Internationales Dressurfestival am Monrepos Mit Bestleistung zum Triumph

Von Helga Spannhake
Frederic Wandres war am Sonntag beim Dressurfestival am Ludwigsburger Monrepos mit dem Oldenburger Wallach Bluetooth Old in Topform – und sicherte sich den Grand Prix Special. Foto: Baumann/Julia Rahn

Frederic Wandres gewinnt beim Internationalen Dressurfestival am Monrepos den Grand Prix Special mit einer Traumwertung von 77,148 Prozent.

Vier Tage lang konnte man vor der Kulisse des Schlosses Monrepos Dressurreiten auf höchstem Niveau erleben, denn die gesamte deutsche WM-Equipe war vor Ort: Ingrid Klimke, Benjamin Werndl, Isabell Werth und Frederic Wandres. Letzterer sicherte sich am Sonntag beim CDI4* - FEI Grand Prix Special, dem von der Stadt Ludwigsburg präsentierten Preis, den Sieg.

Er war der vorletzte Reiter, der in das Dressurviereck kam: Frederic Wandres mit dem zwölfjährigen Bluetooth Old. Der Bereiter vom Hof Kasselmann konnte sich mit einer Endwertung von fantastischen 77,148 Prozent nicht nur über den Sieg freuen, sondern er stellte bei diesem Grand Prix Special auch eine persönliche Bestleistung auf. „Jetzt kommen wir langsam dahin, dass wir seine Stärken ausspielen können. Er ist ein unwahrscheinlich elegantes Pferd, das sich weiß zu präsentieren – und wir sind noch nicht am Ende“, lobte Wandres seinen Oldenburger Wallach.

Platz zwei ging mit 72,383 Prozent und damit doch deutlichem Abstand zum Erstplatzierten an Anna-Christina Abbelen mit Sam Donnerhall. Sie war mit ihrem Wallach bereits im letzten Jahr beim ersten Dressurfestival dabei gewesen: „Ich wusste daher schon, was uns hier für Topbedingungen erwarten.“ Seit diesem Sommer reitet Anna-Christina Abbelen für den Hof Kasselmann, ebenso wie die Drittplatzierte beim Grand Prix Special, die erst 24-jährige Evelyn Eger.

Kür als Publikumsmagnet

Waren es bei der Premiere des Internationalen Dressurfestivals Ludwigsburg im letzten Jahr rund 8000 Fans, so lockte das Reit-Event nun bereits 12 000 Besucher an, die sich auch vom Regen am Samstag nicht vom Zusehen abhalten ließen. Das Highlight für alle hinter der Bande war sicher der CDI4* – FEI Grand Prix Freestyle unter Flutlicht. Bei einsetzendem leichtem Regen absolvierte Isabell Werth mit ihrem Emilio, nach einer kleinen Wallung im Galopp, eine harmonische Performance und landete dafür mit der Traumnote von 84,125 Prozent verdient auf dem ersten Platz. „Ich habe mich sehr wohl gefühlt. Er war sehr angenehm zu reiten und sehr fokussiert“, zeigte sie sich hinterher erfreut – besonders da sie diese Kür mit italienischer Opernmusik schon lange nicht mehr geritten ist.

Silber ging an Benjamin Werndl mit seinem 18-jährigen Daily Mirror, der etwas verunsichert, wohl aufgrund des Flutlichts, wirkte. „Er war fast ein bisschen hinter mir, aber wir kamen immer mehr rein“, betonte Werndl und fügte hinzu, dass er es sehr genossen habe und dankbar sei über die Fitness seines Vierbeiners, zumal er wisse, dass ihre gemeinsame Reise nicht mehr so lange andauern wird.

First Romance unter Dorothee Schneider landete auf dem dritten Platz, und nicht nur diese Schleife konnte die Olympiasiegerin ihrer Sammlung hinzufügen: Bei der Finalqualifikation zum Nürnberger Burg-Pokal, der im Dezember in Frankfurt am Main ausgetragen wird, sicherte sie sich auf dem neunjährigen Wallach Quaterline das zwölfte und damit letzte Ticket für diese renommierte Turnierserie für Nachwuchspferde.

Talent freut sich doppelt

Der 19-jährige, aus Baden-Württemberg stammende, Moritz Treffinger war bei der Finalqualifikation zum Nürnberger Burg-Pokal gleich mit zwei Pferden vertreten: Francis Royal erreichte den dritten Platz und Treffingers Superstition Old den vierten. Die Stute und der Wallach sind beide zusammen aufgewachsen, und Moritz Treffinger ist mit ihnen groß geworden: „Das ist ein Gänsehautmoment. Ich bin einfach nur unfassbar stolz“ – und stolz konnte er zusätzlich auf sich selbst sein, denn gleich im Anschluss an die St. Georg Special* S5 Prüfung wurde ihm das Goldene Reitabzeichen verliehen. „Es ist ein Riesenkindheitstraum, der gerade wahr geworden ist“, äußerte er mit emotionsgeladener Stimme.

Durchweg positive Bilanz

Nach vier Tagen brillanter Dressurreiterei zogen Veranstalter Francois Kasselmann aus Hagen und Dr. Werner Hildenbrand, der 1. Vorsitzende des gastgebenden Reit- und Fahrvereins Ludwigsburg, eine durchweg positive Bilanz. Beide sind sich sicher, dass es weitergeht und es noch immer besser, größer und stärker werden wird. So denken sie bereits über den Aufbau einer Tribüne nach, um den Publikumszahlen gerecht zu werden. „Ich habe schon gesagt, dass nächstes Jahr die Leute bitten werden, hierherkommen zu dürfen – und das zeigt, welche Qualität hier dahintersteckt“, sagte Hildenbrand und dankte den vielen unermüdlichen Helfer und Helferinnen aus seinem Verein. Denn ohne deren Engagement würde das Dressurfestival einiges von seinem familiären Charme einbüßen. Aus dem Geheimtipp im Süden ist nach nur zwei Jahren ein Muss für jeden Dressurfan geworden.

 
 
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