Interview „Die Hochschule wäre bereit, mehr auszubilden“

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Professor Frank Kupferschmidt⇥ Foto: Hochschule

Professor Frank Kupferschmidt von der Verwaltungshochschule Ludwigsburg im Interview.

Professor Frank Kupferschmidt ist Prodekan der Fakultät 1 (Management und Recht) an der Hochschule für öffentliche Verwaltung und Finanzen in Ludwigsburg. Er lehrt im Studiengang Public Management. Die BZ hat ihn gefragt, was dran ist an dem Personalmangel im öffentlichen Dienst.

Herr Kupferschmidt, können Sie die Besorgnis des Beamtenbunds über den Fachkräftemangel verstehen und ist die Zahl von 300 000 offenen Stellen aus Ihrer Sicht korrekt?

Ja, die Besorgnis ist verständlich. Die Zahl bezieht sich auf das gesamte Spektrum des öffentlichen Diensts in Deutschland. Für die Kommunalverwaltung in Baden-Württemberg sieht das nicht anders aus.

Wo in der Verwaltung ist der Mangel derzeit am Größten?

In der Kommunalverwaltung ist der Personalmangel in allen Aufgabenbereichen spürbar. Das reicht von Kämmereien bis zum technischen Dienst. Häufig können zum Beispiel kleinere Gemeinden offene Stellen nur sehr schwer besetzen.

Woran liegt das?

Der Personalmangel hat mehrere Ursachen. Der demografische Wandel und der Aufgabenzuwachs im öffentlichen Sektor sind zwei große Themen. Zum Teil führt die stärkere Spezialisierung dazu, dass qualifiziertes Personal fehlt. Und natürlich geht es auch darum, dass die Verdienstmöglichkeiten im öffentlichen Sektor attraktiv und konkurrenzfähig sein sollten.

Spiegelt sich das auch in der Zahl Ihrer Studenten wider?

Wir freuen uns über jede motivierte Bewerbung für unsere Studiengänge. Die Anzahl unserer Studienplätze wird vom Land festgelegt. Wir können jeden Studienplatz besetzen und unsere Absolventen haben hervorragende Berufsaussichten.

Was müsste aus Ihrer Sicht getan werden, um mehr Menschen in den öffentlichen Dienst zu bekommen?

Der öffentliche Sektor ist unglaublich vielfältig und bietet viele Entwicklungsmöglichkeiten. Unsere Studierenden haben sich zum Beispiel häufig für das Verwaltungsstudium entschieden, weil sie sich in ihren Kommunen verantwortlich und gestaltend einbringen wollen. Und der öffentliche Sektor punktet durch die gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie.

Wird genug Nachwuchs ausgebildet, um auch die Pensionierungswelle in den nächsten zehn Jahren abzufedern?

Die Hochschule wäre jedenfalls bereit, mehr auszubilden.

 
 
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