarkt ein. Von 10 bis 11 Uhr und von 14 bis 15 Uhr tauchen die Besucherinnen und Besucher anhand von Manuskripten, Briefen, Büchern, Fotos und Skulpturen in „Rilkes Welten“ ein. Von 11.30 bis 12.30 Uhr können Erwachsene an einer Reise durch Schillers Leben und Werk teilnehmen, um 15 Uhr wird „Schiller“ für Kinder präsentiert.

Außerdem kann von 10 bis 17 Uhr auf einem Museums-Flohmarkt im Leibinger-Auditorium Nützliches und Kurioses aus dem Museumsbestand erworben werden.

Das Schiller-Nationalmuseum und das Literaturmuseum der Moderne sind am 17. Mai von 10 bis 17 Uhr geöffnet. Der Eintritt ist frei, die Führungen sind kostenlos. Treffpunkt für alle Führungen ist das Foyer im Literaturmuseum der Moderne.

In Schillers Geburtshaus in Marbach können sich die Besucherinnen und Besucher mit einem Audioguide durch das Haus und seine Ausstellung leiten lassen. Im Fritz-Genkinger-Kunsthaus wird man sogar digital fündig. Unter „Fritz Genkinger durchs Schlüsselloch geschaut“ kann man einen Einblick in das Haus über Youtube gewinnen.

Im Tobias-Mayer-Museum gibt es im Rahmen der Archivsonntage um 14.30 Uhr die Sonderführung mit dem Titel „Aus unserem Kartenarchiv: Die gleiche Karte – und doch anders“ mit Professor Dr. Armin Hüttermann. Im Technischen Kulturdenkmal Ölmühle Jäger finden je nach Besucheraufkommen alle 45 Minuten Führungen statt mit Inbetriebnahme der durch ein beeindruckendes Riementransmissionswerk angetriebenen Geräte.

Bönnigheim

Bei freiem Eintritt sind die Museen von 14 bis 17 Uhr, das Literaturmuseum Sophie La Roche ab 13 Uhr, geöffnet. Kostenlose Führungen werden um 14, 15 und 16 Uhr angeboten. Unter dem Motto Baden-Württemberg erzählt“ zeigt das Schwäbische Schnapsmuseum die Tradition des Weinanbaus, der bereits 793 in Bönnigheim erwähnt wird. Alte Weingeräte werden erläutert und Zeitzeugen berichten um 15 Uhr von ihren Erfahrungen mit der harten Arbeit im „Wengert“. Der Weinbau prägte Bönnigheim. Es gab sieben Keltern. Dazu kann der Wein „Ganerbenstadt Bönnigheim“ verkostet werden. Sehenswert ist auch die Sonderausstellung „ZeitSpuren Bönnigheim - Vom Kupferstich zum Smartphone“.

Bei einer Kurzführung im Museum Sophie La Roche kann man interessante Einblicke in das Leben und Werk der Autorin Sophie von La Roche gewinnen. Jeweils am Ende einer Führung lädt das Museumsteam die Gäste zu einem Glas Sekt, Wein oder Wasser ein.

Die Arzney-Küche ist das einzige in seiner Art erhaltene Apotheker-Laboratorium in Baden-Württemberg. Das kleine Museum zeigt die Herstellung von „aqua vitae“, dem Wasser des Lebens, in einer anschaulicher Destillationsvorführung.

Asperg

„Wer Freiheit liebt, den sperrt man ein“ heißt die Führung, die das Museum Hohenasperg – ein deutsches Gefängnis am Internationalen Museumstag um 15 Uhr anbietet. Das Museumsgespräch gibt einen Überblick über 300 Jahre politische Inhaftierung auf dem Hohenasperg. Treffpunkt ist am Eingang des Museums Hohenasperg.

 
 
- Anzeige -