Interview mit SG-Teammanager Felix Bauer „Es ist einfach alles viel größer“

Von Lisa Taduschewski
Felix Bauer ist heiß auf das Final Four. Hinter den Kulissen hat der Teammanager aber viel zu tun. Foto: /Martin Kalb

SG-Teammanager Felix Bauer erzählt vor dem Final Four auf was es bei der Planung ankommt. Trotz dem Stress freut er sich auf die Atmosphäre beim Finalturnier.

In wenigen Wochen startet das Final Four der Handball-Champions-League in Budapest für die SG BBM Bietigheim. Worin der Unterschied zwischen diesem und dem Final Four der European League liegt – in dem die SG 2022 stand –, wie die Vorbereitungen und Planungen laufen und auf was es zu achten gilt, erzählt Felix Bauer, Teammanager der Handballerinnen aus dem Ellental.

Herr Bauer, wie fühlt es sich für Sie an, als erste deutsche Mannschaft das Final Four der Champions-League erreicht zu haben?

Felix Bauer: Das Gefühl ist überragend. Für den ganzen Verein und die Mannschaft ist das ein riesen Erlebnis. Wir haben uns das immer als hohes Ziel gesteckt, da mal hin zu kommen. Dass das jetzt dieses Jahr klappt, ist unfassbar. Solch ein Glücksgefühl, so etwas Großes zu erreichen hat man selten, das ist einfach Wahnsinn.

Wie sahen die Meetings für das Final Four aus?

Es war zuerst ein gemeinsamer Videocall mit allen Mannschaften aus der Champions League, in der eine Präsentation vorgestellt wurde, wie der Ablauf ist und was auf uns zukommt. Es gab gewisse Rahmenbedingungen, dann mussten wir sehr viel an der Geschäftsstelle arbeiten und Formulare ausfüllen, Deadlines einhalten und Registrationen vornehmen. Das haben meine Kollegen und ich alles übernommen. Und dann gab es noch ein Einzelmeeting mit der European Handball Federation, wo dann speziell auf uns eingegangen worden ist. Also wann und wie wir anreisen und wer überhaupt alles mitkommt. Da gab es dann auch für uns die Möglichkeit, Fragen zu stellen, weil wir jetzt die einzige Mannschaft sind, die zum ersten Mal beim Final Four ist. Das hat alles gut funktioniert.

Welche Rahmenbedingungen wurden konkret durchgesprochen?

Unter anderem ging es darum, wann wir am Flughafen ankommen und abgeholt werden oder wer alles eine Akkreditierung braucht. Zudem gehört neben der Mannschaft auch das ganze Personal mit dazu, welche Personen die Berechtigung haben, in die Halle zu gehen, Zimmerlisten, Trainings-, Meetings-und Essenszeiten. Am Freitag wird es eine Eröffnungsparty geben, Meet and Greet für die verschiedenen Teams, sowie Medien-Events. Dadurch, dass es im Fernsehen mit Vor- und Nachberichten übertragen wird, ist es mit dem Umgang auch alles ein bisschen anders. Man hat uns wissen lassen, welche Person für was der Ansprechpartner ist. Bis jetzt waren es mehr die Rahmenbedingungen und noch nicht besonders viel zum Sport.

Inwieweit gibt es Unterschiede zwischen dem Final Four in der European League und der jetzigen Final Four in der Champions League?

Es ist einfach alles viel größer und noch mal ein Ticken drüber. Die European League war auch super organisiert und es war ein guter Austausch da, aber wir als Mannschaft waren mehr auf uns selbst gestellt und haben es organisiert, klar auch in Absprache mit der EHF. Jetzt ist der Medienrummel noch ein wenig größer. Ich vergleiche das gerne mit der Halle: Wir waren damals in Viborg, wo 3000 Menschen reinpassen. Jetzt sind es 20.000, die in der Spielstätte Platz haben.

Das heißt, die Bedingungen nun sind eher strenger oder schlichtweg mehr?

Strenger würde ich nicht sagen, aber es ist geregelt, wie und wo die medialen Prozesse ablaufen, was den Wettbewerb auch noch mal besonders macht. Das war bei der European League nicht so. Für uns ist das Neuland und wir lassen uns auch ein bisschen überraschen. Ich glaube viel mehr, wir fiebern darauf hin und werden das sehr genießen.

Gibt es spezifische Auflagen, die ihr nun erfüllen müsst?

Wir haben für uns, wie wir das auch jetzt schon machen, eine Kleiderordnung. Da geht es um Sponsoren und Partner, die wir präsentieren. Wie wir bei der Opening Party auftreten und natürlich geht es darum, wie man als Verein auftritt. Das ist in der Bundesliga nicht anders, als zu der Champions League jetzt.

Sind die Auflagen in Bezug auf die Mannschaft schon erfüllt oder steht aktuell noch etwas an?

Eigentlich sind alle Auflagen jetzt erfüllt worden. Letzten Montag war schon Deadline, wo wir viele Informationen weitergeben mussten und die Zusammenarbeit zwischen dem Verein und der EHF läuft gut. Wir müssen die entsprechenden Zeiten für Taktikbesprechungen und das dafür benötigte Equipment im Voraus abklären. Man muss dazu sagen, dass im Hotel alle vier Mannschaften sind, wo dann der Aufwand und die Organisation auch entsprechend größer ist, da sie sich um mehrere Teams und auch die dazugehörige Delegation kümmern müssen und Deadlines da einfach eingehalten werden müssen.

Gab es Herausforderungen, die ihr zu bewältigen hattet?

Nein, nichts Verrücktes. Ich organisiere das internationale Geschäft in diesem Verein schon sechs Jahre, in denen ich viel Erfahrung gesammelt habe, wann die Mädels gerne vor dem Training oder den Spielen essen, was ich beachten muss oder was der Trainer zum Coachen braucht. Natürlich ist das jetzt alles ein bisschen mehr, was vorher geplant werden muss.

 
 
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